Es schlummerte verborgen in einer Bücherspende für das Sozialkaufhaus in Flörsheim: Der wertvolle Druck eines Rechtsbuchs aus dem Jahr 1594, geschrieben auf Latein. Nun wurde das Buch an die Staatsbibliothek zu Berlin übergeben.
Bild © Regionale Diakonie Main- und Hochtaunus, Collage: hessenschau.de
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00:42 Min.|Gaby Beck
Nach einem überraschenden Fund in Flörsheim (Main-Taunus) ist ein historischer Druck aus dem Jahr 1594 nach mehr als 80 Jahren zurück in die Staatsbibliothek zu Berlin gebracht worden. Florian Barthel vom Sozialkaufhaus „Tisch und Teller“ in Flörsheim habe den Band „Pauli Sententiae“ zwischen anderen Büchern einer Spende entdeckt, sagte Betriebsleiterin Heike Rosa am Donnerstag. „Das Buch ist so gut erhalten, wir konnten erst gar nicht glauben, dass es wirklich von 1594 sein soll“.
Das Kaufhaus der Regionalen Diakonie Main- und Hochtaunus bekomme häufig historische Bücher geschenkt. „Wir fragen in solchen Situationen Historiker, das hat mein Kollege dann auch gemacht.“ In einem Auktionshaus habe Bartel den Tipp bekommen, bei der Königlichen Bibliothek zu Erfurt anzurufen.
Königliche Bibliothek zu Berlin kaufte das Buch
Andrea Langner von der Sondersammlung der Universitätsbibliothek (UB) Erfurt und Michaela Scheibe von der Staatsbibliothek zu Berlin konnten den Weg des Buches schließlich nachvollziehen: Das Werk weist einen alten Stempel der „Königlichen Bibliothek zu Erfurt“ sowie das Exlibris (Eigentumsnachweis) von Philipp Wilhelm von Boineburg auf. Es war ursprünglich Teil einer 850 Bände umfassenden Bibliothek von Robert Königsmann, einem Straßburger Professor für Rhetorik.

Der Stempel der Königlichen Biliothek Erfurt führte auf die richtige Spur
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Johann Christian von Boineburg kaufte die Sammlung nach Königsmanns Tod auf und vererbte sie selbst an seinen Sohn Philipp Wilhelm, der Kurmainzer Statthalter Erfurts war. Die Erfurter Universität erhielt die Sammlung Boineburgs als Schenkung und verkaufte sie im Jahr 1908 mit weiteren Beständen an die damalige Königliche Bibliothek zu Berlin, die heute Staatsbibliothek zu Berlin heißt.
Im Zweiten Weltkrieg nach Hessen ausgelagert
Nach Angaben der Bibliothekarinnen wurde der Band mit großer Wahrscheinlichkeit im Zweiten Weltkrieg aus Berlin nach Hessen in das Kalibergwerk Hattorf ausgelagert und kam im Zuge dieser Aktion abhanden. Seit 1945 galt das Buch deshalb offiziell als Kriegsverlust. Das Bergwerk diente damals als unterirdischer Schutzraum für Kulturgüter.
Nun konnte das Buch innerhalb von zwei Wochen wieder an seinem rechtmäßigen Platz in Berlin gegeben werden. „Das Buch ist bereits sicher in Berlin angekommen“, sagt die Betriebsleiterin. „Darüber freuen wir uns sehr.“
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/rueckgabe-an-staatsbibliothek-in-berlin-wertvolles-buch-von-1594-in-sozialkaufhaus-aufgetaucht-v1,pauli-sententiae-100.html


