Kein Schloss, kein Schlüssel, dafür eine App: In Frankenberg können Radfahrer neue Fahrradboxen kostenlos testen. Der Hersteller verspricht mehr Sicherheit – auch für E-Bikes. Erste Reaktionen zeigen jedoch auch Skepsis.
Fahrradabstellboxen in Frankenberg (Eder): Bewegungsmelder sichern das Innere der Box.
Bild © Elkamet/Lennart Kleemann
App runterladen, Vorderrad reinschieben, QR-Code scannen und „Lock“ drücken: Dann ist das Fahrrad abgeschlossen. Auch hochwertige E-Bikes stehen hier sicher, verspricht der Hersteller Elkamet. Ein Schloss müsse damit niemand mehr rumschleppen.
Die neue Abstellanlage steht am Klostervorplatz in Frankenberg (Eder), wo Radfahrer sie bis Oktober testen können. Das ganze System ist in diesem Zeitraum kostenlos.
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00:40 Min.||Silvia Ritter
Akzeptanz der Boxen noch offen
Ob die Boxen von den Radfahrern angenommen werden, ist noch nicht klar. Erfahrungswerte gebe es noch keine, erklärte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag, denn dafür laufe der Test noch nicht lang genug. Auch vom Hersteller habe man noch keine Zahlen zur tatsächlichen Nutzung erhalten.
Vereinzelte Rückmeldungen von Menschen aus der Stadt zeigten aber, dass viele nicht genau wüssten, wie die Nutzung genau funktioniere. Radfahrer, die das System nutzen wollen, müssen sich die kostenlose Stowy-App herunterladen.
Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet?
Noch hat sich die Stadt nicht entschieden, ob die Boxen weiträumig aufgestellt werden. Wenn der Test endet, kommen auf die Stadt immerhin erstmal keine Kosten zu, heißt es aus dem Rathaus.
„Wenn die Stadt sich für das System entscheidet, hat jede Box natürlich einen Preis“, erklärt der Sprecher. Der liegt laut Hersteller bei 1.607 Euro. Denkbar seien Standorte am Bahnhof, aber auch im Eder-Uferpark und in der Altstadt.
Von der Autoindustrie zur Fahrradsicherheit
Hersteller des Systems ist die Firma Elkamet aus Biedenkopf (Marburg-Biedenkopf). In dem Unternehmen werden Kunststoffprodukte vor allem für die Autoindustrie entwickelt – jetzt auch für Fahrräder.
Dass die Boxen mit ihren eingebauten Bürsten als Schutz für empfindliche Fahrräder noch vorsichtig beäugt werden, wundert Kleemann nicht. Das sei ein Stück weit der deutschen Skepsis vor neuen Dingen geschuldet, glaubt er.
Alarm statt Angriff aufs Vorderrad
Dabei biete die Abstellanlage im Vergleich zu anderen Fahrradboxen Vorteile. Das Rad wird nicht komplett reingeschoben und passt damit für alle Rahmengrößen und -sorten. Auch Kinderfahrräder können hier abgestellt werden.
Das Voderrad wird im Inneren der Box mit einem Bügel gesichert. Dieser verläuft direkt über die Felge. Somit sei Diebstahl praktisch ausgeschlossen. Zumal der Innenbereich über Bewegungsmelder gesichert ist und ein schriller Alarmton erklingen soll, wenn sich jemand in der Box zu schaffen macht.
Ziel: Radverkehr in Frankenberg weiter stärken
Die schwarzen Boxen könnten aus Sicht der Stadt eine von vielen Maßnahmen sein, um den Radverkehr in Frankenberg weiter zu stärken. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren viel in die Fahrradinfrastruktur investiert – etwa in die neuen Radbrücken über die Eder.
Ziel ist es, dass Frankenbergerinnen und Frankenberger aus allen zwölf Stadtteilen sicher und bequem in die Kernstadt radeln können. 2024 wurde die Stadt für ihre Initiative mit dem Deutschen Fahrradpreis ausgezeichnet.

Die Radbrücken über die Eder sollen mehr Menschen aufs Rad locken.
Bild © Silvia Ritter (hr)
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/frankenberg-eder-bietet-fahrradboxen-ohne-schloss-an-so-funktionierts-v1,fahrradboxen-frankenberg-100.html


