Noch im hochbetagten Alter war Hans Traxler produktiv wie eh und je – mit scharfen Pointen und spitzer Feder. Nun ist der große Zeichner, Karikaturist und Autor mit 97 Jahren gestorben.
Hans Traxler vor einigen seiner Illustrationen im Museum für Karikatur und Zeichenkunst „Wilhelm Busch“ in Hannover.
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Der Zeichner, Maler und Autor Hans Traxler ist tot. Er wurde 97 Jahre alt und verstarb bereits Montag, 24. August, wie seine Familie heute bekannt gab. Traxler ist so etwas wie ein Urgestein der Komischen Kunst.
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03:13 Min.|Mario Scalla
Einst hat der Wahlfrankfurter die Satiremagazine „Pardon“ und „Titanic“ mitbegründet und Helmut Kohl als „Birne“ unsterblich gemacht. Mit den „Birne – das Buch zum Kanzler“, dem satirischen Daumenkino „Birne zaubert“ und „Birnes letzte Abenteuer“ war der ewige Kanzler in den 1980er-Jahren durch Hans Traxler mehr Birne als Kohl.

Traxlers legendäre Karikatur von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl als „Birne“.
Bild © Hans Traxler
Teil der Künstlergruppe „Neue Frankfurter Schule“
Gemeinsam mit Zeichnern und Karikaturisten wie Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und F.K. Waechter war Traxler seit den 1960er-Jahren Teil einer Künstlergruppe, die später als „Neue Frankfurter Schule“ (NFS) in die Comic-Geschichtsschreibung einging: Ihre Bilder und Texte waren frech, bissig und antiautoritär.
Als Mitglied der NFS mit der legendären Elch-Gruppe stellten er und seine Kollegen eine bundesrepublikanische Größe dar – mit ihrer Zentrale in Frankfurt. Der Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche“ von F. W. Bernstein wurde ihr Leitspruch.
Zeichnerisch umgesetzt hat ihn Hans Traxler. Der Elch findet sich auch wieder im Logo des Caricatura Museums Frankfurt. 2008 wurde die Bronzefigur vor dem Museum eingeweiht, das sich am Frankfurter Mainufer befindet. Der bebilderte Elch-Paarreim und weitere ausgewählte Werke der NFS sind in einer Dauerausstellung im Obergeschoss des Caricatura Museums zu sehen.

„Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ Der Elch ist das Wappentier der Zeichner der „Neuen Frankfurter Schule“ rund um Hans Traxler.
Bild © Hans Traxler
„Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“
2005 schenkte Traxler, der aus Böhmen stammt, seiner Wahlheimat das ICH-Denkmal im Frankfurter Grüngürtel nahe der Gerbermühle. Es ist das vielleicht demokratischste aller Denkmäler: Unter dem Motto „Jeder Mensch ist einzigartig“ kann sich jeder – ob Mensch, Vogel oder Vierbeiner – auf dem mit „ICH“ beschrifteten Sandsteinsockel fotografieren und so zum eigenen Denkmal werden.
Als Satiriker, Maler, Zeichner, Illustrator und Autor schuf Traxler Statuen und satirische Texte ebenso sowie (Kinder)bücher. Das künstlerische Mulittalent wollte nicht sein ganzes Leben „nur“ Satiriker sein. „Etwa 30 Prozent meiner Arbeit sind nur politische Karikaturen. Das andere sind Illustrationen, Kinderbücher, ganz viele Cartoons, die bis zum Nonsens gingen“, betonte Traxler rückblickend.
Seine Zeichnungen sind leichthändig und locker; sie überzeugen durch eine klare Bildidee und überraschende Pointen. Anzusehen ist ihnen die solide malerische Ausbildung an der Städelschule Frankfurt, wo er sich in den 1950er-Jahren eingeschrieben hatte.

Beliebt auch bei Vierbeinern: Traxlers „Ich-Denkmal“ am Frankfurter Mainufer.
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Bis ins hohe Alter ausgesprochen kreativ
Vom schnellen Tagesgeschäft zurückgezogen, blieb Hans Traxler als Autor und Illustrator bis zuletzt ungemein kreativ. 2024 erschien „Wie die Malerei verschwand. Eine Kunstgeschichte“, eine satirisch-realistische Abrechnung mit dem Kunst- und Lehrbetrieb. 2025 folgten „Eine Ode an den Ammersee“, eine humorvoll pointierte Hommage an seinen Lieblingssee und „Die Bildergedichte“, mit Klassikern und vielen neuen Bilderserien des Künstlers sowie eine Neuauflage von Mark Twains „Bummel durch Europa“ mit Illustrationen Traxlers.
Nichts halbfertig hinterlassen
„Es gibt immer ein unvollendetes Buch, ich arbeite immer an irgendetwas“, verriet er dem hr in einem Interview zu seinem 90. Geburtstag. Und weil er ungern etwas halbfertig hinterlassen wolle, zwinge er sich, immer weiter und weiter zu arbeiten. „Sonst wäre ja die ganze Arbeit umsonst gewesen.“ Ein Trick, der lange funktionierte – bis zum 24. August 2026.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/karikaturist-hans-traxler-in-frankfurt-gestorben–v1,hans-traxler-tot-100.html


