Sport

Eintracht-Kader im Check: Ach, diese Lücken, diese entsetzlichen Lücken

Eintracht-Kader im Check: Ach, diese Lücken, diese entsetzlichen Lücken
Externer Inhalt

Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Ende des externen Inhalts

Was auch immer die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt im Sommertransferfenster vorhatten, wirklich aufgegangen ist es nicht. Im Gegenteil: Trainer Adi Hütter muss mit einem Kader arbeiten, der gleich an mehreren Stellen unrund, ja richtiggehend unterbesetzt ist. Die Mannschaftsteile im Check:

Tor

Der Königstransfer gelang Sportvorstand Markus Krösche klar auf der Torhüterposition. Mit der Verpflichtung von Noah Atubolu per Leihe mit Kaufoption dürfte der andauernde Heckmeck zwischen den Pfosten beendet sein. Atubolu ist klar die Nummer eins, Kaua Santos setzt sich auf die Bank. Michael Zetterer wurde an Leeds United abgegeben. Dass der Transfer von Atubolu, den es ursprünglich in die Premier League zog und der nur auf den Markt kam, weil er schlecht beraten war, eher glücklich zustande kam – geschenkt.

Abwehr

Die Abwehrkette dürfte die Großbaustelle der Eintracht sein, in keinem anderen Mannschaftsteil haben die Hessen einen derart dramatischen Qualitätsverlust zu verkraften. Mit Nene Brown, Arthur Theate, Rasmus Kristensen und Aurele Amenda gab die Eintracht vier Nationalspieler ab, eine gesamte Viererkette auf gehobenem Bundesliganiveau.

Diese ersetzen sollen nun Keita Kosugi auf Links, Elias Baum auf rechts sowie Robin Koch, Nnamdi Collins, die Neuzugänge Lilian Brassier und Otavio und U21-Spieler Jeremiaha Maluze in der Innenverteidigung. Und das könnte spannend werden. Maluze (21) spielte gemeinsam mit Kosugi (20) in der vergangenen Saison Hessenliga, wobei Kosugi für Djurgardens immerhin schon auf 46 Erstligaeinsätze in Schweden kommt. Elias Baum (20) bestritt bislang zehn Bundesliga- und 33 Zweitligaspiele, Otavio (20) kommt auf 22 Spiele in der ersten Liga Portugals.

Erfahrung bringen also nur Koch (30), der aktuell verletzte Collins (22) und Brassier (26) mit, wobei bei Brassier natürlich offen ist, wie schnell er sich an die Bundesliga gewöhnt. Macht unterm Strich: Sieben Spieler für vier Positionen, fünf der genannten müssen zudem noch Bundesliga-Niveau nachweisen. Nimmt man Urgestein Timothy Chandler (36) aus der Rechnung, gibt es nur zwei gelernte Außenverteidiger, im Falle von Verletzung oder Sperre müssten gelernte Innenverteidiger auf den Außen aushelfen, die dann innen fehlen. Eine Zusammenstellung, die mindestens riskant ist.

Mittelfeld

Das Mittelfeld scheint von allen Mannschaftsteilen am ausgewogensten zusammengestellt. Die Neuzugänge Raphael Onyedika und Noel Aseko schließen die jahrelange Vakanz auf der Sechs, im zentralen und offensiven Mittelfeld gibt es mit Can Uzun, Ritsu Doan, Fares Chaibi und Oldie Mario Götze genügend Qualität, auch nach den Abgängen von Hugo Larsson oder Ellyes Skhiri.

Hinzu kommen Talente wie Ayoube Amaimouni, Oscar Höjlund oder Love Arrhov, die den nächsten Schritt gehen könnten. Sonderlich viele klare Außenbahnspieler findet man im Kader nicht mehr, mit Jean-Matteo Bahoya wurde der einzige klare Linksaußen des Kaders noch verkauft. Außenbahnspieler, die an der Linie kleben, sind in Hütters System allerdings auch nicht unbedingt vorgesehen.

Sturm

Dass die Verpflichtung von Arnaud Kalimuendo am Deadline Day scheiterte, könnte für die Eintracht noch teuer werden. Mit Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib stehen Hütter nur zwei gestandene Stürmer zur Verfügung, aber auch das nur unter Vorbehalt. Burkardt ist außergewöhnlich verletzungsanfällig, gut möglich, dass er auch in diesem Jahr immer wieder pausieren muss.

Und Ebnoutalib? Bringt alles mit, ein überdurchschnittlicher Bundesligastürmer zu sein. Man darf aber nicht vergessen: Der 22-Jährige ist erst seit Januar dieses Jahres in der obersten deutschen Spielklasse, kickte 2025 in der zweiten Liga und 2024 gar noch in der Regionalliga. Zwar traf er zum Saisonauftakt in Berlin dreifach. Aber er bleibt ein junger Stürmer, der in der Liga relativ neu ist. Mit allen zu erwartenden Schwankungen.

Ähnlich wie in der Abwehr ist die Planung also auch im Sturm: abenteuerlich. Stürmer Nummer drei ist nämlich Malik Pimpong, der aus der A-Jugend des FC Midtjylland kam und eigentlich behutsam aufgebaut werden sollte. Ansonsten steht die Eintracht blank da, wenn sich Burkardt oder Ebnoutalib oder gar beide verletzten oder gesperrt fehlen, hängt also Wohl und Wehe eines Bundesligaklubs an einem 18-Jährigen, der für die U21 eingeplant war. Oder Can Uzun muss vorne aushelfen, fehlt dann aber im Mittelfeld. Warum die Hessen nicht frühzeitig einen soliden Stürmer Nummer drei verpflichteten oder gar einen der drei Stürmer – insbesondere den sehr günstigen Noel Futkeu – behielten, die sie während der Transferphase abgaben, ist ein Mysterium.

Und so kann einem vor allem Hütter leidtun. Gut möglich, dass der Österreicher sein Spielsystem anpasst. In der Defensive könnte er auf eine Dreierkette setzen, im Sturm auf eine einzige Spitze, um von der Bank mehr Optionen zu haben. Vielleicht holen die Hessen aber auch noch einen vertragslosen Spieler. Gerüchte gab es am Deadline Day um: Joselu.

Weitere Informationen

Eintracht-News direkt aufs Handy!

Bild Content-Box Eintracht

Bild © hessenschau.de


Spielertransfer oder Trainer-Aus: Mit der hessenschau-App verpassen Sie keine News zu Eintracht Frankfurt. Jetzt herunterladen:

Ende der weiteren Informationen

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-kader-im-check-ach-diese-luecken-diese-entsetzlichen-luecken-v1,eintracht-kader-check-106.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert