Eintracht Frankfurt geht mit neuem Torwart, aber weiterhin unrundem Kader in die neue Bundesliga-Saison. Vor dem Auftakt-Spiel bei Union Berlin rudert Trainer Adi Hütter in Sachen Erwartungshaltung immer wieder zurück.
Adi Hütter und die Eintracht starten in die Saison.
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In der langen Historie von Eintracht Frankfurt gab es sicherlich schon Saisonauftakt-Pressekonferenzen, auf denen mehr Euphorie entfacht wurde als an diesem Donnerstag. Trainer-Rückkehrer Adi Hütter betonte zu Beginn der Fragerunde zwar pflichtbewusst, sich sehr auf den Auftakt und das erste Spiel bei Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr) zu freuen. Bei seinen Ausführungen wurde aber sehr deutlich, dass Hütter noch nicht zufrieden ist mit dem Zustand seines Teams.
Die Eintracht braucht noch Zeit
„Wir arbeiten erst seit fünf, sechs Wochen zusammen. Es funktioniert noch nicht alles so, wie ich mir das vorstelle“, fasste der Österreicher zusammen und setzte damit früh die thematischen Leitplanken. Die Eintracht hat sich seit der Demission von Albert Riera weiter- und im positiven Sinne zurück zu sich selbst entwickelt. Die Aufräum- und Restaurierungsarbeiten dauern aber noch an. „Ich sehe in jeder Einheit Fortschritte, wir müssen uns aber in allen Bereichen noch verbessern“, so Hütter.
Seine klare Botschaft: Die Spieler sind dabei, seine Ideen zu verinnerlichen. So ein grundlegender Wechsel des Systems und der Spielweise braucht aber Zeit. Unter Riera spielte die Eintracht in einer 4-2-3-1-Grundordnung und versuchte sich vergeblich an Ballbesitzfußball, Hütter präferiert ein 4-2-2-2 mit frühem Pressing und schnellen Umschaltmomenten. Zauberwort: Intensität. „So eine Umstellung geht nicht von heute auf morgen. Die Mannschaft ist bemüht, sie ist aber noch nicht top-top-top-vorbereitet.“ Ein Aber schwingt immer mit.
Kader noch nicht fertig
Zusätzlich zu den normalen Begleitumständen eines Trainerwechsels erschwert der Umbruch und der weiterhin unausgereifte Kader die Arbeit des Trainers. „Dieser Transfersommer war nicht einfach“, umriss Hütter die nach wie vor schwer zu durchschauende Kaderplanung von Sportvorstand Markus Krösche. Nach insgesamt elf Abgängen sind die Lücken im Kader immer noch klar erkennbar, es hapert vorne und hinten.
„Ein weiterer Innenverteidiger wäre sehr wichtig“, stellt Hütter klar. Auf seiner persönlichen Wunschliste steht zudem ein hochkarätiger Stürmer. „Wenn wir noch Kleingeld haben, würde der Trainer nicht ’nein‘ sagen, wenn wir vorne noch etwas machen.“ Eine nett verpackte, aber deutlich Forderung in Richtung Krösche. Bis zum Deadline Day am kommenden Dienstag sollten bitte noch ein paar Verstärkungen in Frankfurt aufkreuzen.

Noah Atubolu trägt bald das Eintracht-Trikot.
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Atubolu wird neue Nummer eins
Immerhin eine Baustelle, womöglich die größte, wurde am Donnerstag geschlossen. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz war die Tinte, wie Hütter mehrfach betonte, zwar noch nicht trocken. Noah Atubolu wird aber die neue Nummer eins der Eintracht und damit das monatelange Chaos im Tor – so zumindest der Plan – endlich beenden. „Er hat viele Stärken, wir sind froh, dass er da ist.“ Die Geduld mit Kaua Santos war spätestens nach seinem Patzer beim 0:7-Testspiel-Debakel in Brentford am Ende, mit Atubolu soll zwischen den Pfosten endlich Ruhe einkehren.
Sein Einsatz am Samstag bei Union ist zwar noch nicht sicher, Trainer Hütter kündigte an, das Abschlusstraining und ein Gespräch mit Torwarttrainer Jan Zimmermann abwarten zu wollen. Sollte Atubolu keine anderweitigen Termine oder seine Handschuhe in Freiburg vergessen haben, wird er an der Alten Försterei aber erstmals für die Eintracht zwischen den Pfosten stehen. Was mit Santos und Michael Zetterer passiert? Das ist aktuell nicht seriös vorherzusehen. Zumindest für Zetterer soll ein Angebot aus Leeds vorliegen.
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Burkardt fit, Trio fehlt
Während bei Union ganz hinten also voraussichtlich Atubolu Gegentore verhindern soll, wird ganz vorne höchstwahrscheinlich Jonathan Burkardt auflaufen. Der mit Abstand beste Stürmer (die Auswahl ist allerdings auch nicht sonderlich groß) im Aufgebot der Hessen hat seine Erkrankung überwunden und im Training am Donnerstag wieder voll mitgemischt. Einem Einsatz von Burkardt zum Bundesliga-Auftakt soll nichts im Wege stehen. „Ich gehe davon aus, dass er zur Verfügung steht“, so Hütter.
Anders ist das hingegen bei Hugo Larsson, Ritsu Doan und Ansgar Knauff. Der Schwede Larsson und der Japaner Doan befinden sich nach muskulären Problemen zwar wieder im Lauftraining, die intensive Partie in Berlin kommt für beide aber noch zu früh. Knauff hat sich zudem am Oberschenkel verletzt und wird etwas länger fehlen. „Ich hoffe, dass er in zwei Wochen wieder einsteigen kann“, so Hütter, dem damit zumindest langes Grübeln über die Aufstellung erspart bleibt. Das Team stellt sich quasi von selbst auf.

Trainer Adi Hütter startet mit der Eintracht in die neue Bundesliga-Saison.
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Hütter warnt vor zu hohen Erwartungen
Hütter warnte auch deshalb vor einer zu großen Erwartungserhaltung und erinnerte an das kleine Einmaleins des Fußballs. „Wir sind in der Lage, Spiele zu gewinnen. Wir brauchen aber eine Top-Leistung“, unterstrich er. „Wenn wir das nicht schaffen, könnte es unangenehm werden.“ Klar ist: Die Eintracht braucht dringend einen guten Saisonbeginn, um das Umfeld nicht noch unruhiger werden zu lassen. Man wurde am Donnerstag aber das Gefühl nicht los, dass selbst Hütter nicht wirklich überzeugt ist. Die Eintracht startet mit viel Ungewissheit.
So könnte die Eintracht spielen:

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Redaktion:
Mark Weidenfeller
Sendung:
hessenschau.de, Eintracht reist zum Bundesliga-Auftakt zu Union Berlin, 27.08.26, 15:20 Uhr
Quelle: hessenschau.de
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/bundesliga-auftakt-bei-union-eintracht-startet-mit-ungewissheit-und-atubolu-v1,eintracht-vor-union-114.html



