Deutsche Behörden, die den Fall der Vergewaltigung und des Mordes an einem 14-jährigen jüdischen Mädchen untersuchen, gaben am Donnerstag bekannt, dass sie einen flüchtigen irakischen Asylsuchenden suchen und einen türkischen Mann in dem neuesten hochkarätigen Fall von Migranten festgenommen haben. Die Leiche des Mädchens, das seit dem 22. Mai vermisst wurde, wurde am Mittwoch am Stadtrand der westdeutschen Stadt Wiesbaden gefunden. Zwei Männer, ein 20-jähriger Iraker und ein 35-jähriger türkischer Staatsbürger, die beide in Unterkünften für Asylsuchende lebten, werden verdächtigt, das Mädchen vergewaltigt und getötet zu haben. Sie sollen den Leichnam dann begraben haben. Der irakische Mann, Ali Bashar, scheint mit seiner Familie letzte Woche plötzlich abgereist zu sein und über Istanbul nach Erbil, Irak geflogen zu sein.
Er war ein Verdächtiger in einer Reihe von früheren Straftaten in der Gegend, darunter ein Raubüberfall unter Vorhalt eines Messers. Er soll im Oktober 2015 nach Deutschland gekommen sein, auf dem Höhepunkt des Zustroms von Migranten nach Deutschland, und legte Widerspruch gegen die Ablehnung seines Asylantrags ein. Der türkische Verdächtige, der der Polizei bisher nicht bekannt war, wurde am Mittwochabend festgenommen. Ein 13-jähriger Flüchtlingsjunge ging am Sonntag zur Polizeistation in Wiesbaden und erzählte den Beamten, dass das Mädchen vergewaltigt und getötet worden sei, und nannte den Iraker als möglichen Täter. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sagte, dass das ermordete Mädchen, das von der Polizei als Susanna Feldman identifiziert wurde, Mitglied der jüdischen Gemeinde in Mainz, in der Nähe von Wiesbaden, war. Es forderte eine gründliche Untersuchung und warnte vor „vorschnellen Schlussfolgerungen“.
Frühere Tötungen durch Asylsuchende in Deutschland haben die Spannungen über den Zustrom von mehr als einer Million Migranten in den Jahren 2015 und 2016 angeheizt, ein Thema, das der rechtsextremen Alternative für Deutschland geholfen hat, ins deutsche Parlament zu gelangen. Der Anstieg von Migranten hat auch eine Reihe von Angriffen auf Unterkünfte von Asylsuchenden ausgelöst, die jedoch seither abgeebbt sind. In einem Fall wurden am Donnerstag in der südwestdeutschen Stadt Landau zwei Männer wegen Brandstiftung an einem für Asylsuchende gebauten Haus in der nahe gelegenen Stadt Herxheim im Jahr 2015 verurteilt. Beide erhielten Bewährungsstrafen.


