Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?
An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.
Ende des externen Inhalts
Bei Eintracht Frankfurt ist es oft ein wenig wie im Studium oder in der Schule. Die Abgabefristen sind hinlänglich bekannt, Zeit für entspanntes Arbeiten wäre da. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag und mit Druck arbeitet es sich ja bekanntlich am besten. Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt zudem, dass es ja sonst auch oft gereicht hat, am Deadline Day noch mal Gas zu geben. „Et hätt noch immer joot jegange“, galt lange auch irgendwie für Frankfurt.
Sportvorstand Markus Krösche hatte nach dem turbulenten 3:3 bei Union Berlin noch geheimnisvoll davon gesprochen, dass noch „ein bisschen was passieren“ werde und dabei auf seine Vorliebe für Deadline-Day-Deals angespielt. „Ihr kennt mich.“ Drei Tage später lässt sich jedoch festhalten: Bis auf die Abgänge von Niels Nkounkou, Jean-Matteo Bahoya und Hugo Larsson passierte eben gar nichts mehr. Und das, man kann es nicht anders sagen, ist in der Endabrechnung viel zu wenig.
Es sollte etwas passieren – aber es passierte nichts
Bereits am Wochenende waren die Abgänge von Michael Zetterer und Arthur Theate finalisiert worden, mit Lilian Brassier stellte sich am Montag zudem ein neuer Innenverteidiger vor. Der Eintracht gelang es zwar, auf der Transfersommer-Zielgeraden noch ein paar Besserverdiener loszuwerden – wenn auch nur per Leihe. Das Ziel, dem Kader gleichzeitig Qualität hinzuzufügen, wurde aber weit verfehlt. „Es fehlt sicher noch etwas“, hatte Coach Hütter noch am Samstagabend betont. Dies sei jedem bewusst.
Spätestens seit Dienstagabend muss nun jedem bewusst sein, dass die Eintracht mit einem lückenhaften und an vielen Stellen nur bedingt bundesligatauglichen Aufgebot in die Saison geht. Da die angedachte Rückkehr von Arnaud Kalimuendo platzte, fehlen im Angriff Schnelligkeit, Dribbelstärke und eine dringend benötigte zusätzliche Option. Die in der vergangenen Saison schon wacklige Abwehr besteht zudem weitgehend aus Rookies. Auch und vor allem Trainer Hütter hatte sich das anders vorgestellt. Der Verantwortliche dafür: Kaderplaner Krösche.
Auch bei den Abgängen klappte nicht viel
Der seltsame Beinahe-Abgang von Ritsu Doan und die beiden Last-Minute-Deals mit Larsson und Bahoya zeigen zudem, wie sehr die Eintracht auf Geld angewiesen war und ist. Dass der Japaner weiterhin im Eintracht-Trikot aufläuft, ist aus sportlicher Sicht zwar erst einmal gut. Wie groß die Motivation eines Spielers ist, der schon mit anderthalb Beinen im sportlichen Vorruhestand in Saudi-Arabien war, muss sich aber noch zeigen. Es türmen sich gleich mehrere Probleme auf.
Die Eintracht und Krösche können und werden vermutlich entschuldigend anführen, dass ihnen die Hände gebunden sind, wenn sich Spieler gegen Transfers stellen. Wahi hätte für viel Geld nach Italien, Bahoya schon vor Tagen für eine ordentliche Summe nach England wechseln können. Beides klappte nicht, genau diese Einnahmen (plus Doan) fehlten am Ende wohl für den Kalimuendo-Deal.
Wo sind die Millionen?
Die Frage, die sich trotzdem stellt: Wo ist denn das ganze Geld hin, das mit den Rekord-Verkäufen der vergangenen Jahre generiert wurde? Auch in diesem Sommer kassierte die Eintracht dank der Abgänge von Nathaniel Brown und Aurèle Amenda über 80 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben von 40 Millionen Euro. Eine beachtliche Diskrepanz.
Klar, die Gehälter sind nicht mehr auf dem Niveau früherer Tage, nicht nur Robin Koch oder Doan verdienen inzwischen fürstlich. Mit steigendem Erfolg steigen eben auch die Ansprüche. Und ja, auch Bundesliga-Clubs müssen Steuern zahlen, Gewinne ausschütten und Rücklagen bilden. Dass im Erfolg oft die größten Fehler gemacht werden, sieht man jetzt aber auch bei der Eintracht. Das Loch in der Kasse wirft Fragen auf und hat Folgen. Die Hessen waren ganz oben – und müssen jetzt erst einmal nach unten gucken.
Im Kader stimmt es hinten und vorne nicht
Nach einem langen Transfersommer stehen mit Otavio und dem weiterhin nicht fitten Noel Aseko zwei Spieler auf der Habenseite, die ihre Bundesligatauglichkeit erst noch zeigen müssen. Sechser Raphael Onyedika muss aus der kalten Hose zum Führungsspieler werden, Brassier direkt als Stamm-Innenverteidiger funktionieren.
Dass der 18 Jahre alte Malik Pimpong die erste Alternative zu den verletzungsanfälligen Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib ist, ist nahe an einem offensiven Himmelfahrtskommando. Dass die Defensive ohne Nathaniel Brown, Rasmus Kristensen, Theate und Aurele Amenda jetzt mit Brassier, Keita Kosugi und Elias Baum plötzlich sattelfester sein soll, ist frommes und sehr naives Wunschdenken. Einzig der sehr glücklich zustande gekommene Transfer von Noah Atubolu bringt die Hessen direkt weiter, immerhin die T-Frage stellt sich ab sofort nicht mehr.
Nichtsdestotrotz hat Sportvorstand Krösche den Transfersommer in den Sand gesetzt, Trainer Hütter muss das jetzt ausbaden.
Hinweis
Bitte aktivieren Sie JavaScript, um bei einem Voting abstimmen zu können.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-kaderplaner-kroesche-setzt-transferphase-in-den-sand-v1,eintracht-mieser-transfersommer-100.html


