Wirtschaft

„Herausragender Rotweinjahrgang“: Hessens Winzer erwarten vielversprechende Weine

„Herausragender Rotweinjahrgang“: Hessens Winzer erwarten vielversprechende Weine

Kleine Beeren, frühe Lese und ein extrem heißer Sommer: Hessens Winzer haben ein ungewöhnliches Weinjahr hinter sich. Trotzdem hoffen sie auf einen ganz besonderen Jahrgang.


Hoffen auf guten Rotwein (Archivbild).
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||Birgitta Söling

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Die Weinbauverbände der beiden einzigen hessischen Anbaugebiete Rheingau und Bergstraße melden eine sehr frühe Lese mit eher kleinen Beeren und guter Qualität.

Der Geschäftsführer des Rheingauer Weinbauverbands, Dominik Russler, sagte in Oestrich-Winkel (Rheingau-Taunus), die Weinlese habe wegen des langen trockenen Sommers in dem Gebiet mit mehr als 3.000 Hektar Rebfläche bereits Mitte August und damit überaus früh begonnen. Bei der Qualität erwarte er „einen tollen Jahrgang“.

Der Rheingauer Weinbauverbandspräsident Peter Seyffardt ergänzte: „Ich verspreche mir einen ganz herausragenden Rotweinjahrgang.“ Auch die Beeren der im Rheingau besonders wichtigen spät reifenden Weißweinsorte Riesling seien „sehr gesund“. Wichtig sei für die noch laufende Lese, dass es nicht wie im vergangenen Jahr zum Ende hin noch viel regne.

Trotz Rekordhitze: „Wir hatten vielfach Glück“

Manfred Stoll, Weinbauprofessor an der Hochschule Geisenheim (Rheingau-Taunus), sagte zur diesjährigen Witterung: „Wir hatten vielfach Glück.“

Die Rheingauwinzer hätten weder unter Spätfrost noch unter Hagel gelitten. Sie seien mit einem „relativ feuchten Winter und Frühjahr in die Saison“ gekommen. Im Juni, Juli und August habe es jedoch deutlich weniger geregnet als im langjährigen Durchschnitt. Der Sommer sei auch im Rheingau mit Temperaturen von fast 40 Grad teils extrem heiß gewesen.

Reben brauchen mehr Wasser – trotz Wasserspar-Appellen

Bei weißen Rebsorten, insbesondere Riesling, gab es laut Stoll mancherorts Sonnenbrandschäden. Bewässerung werde immer mehr zum Thema, wobei Weinbauern es angesichts der Wasserspar-Appelle der Kommunen in Hitzesommern zunehmend schwer hätten, diese zu rechtfertigen.

Probleme mit schädlichem Pilzbefall bei Reben gab es infolge der Trockenheit nur wenige, wie der Wissenschaftler hinzufügte. Winzer hätten daher Pflanzenschutzmittel nur „sehr sparsam“ gebraucht. Laut Weinbauverbandspräsident Seyffardt kann ein einziger Pflanzenschutzeinsatz ein größeres Weingut 3.000 Euro kosten.

Historisch früh: Erste Ernte schon im August

Auch die Geschäftsführerin des Weinbauverbands Hessische Bergstraße, Lisa Jung, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir hatten einen historisch frühen Lesestart.

Bereits am 13. August habe ein Weingut begonnen, weiße Burgundertrauben für Sektgrundwein zu ernten. Erträge und Traubengröße bei der Weinlese an der Bergstraße sind laut Jung wegen der trockenen Witterung im Durchschnitt geringer als vor einem Jahr, „aber mit der Qualität sind die Winzer sehr zufrieden“.

Die Nächte seien inzwischen schon recht kühl; das sei gut für die Beeren, die noch gelesen würden. Und niedrigere Erträge seien „beim allgemein sinkenden Weinkonsum auch nicht verkehrt“, fügte die Verbandschefin hinzu. Die Hessische Bergstraße hat mit rund 440 Hektar deutlich weniger Rebfläche als der Rheingau. Bundesweit gibt es 13 offizielle Weinbaugebiete.

Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/herausragender-rotweinjahrgang-hessens-winzer-erwarten-vielversprechende-weine-v1,weinernte-hessen-102.html

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