Die Eintracht hat ihre Mittelfeldzentrale neu aufgestellt, in Mainz überzeugt vor allem Noel Aseko. Der Debütant könnte mit Raphael Onyedika künftig ein ungleiches und gerade deshalb funktionierendes Duo bilden. Oder Trainer Adi Hütter zieht seinen Joker.
Noel Aseko (rechts) entwischt dem Mainzer Kapitän Nadiem Amiri.
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Mehr als eineinhalb Jahre blieb Mario Götze in der Bundesliga ohne Scorerpunkt, letztmals steuerte der Weltmeister von einst im Januar 2025 eine Torvorlage bei einem 4:1 in Freiburg bei. Nochmal: Mario Götze, Weltmeister, eineinhalb Jahre kein Scorerpunkt. Kaum vorstellbar und doch wahr. Bis Samstag. Denn in Mainz, beim Frankfurter 3:1-Statement-Sieg, benötigte der 34-Jährige keine Minute, um nach seiner Einwechslung entscheidenden Anteil an der das Spiel entscheidenden Szene zu haben. Auf der rechten Seite entwischte Götze seinem Gegenspieler, zog nach innen und passte auf Can Uzun. Das dritte Eintracht-Tor des Nachmittags.
„Es ist immer gut, einen Götze auf dem Platz oder der Bank zu haben“, sagte Sportvorstand Markus Krösche mit einem Lächeln und hätte wohl noch anfügen können: auch in der Kabine, der Mixed Zone, bei PR-Terminen, fast überall. Nun soll Götzes Leistung an dieser Stelle nicht überhöht werden, in der letzten halben Stunde des Gastspiels bei den ungeliebten Nullfünfern war es aber auch seiner Ruhe im Spielaufbau zu verdanken, dass nicht noch einmal Unruhe aufkam.
Götze trat auf den Ball, wenn es nötig war, verteilte gelassen die Kugel. Nicht umsonst wird er von Adi Hütter mit deutlich mehr Spielzeit als unter dessen Trainer-Vorgängern bedacht. Die gegenseitige Wertschätzung ist riesig.
Aseko zeigt sein Potenzial
Götze spielt unter Hütter nicht mehr die Rolle als Zehner, sondern etwas weiter zurückgezogen als Achter. In jener Position also, die bis zur Einwechslung des Altmeisters nach einer Stunde erstmals Noel Aseko besetzte. Das Eintracht- und Bundesligadebüt des Zwölf-Millionen-Einkaufs darf als gelungen bezeichnet werden. Aseko brachte 86 Prozent seiner Pässe an den eigenen Mann, gewann 62 Prozent seiner Zweikämpfe und war vor allem darum bemüht, immer wieder Tempo ins Eintracht-Spiel zu bekommen.
Da wirkte einer nicht nervös, schon gar nicht gehemmt, sondern frei und voller Lust auf die deutsche Beletage. Klar, hier und da geriet ein Pass des 20-Jährigen zu risikoreich, alles in allem tat dessen Mentalität dem Frankfurter Spiel sehr gut. Da hatten andere Profis – erinnert sei an Leute wie Ellyes Skhiri, Hugo Larsson oder Mo Dahoud – vergangene Runde doch deutlich verkopfter und phlegmatischer agiert. Wie übrigens auch Götze, doch das nur am Rande. Aseko habe, so Coach Hütter, auf jeden Fall „sein Potenzial mehr als gezeigt“, wenngleich das Mittelfeldtalent körperlich in keiner optimalen Verfassung ist.

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Onyedika ist der Ruhepol
Dass dem wie ein Duracell-Hase über den Rasen eilenden Aseko nach einer Stunde die Körner ausgegangen waren, lag in einer ruckeligen, ja miesen Vorbereitung begründet. Die hatte der Neuzugang schlicht kaum absolvieren können. Während Aseko gefühlt also unter Dauerstrom agierte, wirkte sein Nebenmann Raphael Onyedika als Ruhepol, entschleunigte das Eintracht-Spiel offenbar bewusst an einigen Stellen.
Hier ein Querpass, dort ein Zweikampf, zwischendrin ein unnötiges Foulspiel, das zum Elfmeter für Mainz führte. Nichtsdestotrotz ist der zweite Mann im Mittelfeldherz, der von Club Brügge kam, unangefochten in der Frankfurter Elf. Onyedika agiert bisher recht unauffällig, auch mitunter noch mit dem einen oder anderen Fehler zu viel. Das Duo Onyedika/Aseko aber könnte sich künftig mit seinen unterschiedlichen Fußball-Vorzügen gut ergänzen und harmonieren. Und für andere Momente wäre da ja noch Mario Götze, Weltmeister und neuerdings wieder Vorlagengeber.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-zentrale-steht-wieder-unter-strom-noel-aseko-ueberzeugt-beim-debuet-v1,eintracht-aseko-onyedika-100.html




