Weil er einen Mannschaftskollegen heimlich vergiftet haben soll, hat die Polizei einen 35-Jährigen aus dem Wetteraukreis festgenommen. Das Opfer war nach einer Mannschaftsfahrt seines Fußballvereins plötzlich gestorben. Offenbar war Eifersucht das Motiv.
Das Vereinsheim des TuS Rockenberg.
Bild © Ariane Focke (hr)
„Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Juni 2025 einen 30-Jährigen durch die heimliche Verabreichung von Gift getötet zu haben“, teilten die Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Mittelhessen am Mittwoch gemeinsam mit.
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00:29 Min.|hessenschau.de (Andreas Gerlach)
Die Behörden ermittelten demnach bereits seit mehreren Monaten gegen den 35-Jährigen wegen des Verdachts des heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen. „Giftmorde sind sehr selten, deswegen handelt es sich hier um einen außergewöhnlichen Fall“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger der hessenschau.
Mann stirbt nach Ausflug mit Fußballverein
Nach Angaben der Ermittler hatte der Fußballspieler aus Rockenberg (Wetterau) Mitte Juni an einer Mannschaftsfahrt seines Vereins TuS Rockenberg nach Dresden teilgenommen. Auch der nun verhaftete Mannschaftskollege nahm an der Fahrt teil.
Zuhause verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 30-Jährigen schnell und massiv. Trotz eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen des herbeigerufenen Rettungsdienstes starb der Mann kurz darauf im Krankenhaus.
Eifersucht als mögliches Motiv
Experten des Instituts für Rechtsmedizin in Gießen stellten später fest, dass er an multiplem Organversagen in Folge einer Vergiftung starb. Konkretere Angaben zur Art des Gifts, der konkreten Tathandlung sowie den genauen Hintergründen könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden. „Hierbei handelt es um Täterwissen“, so Hauburger.
Die Polizei hatte in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben eine Vielzahl von Zeugen vernommen und konzentrierte sich bei ihren Ermittlungen auf die Beziehung zwischen dem Opfer und dem festgenommenen Verdächtigen. Nach hessenschau-Informationen könnte Eifersucht das Motiv für die Tat gewesen sein. Die Ermittler hatten von persönlicher Rache gesprochen.
Mann sitzt in Untersuchungshaft
Nach seiner Festnahme wurde der Tatverdächtige am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Der Mann äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.
Zudem seien die Wohnung des Mannes sowie dessen Arbeitsplatz durchsucht worden, hieß es. Dabei wurden mehrere Beweismittel wie Handy und Laptop sichergestellt, die derzeit ausgewertet werden.
Fassungslosigkeit im Umfeld
Auch im Umfeld der gemeinsamen Fußballmannschaft und des Vereins werde nun weiter ermittelt, um den Tathintergrund zu erhellen.
Vor Ort herrschte am Mittwoch Fassungslosigkeit, wie hessenschau-Reporterin Ariane Focke berichtete. Nach den Durchsuchungen am Vortag hätten sich viele Anwohner gefragt, was es damit auf sich habe. Nach den neuen Erkenntnissen seien viele Menschen vor Ort betroffen und sprachlos.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/giftmord-bei-fussball-mannschaftsfahrt-des-tus-rockenberg-verdaechtiger-in-u-haft-v2,giftmord-haftbefehl-100.html


