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Bumper auf Radweg sorgen für Ärger in Ginsheim

Bumper auf Radweg sorgen für Ärger in Ginsheim

Am Ginsheimer Altrheinufer sorgen schnelle Radfahrer seit Jahren für Konflikte und gefährliche Situationen. Ein neues Verkehrskonzept sollte sie ausbremsen. Doch vorerst führt es zu weiterem Unmut – nicht nur bei den Radlern.


Die Bumper können auf den Boden geschraubt, aber auch wieder leicht entfernt werden
Bild © Zoe Bünning


Der Weg am Ginsheimer Altrheinufer (Groß-Gerau) ist bei Radfahrern und Fußgängern beliebt, gerade an sonnigen Wochenenden wird es dort ziemlich eng. Allein rund 800 Fahrräder sind im Schnitt täglich auf der Strecke unterwegs.

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|Zoe Bünning

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Eigentlich heißt das für alle: langsam fahren und Rücksicht nehmen. Manche der Radfahrerinnen und -fahrer sind aber sehr flott unterwegs. Seit Jahren gibt es deshalb Ärger. Ein neues Verkehrskonzept sollte das ändern: Seit Mai haben sie eine eigene Fahrspur – mit Kurven und eingebautem Schwellen, die die Radler zum Runterbremsen zwingen sollen. So zumindest die Theorie. 

„Ich fühle mich wie bei ‚Verstehen Sie Spaß?'“  

Die Realität sieht allerdings anders aus: Statt vor den Bumpern abzubremsen, fahren manche einfach daran vorbei und mitten über den Fußgängerweg. Dadurch wird es teilweise gerade dort eng, wo eigentlich mehr Abstand zwischen Fußgängern und Radfahrern entstehen sollte. 

„Ich fühle mich wie bei ‚Verstehen Sie Spaß?'“, erklärt eine genervte Fußgängerin beim Blick auf die vielen Pfeile, Bumper und Leitlinien auf dem Boden. „Als wäre das ein Verkehrsübungsplatz.“ Sie selbst könne verstehen, dass die Bumper umfahren werden, sagt sie, aber: „Auf dem Fußweg rechnet man nicht mit Radfahrern, man macht mal einen Schlenker beim Laufen und dann kann man zusammenstoßen.“

Radweg Bumper Ginsheim


Ein Bumper auf dem Radweg soll Radfahrerinnen und Radfahrer bremsen
Bild © Zoe Bünning


Projekt eines Studierenden

Das neue Radwegekonzept ist im Rahmen einer Bachelorarbeit eines Studierenden der Hochschule Darmstadt entstanden. Professor Jürgen Follman betreut das Projekt. Er ist Experte im Bereich Bau- und Umweltingenieurwesen und hat auch das erfolgreiche Heusenstammer Modell betreut, bei dem in der Stadt ein Teil einer Straße in Schutzstreifen für Radfahrende umgewandelt wurde.  

In Ginsheim seien für das Projekt zuerst mögliche Konfliktstellen am Altrheinufer identifiziert worden. Dabei zeigte sich laut Follmann, dass Radfahrende an 80 Prozent der Konflikte beteiligt waren. „Da waren schon heftige Nummern dabei: Radfahrer mussten stark ausweichen, weil eine Autotür aufgegangen ist oder Fußgänger mussten zur Seite springen“, beschreibt Follman. „Da gab es eine Menge Beinahe-Unfälle.“

Ziel des Projekts sei deshalb, den Radverkehr und den Fußverkehr sichtbar voneinander zu trennen. Follmann betont aber auch, dass nicht alle Radfahrerenden Ärger verursachten, sondern vor allem diejenigen, die keine ohne Rücksicht und viel zu schnell unterwegs sein.  

Trennung von Rad- und Fußweg soll klarer werden 

Die Radfahrer und -fahrerinnen sind wenig begeistert davon, in Schlangenlinien und über kleine Hügel geleitet zu werden. Das bekommt auch die Stadt Ginsheim zu spüren. Die Kritik wird nicht nur in den sozialen Netzwerken geäußert, sondern landet auch direkt im Rathaus. 

Bürgermeister Thorsten Siehr (SPD) spricht von rund 30 bis 40 Zuschriften, die die Stadt zu dem Projekt erreicht haben. Viele beschweren sich laut dem Bürgermeister, dass die Bumper und die daran vorbeifahrenden Radfahrer den Weg insgesamt noch unsicherer gemacht haben. „Wir haben die Kritik aufgenommen und haben gesagt, wir müssen noch mal klarer für eine Trennung zwischen Rad und Fußweg sorgen, damit keine Unfälle passieren.“ 

Für den Bürgermeister bedeuten diese Reaktionen allerdings nicht automatisch, dass das Konzept gescheitert ist. Im Gegenteil: Dass Probleme sichtbar werden und Nutzer Rückmeldung geben, gehört aus seiner Sicht ausdrücklich zu dem Versuch. 

Teststrecke noch nicht fertig 

Hinzu kommt: Die Teststrecke ist noch gar nicht vollständig fertig. Wegen Lieferengpässen konnten bislang nicht alle geplanten Elemente eingebaut werden. 

So fehlen beispielsweise noch Schwellen beziehungsweise Begrenzungen links und rechts des Radwegs. Sie sollen verhindern, dass Radfahrer die Bumper einfach seitlich umfahren und dabei auf den Bereich für Fußgänger ausweichen können. 

Insgesamt soll die neue Verkehrsführung am Ginsheimer Altrheinufer noch rund ein Jahr getestet werden. Danach wird ausgewertet, welche Maßnahmen funktionieren, wo nachgebessert werden muss und wie eine dauerhafte Lösung aussehen könnte. 

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/bumper-auf-radweg-sorgen-fuer-aerger-in-ginsheim–v1,bumper-aerger-ginsheim-100.html

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