Von mehr als 200 gesichteten Romanen sind noch sechs übrig: Die Jury des Deutschen Buchpreises hat die Shortlist veröffentlicht. Sie zeigt, welche Titel noch im Rennen um den besten Roman des Jahres sind. Auch ein Debüt hat es in die Auswahl geschafft.
Diese sechs Bücher stehen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2026
Bild © Lena Everding
Fünf Autorinnen und ein Autor dürfen weiter auf den Deutschen Buchpreis 2026 hoffen. Ihre Romane standen nicht nur auf der 20 Bücher langen Longlist, sie haben es auf die am Dienstag veröffentlichte Shortlist für den renommierten Buchpreis geschafft.
Mit „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ von Valeria Gordeev steht ein Debüt auf der Liste. Der Roman erzählt von einer Familie im Spannungsfeld zwischen Berlin, Moskau und Kyjiw, in Zeiten des russischen Krieges gegen die Ukraine.
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01:05 Min.|hessenschau.de (Jan Tussing)
Das sind die Titel auf der Buchpreis-Shortlist 2026:
- Shida Bazyar: Die Lücken (Verlag Kiepenheuer & Witsch, September 2026) (zur Buchkritik)
- Franziska Gänsler: Orca (Kein & Aber, August 2026) (zur Buchkritik)
- Elias Hirschl: Schleifen (Paul Zsolnay Verlag, Januar 2026) (zur Buchkritik)
- Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle (S. Fischer Verlag, August 2026) (zur Buchkritik)
- Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens (Verlag Galiani Berlin, Februar 2026) (zur Buchkritik)
- Dana Vowinckel: Anton und Alma (Suhrkamp Verlag, September 2026) (zur Buchkritik)
„Was kommt? Was bleibt? So unsicher die Gegenwart auch sein mag, erweist sie sich doch als Nährboden für eine großartige Literatur. Die sechs Romane der Shortlist zeugen davon“, sagt Jurysprecherin Cornelia Geißler von der Berliner Zeitung über die Auswahl. „Wir lesen auf vielfach unerwartete Weise von Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und Gewalt. Wir sind begeistert davon, welch ästhetischer Reichtum in diesen Büchern steckt, welche Sprachlust.“
Was ist besonders? Gibt es einen Favoriten?
„Schleifen“ von Elias Hirschl ist ein sehr philosophisches Buch, das eine junge Linguistin und einen Mathematiker auf ihrer Suche nach einer perfekten, mathematisch exakten Sprache begleitet. Sehr anspruchsvoll – mitunter schon als „unlesbar“ bezeichnet, aber das „aus einer großen Faszination heraus“, sagt hr-Literaturexperte Alf Mentzer. „Manchmal gibt es ja Buchpreisjahrgänge, die genau darauf setzen, besonders herausfordernde Romane auszuzeichnen. Vielleicht liegt darin die Chance für diesen Roman.“
Shida Bazyars „Die Lücken“ könne als Favorit gelten. Das groß angelegte, vielschichtige Dorfporträt macht im Kleinen die großen Verwerfungen der deutschen Geschichte sichtbar – und das aus Perspektiven, die man so noch nicht gelesen hat. „Den Roman könnte ich mir gut als Buchpreisträger vorstellen“, sagt Mentzer.
Vergangenheit und Gegenwart
Auf der Longlist befanden sich viele Romane, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Von diesen sind auf der Shortlist „Die Lücken“ und von Peggy Mädler „Selbstregulierung des Herzens“ übrig geblieben. Mädler beschäftigt sich mit dem Leben in der DDR und im frisch wiedervereinigten Deutschland.
Ganz in der Gegenwart ist die Geschichte von Franziska Gänsler angelegt. „Orca“ thematisiert Freundschaft, Aktivismus und Radikalisierung von zwei Freundinnen vor dem Hintergrund von Klima- und anderen Krisen.
Dana Vowinckels „Anton und Alma“ setzt ein Studenten- und Liebespaar ins Zentrum der Geschichte: er aus einer jüdischen Akademikerfamilie, sie aus prekärem, christlichem Milieu. Ein Roman über kulturelle und soziale Spannungen, die sich durch den 7. Oktober 2023 und den Terrorangriff der Hamas noch einmal radikal verschärfen.
Am 5. Oktober steht der Buchpreis-Gewinner fest
In knapp vier Wochen wird das Geheimnis um den diesjährigen Gewinner oder die diesjährige Gewinnerin des Deutschen Buchpreises gelüftet: Die Preisverleihung findet traditionell am Montagabend vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse statt – in diesem Jahr ist es der 5. Oktober. Auch die sechs Finalisten erfahren erst bei der Veranstaltung im Kaisersaal im Frankfurter Römer, ob sie den Preis gewinnen oder nicht.
Auf der Webseite des Deutschen Buchpreises können Sie die Verleihung von zu Hause verfolgen. Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2.500 Euro. 2025 erhielt Dorothee Elmiger die begehrte Auszeichnung für ihren Roman „Die Holländerinnen“.
Jury aus Literaturexperten entscheidet
Eine jährlich wechselnde Jury aus sieben Literaturexperten und -expertinnen bestimmt dabei, welches Buch zum besten deutschsprachigen Roman des Jahres gekürt wird. Die Akademie Deutscher Buchpreis hatte die Expertinnen und Experten ausgewählt.

Sie entscheiden, wer den Deutschen Buchpreis 2026 erhält: V. l. n. r.: Adam Soboczynski, Stefanie Kreuzer, Theresa Donner, Emily Grunert, Cornelia Geißler, Maha El Hissy, Jan Ehlert.
Bild © Anne-Mette-Noack
Welcher Titel Roman des Jahres wird, entscheidet die Jury am 5. Oktober. Die Akademie Deutscher Buchpreis hat folgende Literaturexpertinnen und -experten berufen: Theresa Donner (Buchhandlung heiter bis wolkig, Halle an der Saale), Jan Ehlert (NDR), (freie Kritikerin)“}]}“>Maha El Hissy (freie Kritikerin), Cornelia Geißler (Berliner Zeitung), Emily Grunert (Literaturbüro NRW), Stefanie Kreuzer (Universität Kassel), Adam Soboczynski (DIE ZEIT).
Die Auszeichnung wird zum 22. Mal von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/buchmesse/buchpreis-shortlist-2026-diese-sechs-romane-sind-noch-im-rennen-v3,2026-deutscher-buchpreis-shortlist-100.html




