Der talentierte polnische Regisseur Jan Klata wurde eingeladen, Franz Kafkas „Amerika“ im Rahmen der speziellen Reihe ausländischer Regisseure des Schauspielhauses Bochum zu inszenieren. Die Premiere fand am 28. April statt und wurde seitdem vier weitere Male aufgeführt. Unter der Leitung von Anselm Weber lädt das Schauspielhaus Bochum ausländische Regisseure ein, Aufführungen basierend auf deutschen Texten zu inszenieren. Bisher wurden Paul Koek aus Dänemark, Mahir Günsiraly aus der Türkei und Fadhel Jaibi aus Tunesien eingeladen, um neue Perspektiven auf bekannte Meisterwerke der deutschen Literatur zu werfen.
In „Amerika“ wird die Geschichte von Karl Roßmann erzählt, einem sechzehnjährigen Jugendlichen, der nach Amerika geschickt wird, um einen Skandal nach einer ungewollten Schwangerschaft zu vermeiden. Doch das Land entpuppt sich für ihn nicht als Verheißung, sondern als Ort voller absurder Grausamkeiten. Als er endlich in einem Theater namens Oklahoma etwas Glück zu finden scheint, bricht Kafka die Geschichte ab und beginnt stattdessen an „Der Prozess“ zu arbeiten. Der Regisseur Jan Klata, geboren 1973, hat an renommierten Theaterschulen in Warschau und Krakau studiert und unter anderem unter Jerzy Grzegorzewski, Jerzy Jarocki und Krystian Lupa assistiert.
Seit seinem Debüt mit Nikolai Gogols „Revisor“ im Jahr 2003 hat Jan Klata an führenden Theatern in Polen und international inszeniert und zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Seine Inszenierung von „Amerika“ in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Düsseldorf ist eine Veranstaltung des Schauspielhauses Bochum. Weitere Informationen sind auf der Website des Theater und des Polnischen Instituts Düsseldorf verfügbar.


