Melsungen fährt zu seinem ersten Auswärtsspiel in der Champions League. Gegner Plock zeigt den hessischen Fans dabei die Stadt. Auf der Platte kann die MT auf den härtesten Werfer und schnellsten Spieler der Liga setzen.
Die Melsunger Fans bejubeln den Europapokal-Sieg.
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00:43 Min.|Simon Schäfer
Einen solchen Empfang haben sie bei den Melsungern auch noch nicht erlebt. Bevor es am Donnerstag zum zweiten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte zu Wisla Plock geht (18:45 Uhr), hat der Heimverein die MT schon mit offenen Armen empfangen. Die Polen veröffentlichten einen Brief, in dem sie alle auswärtigen Fans zu einer Stadtführung einladen. „So etwas habe ich noch nie erlebt, das ist sehr schön“, sagt Manuel Dietrich von den MT-Trommlern dem hr-Sport. Rund ein Dutzend Anhänger werden das Angebot annehmen.
Während die meisten MT-Fans mit dem Bus anreisen, nimmt die Mannschaft am Mittwoch den Flieger gen Warschau. Für Sightseeing wird den Spielern nicht allzu viel Zeit bleiben und auch das Duell auf der Platte dürfte weniger freundschaftlich ablaufen. Die Bartenwetzer gewannen das erste CL-Spiel gegen Vardar, Wisla hingegen unterlag am ersten Spieltag und steht etwas mehr unter Druck. Kurios: Auch Plock wird von einem spanischen Trainerteam angeleitet.
Hart und schnell
Melsungens Spanier an der Linie Roberto Garcia Parrondo zeigte sich zuletzt bestens gelaunt. „Ich bin sehr zufrieden. Wir waren heute über 60 Minuten in der Abwehr das bessere Team“, so der Coach nach dem 32:27 gegen Stuttgart. Nach der missratenen ersten Halbzeit zum Auftakt in Berlin wirkt seine Mannschaft immer mehr stabilisiert. Bezeichnend dafür stehen mehrere Personalien: Aaron Mensing oder Johannes Golla.
Mensing zeigte sein bestes Spiel gegen Gummersbach mit neun Treffern, er führt zudem ein Ranking an: Der Rückraumspieler schaffte mit 122 km/h den härtesten Wurf in der gesamten Liga. Auch in einer anderen Disziplin ist ein MT-Spieler Spitzenreiter: Rechtsaußen Dimitri Ignatow ist mit 31 km/h der schnellste Spieler von allen Bundesliga-Akteuren.
Hartes Programm für MT
Statistisch ebenfalls beeindruckend sind die Auftritte von Rückkehrer Golla. Er erzielte 16 Treffer aus 18 Würfen. Schon vor der Saison hatte er im Gespräch mit dem hr-Sport sein Lob für das „System Parrondo“ ausgedrückt: „Ich habe noch nie mit einem Trainer gearbeitet, der so detailliert und perfektionistisch die Dinge angeht wie hier.“
Der Madrilene wird auch als Moderator der Kräfte gefordert sein: Nur drei Tage nach dem Auswärtsspiel in der Champions League kommt der Deutsche Meister Magdeburg in die Rothenbach-Halle. Wiederum nur zwei Tage später wartet das Pokalduell mit den Rhein-Neckar Löwen. „Es ist nicht einfach, mit zwei Spielen innerhalb von wenigen Tagen“, sagte Parrondo zuletzt. Sein Schlusswort wirkte wie ein Appell: „Gut gekämpft, weiter so.“
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/handball/mt-melsungen/bemerkenswerter-brief-vor-champions-league-in-polen-der-gegner-laedt-die-mt-melsungen-fans-ein-v1,auswaerts-plock-100.html



