Der SV Wehen Wiesbaden hat einen schlechten Start in die Drittliga-Saison hingelegt. Nun freut sich der Verein auf einen anderen Wettbewerb, in dem er zuletzt sogar Spitzenteams Paroli bieten konnte.
Daniel Scherning und sein SVWW haben keinen guten Saisonstart hingelegt.
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00:49 Min.|Mathies Hohm
Vor dem DFB-Pokalspiel des SV Wehen Wiesbaden gegen Bayer Leverkusen macht sich Trainer Daniel Scherning keine Illusionen: Sein Team ist der krasse Außenseiter. „Jeder, der bei Leverkusen in der Startelf stehen wird, ist mehr wert als unser gesamter Kader“, sagte er mit Blick auf die Bundesliga-Mannschaft, die der hessische Drittligist am Samstag (13 Uhr) empfangen wird. „Wir sind der klare Underdog. Das ist eine brutale Herausforderung für uns.“
Stadion wird voll
Brutal auch deshalb, weil der SVWW den Start in die neue Drittliga-Saison einigermaßen versemmelt hat. Eine unglückliche 1:3-Heimniederlage gegen Absteiger Münster und ein blamables 0:4 bei Aufsteiger Würzburg stehen zu Buche, ein Erfolgserlebnis wäre dringend notwendig – und ist gegen Leverkusen, das mit neuem Trainer und runderneuertem Kader nach Wiesbaden kommt, nicht allzu realistisch. Aber: „Es ist ein Spiel, ein Tag. Ich glaube fest, dass in so einem Spiel immer alles möglich ist“, sprach Scherning in der Pressekonferenz am Donnerstag sich und seinem Team Mut zu.
Der SV Wehen Wiesbaden rechnet mit einem ausverkauften Stadion – noch sind einige Tickets für die Partie zu haben. „Die Kulisse kann natürlich auch Energie entfachen, die sich auf die Spieler überträgt“, sagte Scherning. „Da freue ich mich drauf.“ Beispiele aus den vergangenen Jahren gibt es genug: Beim 2:3 gegen Leipzig, dem 1:3 nach Verlängerung gegen Mainz und dem 2:3 gegen die Bayern war man vor heimischem Publikum jeweils nah dran, Teams aus der Bundesliga in der ersten Pokalrunde mehr als nur zu ärgern.

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Hercher fällt verletzt aus
Scherning weiß zudem, wie es sich anfühlt, einen Bundesligisten rauszuwerfen – das gelang ihm einst als Trainer von Osnabrück gegen Werder Bremen. Dennoch sieht er die Dinge, und vor allem den Trend im DFB-Pokal, realistisch. „Die Bundesligisten nehmen den Pokal sehr ernst. Die ganz vielen großen Überraschungen, die es vor ein paar Jahren immer wieder gab, die gibt es nicht mehr.“ Tatsächlich konnte in der ersten Runde der vergangenen Saison in nur drei Fällen der klassentiefere Verein gewinnen, in allen anderen Spielen setzten sich die Favoriten durch.
Nicht an einer Überraschung aus Wiesbadener Sicht mitwerkeln kann Philipp Hercher. Der Neuzugang, der gegen Münster und in Würzburg auf der rechten Seite aufgelaufen war, laboriert laut seinem Trainer an leichten muskulären Problemen. Eine Alternative mit defensivem Fokus wäre Ben Nink, der im Sommer mit der deutschen U19 Vize-Europameister geworden war. Als etwas offensivere Lösungen nannte Scherning Simon Stehle und Robin Kalem – und deutete an, dass auch eine Systemumstellung eine Option sein könnte: „Wir haben uns unter der Woche auch mit der Viererkette und einem 4-4-2 beschäftigt.“
Scherning freut sich auf „anderen Wettbewerb“
So schwer es auch gegen Bayer Leverkusen wird – für den SVWW bedeutet die Pokalpartie letztlich etwas Abwechslung zum zuletzt so tristen Drittliga-Alltag. „Ich freue mich auf einen anderen Wettbewerb“, so Scherning. „Und ich freue mich darauf, dass wir in einer anderen Rolle unterwegs sein werden.“
Ob sich Wiesbaden als klarer Außenseiter etwas leichter tut als zuletzt, wird sich zeigen. Der Coach will aber auf jeden Fall gute Laune vermitteln: „Jetzt haben wir diesen Moment gegen eine internationale Topmannschaft, auf die wir uns freuen können. Denn so oft werden wir nicht die Möglichkeit kriegen, uns mit den Besten in diesem Land zu messen.“
„Wir können All-in gehen“
Bei seinen Spielern kommt das offenbar an. „Die Vorfreude auf das Spiel ist definitiv riesig. Die Mannschaft ist heiß und weiß, dass solche Spiele noch einmal zusätzlich Kräfte freisetzen können“, hatte Tarik Gözüsirin bereits vor einigen Tagen im vereinseigenen Interview verlauten lassen. „Wir haben grundsätzlich nichts zu verlieren und können All-in gehen.“
Gözüsirin war selbst schon bei zwei Fast-Überraschungen des SVWW dabei. „Gegen Mainz und Bayern haben wir gezeigt, dass wir mithalten und über weite Strecken auf Augenhöhe agieren können.“ In Wiesbaden hätte sicherlich niemand etwas gegen eine Wiederholung einzuwenden – dieses Mal gerne auch mit Happy End.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/wehen-wiesbaden/dfb-pokal-sv-wehen-wiesbaden-erwartet-brutale-herausforderung-gegen-leverkusen-v1,svww-vor-leverkusen-100.html



