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Königsplatz in Kassel: Weshalb das marode Gewölbe verfüllt werden muss

Königsplatz in Kassel: Weshalb das marode Gewölbe verfüllt werden muss

Der Königsplatz in Kassel steht auf wackligen Füßen – das hat eine routinemäßige Überprüfung ergeben. Gänge und Hohlräume müssen verfüllt werden. Bis dahin dürfen hier schwere Lkw nicht stehen – beispielsweise für den Aufbau vom Weihnachtsmarkt.



Eine schwere Klappe sichert den Eingang in die Katakomben.
Bild © Stefanie Küster (hr)


Feuchte Stellen auf dem Boden, der Putz bröckelt, eine Metallkonstruktion stützt eine Decke: Unter dem Königsplatz in Kassel hat Grundwasser alte Gewölbe und Kellerräume beschädigt.

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|Stefanie Küster

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Damit der Platz nicht absackt oder noch mehr Risse entstehen, will die Stadt das Ganze Anfang 2027 mit einem speziellen Mörtel komplett verfüllen.

Stadt geht „auf Nummer sicher“

Bis dahin drohe keine akute Gefahr, bekräftigt Bauamtsleiter Georg Förster. Jedenfalls nicht für Straßenbahnen oder Fußgänger. Damit deutlich ist, wo die maroden Stellen im Untergrund lauern, hat die Stadt die Flächen oberirdisch gelb markiert.

Ein Mann steht in einem Gang unter der Erde. Links feuchte Stellen und Türöffnungen.


Bauamtsleiter Georg Förster: gehen „auf Nummer sicher“.
Bild © Stefanie Küster (hr)


Hier dürfen schwere Lkw über 3,5 Tonnen zunächst weder stehen noch fahren – auch nicht zum Be- oder Entladen. „Wir gehen hier einfach auf Nummer sicher“, sagt Förster.

Auswirkungen auf Weihnachtsmarkt-Logistik

Bisher hat die Einschränkung noch nicht zu Problemen geführt. Doch rund um den Weihnachtsmarkt erwartet Förster Änderungen bei der Logistik. Denn beim Auf- und Abbau fahren hier schwere Lkw drüber.

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Kasseler Katakomben einsturzgefährdet

Übersicht mit KI        Der Königsplatz in Kassel wurde im September 2026 für Lkw gesperrt, da marode unterirdische Gänge unter dem Platz beschädigt und stark belastet sind

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Die müssen in diesem Jahr am Rand bleiben. Außerdem steht traditionell eine große Almhütte auf dem unteren Platzteil. Damit sie dort wieder stehen kann, lässt die Stadt die Statik prüfen.

Rissbildung und „nervöse Ingenieure“

Den Zustand der Katakomben haben die Ingenieure der Stadt bei ihren routinemäßigen Kontrollen schon länger im Blick. Doch vor dem Sommer habe man einen „dringlichen Handlungsbedarf“ festgestellt, so Förster.

Das Gewölbe mit Baustützen zu sichern, sei nicht möglich, so der Bauamtsleiter. Die Kraft werde nach außen abgetragen. Wenn da Rissbildung entstehe, „werden Ingenieure nervös“.

Unterirdische Gänge werden verfüllt

Mit der Verfüllung soll die Tragfähigkeit des Platzes wieder voll hergestellt werden. Das Besondere an dem Material, mit dem die unterirdischen Gänge dann verfüllt werden: Es härtet laut Förster nicht komplett aus.

Somit ließe sich das Ganze wieder rückgängig machen: „Wenn man irgendwann mal zu dem Ergebnis käme, ihn wieder ausbauen zu wollen, dann ist das leicht möglich.“

Ein Gang unter der Erde. Feuchte Stellen, Leitungen, Türen.


Feuchte Wände, alte Leitungen: Blick in einen Raum unter dem Königsplatz.
Bild © Stefanie Küster (hr)


Insgesamt 32 Meter lang, vier Meter breit und 2,50 Meter hoch sind die alten Gänge. Sie werden jetzt dichtgemacht. Vorher müssen allerdings noch Leitungen und Schaltkästen ausgebaut werden, beispielsweise von den Städtischen Werken und der Telekom.

Grundwasser-Problem in der gesamten Innenstadt

Dass das Problem besteht, hat auch mit der Entstehung der Kasseler Innenstadt zu tun. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt zu rund 80 Prozent zerstört. Die Menschen haben die Stadt mit allen verfügbaren Materialien wieder aufgebaut.

„Das würde man nach all den Jahrzehnten sicherlich nicht mehr so bauen“, erklärt Förster. Gerade das Thema Grundwasser habe man nur bedingt berücksichtigt, so Förster, wohl „weil es schnell gehen musste“.

Ein Gang unter der Erde. Feuchte Stellen, Leitungen, Türen.


Unter dem Königsplatz waren einst Toiletten.
Bild © Stefanie Küster (hr)


Das macht heute in der gesamten Innenstadt Probleme. Sämtliche Tiefgaragen hätten deshalb Grundwasserpumpen, die rund um die Uhr liefen, berichtet Förster. „Wenn die ausfallen, laufen nach und nach die unteren Etagen voll.“

Passanten zwischen „tiefenentspannt“ und „irgendwie unheimlich“

Viele Passanten auf dem Königsplatz wissen schon, warum die gelben Markierungen aufgebracht wurden. Sorgen, hier einzukrachen, macht sich keiner. „So viel Vertrauen habe ich in Behörden, dass es regelmäßig kontrolliert wird“, sagt Franz Jörg. Und Joachim Pfannschmidt ist tiefenentspannt, auch, „weil es so tief gar nicht runtergeht“.

Peter aus München glaubt, dass manche Menschen es trotzdem gruselig finden. Seine Begründung: „Wenn der Mensch weiß, da ist irgendwas, was ich nicht sehen kann oder was ich nicht unter Kontrolle habe, dann ist das irgendwie unheimlich.“

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/koenigsplatz-in-kassel-weshalb-das-marode-gewoelbe-verfuellt-werden-muss-v1,koenigsplatz-kassel-grundwasser-100.html

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