Kultur

Francesco Guardis ‚Palasttreppe‘ kehrt nach Polen zurück

Francesco Guardis ‚Palasttreppe‘ kehrt nach Polen zurück

Das polnische Ministerium für Kultur hat das Gemälde „Palasttreppe“ des italienischen Malers Francesco Guardi zurückerlangt, das während des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen war. Dies ist eine der bedeutendsten Restitutionsfragen der letzten Jahre. Minister für Kultur und Nationales Erbe Bogdan Zdrojewski betonte die Bedeutung des Schutzes des polnischen Kulturerbes und die Rückgabe von während des Zweiten Weltkriegs verlorenem Kulturgut sei eine seiner obersten Prioritäten. Das Gemälde war zuvor in der Nationalgalerie in Stuttgart ausgestellt und wurde am 31. März 2014 vom polnischen Außenminister Radosław Sikorski von seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier in Berlin entgegengenommen.

Das Gemälde von Francesco Guardi mit dem Titel „Palasttreppe“ ist ein Ölgemälde mit den Maßen 32,8 x 25,8 cm und wurde 1925 vom Nationalmuseum in Warschau von einem Sammler namens Leon Kranc erworben. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk im Museum am Podwale 15 gezeigt und während des Krieges im Museumskeller versteckt. Nach der deutschen Besatzung wurden kulturelle Güter systematisch requiriert und exportiert, wobei das Gemälde in Wiesbaden und später im Kurpfalzischen Museum in Heidelberg landete, bevor es schließlich in der Staatsgalerie in Stuttgart ausgestellt wurde, wo es bis vor Kurzem verblieb.

Das polnische Ministerium für Kultur und Nationales Erbe führt eine nationale Datenbank mit Kriegsverlusten, die mittlerweile fast 63.000 Gemälde, Skulpturen und andere Kunstwerke umfasst. Dank der Bemühungen des Ministeriums konnten bereits 26 Objekte zurück nach Polen gebracht werden, darunter Werke von Künstlern wie Rubens, Rembrandt, Dürer, Wyspiański und Matejko. Aktuell werden weitere 46 Objekte zurückgefordert. Zu den bereits zurückgeführten Kunstwerken gehören unter anderem „Żydówka z pomarańczami“ von Aleksander Gierymski und „Przed Polowaniem w Rytwianach“ und „Naganka na polowaniu w Naświeżu“ von Julian Fałat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert