Die Nationalsozialisten brannten sie nieder, plünderten und bauten einen Bunker auf den Grundmauern: Durch ein „Fernrohr in die Vergangenheit“ wird nun die ehemals größte Frankfurter Synagoge wieder sichtbar – zumindest virtuell.
Das Fernrohr macht die Synagoge in der Friedberger Anlage wieder sichtbar
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00:38 Min.|Stefan Pommerenke
Bei den Pogromen im November 1938 brannten die Nationalsozialisten die Synagoge im Osten von Frankfurt nieder und plünderten sie aus. Über mehrere Tage verteilt legten die NS-Schergen Feuer, bis der Bau komplett zerstört war – die Frankfurter Feuerwehr griff damals nicht ein.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (links), die Initiatoren Marc Grünbaum (Jüdische Gemeinde Frankfurt) und Renata Berlin enthüllen das Fernrohr.
Bild © Stefan Pommerenke (hr)
Die einst größte Synagoge Frankfurts wurde nie wieder aufgebaut – wer sie anschauen will, kann jetzt aber das „Fernrohr in die Vergangenheit“ nutzen. Dabei wird das Gebäude mit der Technik von Virtual Reality wieder sichtbar.
Virtuelle Reise in die Frankfurter Vergangenheit
Wer auf den Hochbunker schaut, der von den Nazis in den 40er Jahren gebaut wurde und bis heute an der Stelle der Synagoge steht, kann durch das Fernrohr in der Friedberger Anlage nun die Fassade der einst prächtigen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft erkennen. Die Innenräume der Synagoge können sich Besucher im Hochbunker mit Virtual-Reality-Brillen anschauen. Beide Angebote sind kostenlos.

Blick ins Innere der Synagoge
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Die Rekonstruktion ist Ergebnis eines Projekts der TU Darmstadt, das insgesamt acht Synagogen virtuell wieder sichtbar machen will. Die Initiative zum „Fernrohr in die Vergangenheit“ wurde auch vom Verein Initiative 9. November vorangetrieben, der sich für ein Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus einsetzt.
Hartwig: „Erinnerungsarbeit im besten Sinne“
Der Geschäftsführer der Initiative, Max Apel, sagt, dass die Computer-Modelle der Synagoge immer besser würden: Der Innenraum sei jetzt etwa bunt, ebenso wie die Fenster. Er selbst sei beim Nutzen der VR-Brillen von der Größe beeindruckt gewesen.
„Für viele ist es ein hässlicher Betonklotz“, sagt Apel über den Hochbunker. Das Fernglas stehe nun in einer Parkanlage und so könnten mehr Menschen sehen, dass hier einst eine große Synagoge stand.
Die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig sagt, es sei „enorm interessant und wichtig, das Zerstörte zu visualisieren“. Das Projekt des Fernrohrs sei „Erinnerungsarbeit im besten Sinne“ – und eine „lebendige, aufgeschlossene Erinnerungsarbeit“ sei ein starkes „Mittel der Verteidigung unserer demokratischen Grundordnung“.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/virtual-reality-tu-darmstadt-macht-zerstoerte-synagoge-in-frankfurt-wieder-sichtbar-v1,synagoge-106.html


