Ein irakischer Staatsbürger, der verdächtigt wird, ein jüdisches Mädchen in Deutschland ermordet zu haben, hat das Verbrechen gestanden, betonte jedoch, dass das Motiv nicht antisemitisch war. Der 20-jährige Ali Bashar gab gegenüber der AFP-Nachrichtenagentur an, die 14-jährige Susanna Feldmann erwürgt zu haben, bevor er in sein Heimatland floh.
Bashar, ein gescheiterter Asylbewerber, der 2015 mit seinen Eltern und fünf Geschwistern nach Deutschland kam, wurde auf Anfrage der deutschen Behörden festgenommen und wird voraussichtlich Samstagabend nach Deutschland überführt, wo er in Haft genommen wird. Feldmann war eine Woche lang vermisst, bevor ihre Leiche in der deutschen Stadt Wiesbaden in der Nähe des Flüchtlingsheims gefunden wurde, in dem Bashar mit seiner Familie lebte. Eine Autopsie ergab, dass sie vor ihrem Tod vergewaltigt wurde.
Verschiedene Mahnwachen wurden am Samstag in Städten in ganz Deutschland abgehalten, insbesondere in Feldmanns Heimatstadt Mainz, in der Nähe von Frankfurt. Proteste fanden auch in Mainz statt, um gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel zu demonstrieren, mit Unterstützung der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Feldmann sei „ein weiteres Opfer von Angela Merkels heuchlerischer und egoistischer Politik der offenen Türen für Flüchtlinge“, sagte die Parteiführerin Alice Weidel in einem auf YouTube veröffentlichten Video.
Die deutschen Behörden stehen jetzt unter intensiver Kritik wegen der Verzögerungen bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber und wie es der Familie gelang, unter einem Alias auszureisen. Bashar’s Asylantrag wurde 2016 abgelehnt, durfte aber während der Überprüfung seines Berufungsverfahrens in Deutschland bleiben. Kritiker sagen, dass solche oft langwierigen Berufungen von abgelehnten Antragstellern ausgenutzt werden können und die Fähigkeit des Staates, seine Entscheidungen zur Abschiebung umzusetzen, behindern können.


