Marco Richter ist beim SV Darmstadt 98 zurück und sofort auf dem Platz gefragt. Beim Sieg gegen Arminia Bielefeld nicht unbedingt wegen der spielerischen Leistung – eher wegen seiner Art. Eine „Zockerei“ war es dennoch.
Marco Richter ist zurück im Lilien-Trikot.
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Eine Stunde, bevor bei der Partie des SV Darmstadt 98 gegen Arminia Bielefeld der Anpfiff erfolgte, wurde die kleine Überraschung gelüftet. Marco Richter, gerade einmal einen Tag zurück bei den Lilien, stand tatsächlich direkt in der Startelf der Südhessen. Keine lange Anlaufzeit, kein Herantasten: Der Rückkehrer war gleich voll mittendrin. Und half 57 Minuten lang mit, dass den Darmstädtern beim 2:1 gegen die Ostwestfalen endlich der lang ersehnte erste Saisonsieg gelang.
„Ich bin schon ehrlich: Es war ganz schöne Zockerei, ihn nach einem halben Abschlusstraining in die Startelf zu stellen“, gab Coach Florian Kohfeldt nach der Partie unumwunden zu. Ein Schachzug, der auch hätte schiefgehen können. Richter hat zwar auch in der vergangenen Saison schon in Darmstadt gespielt, von seinen zehn Mitspielern in der Startelf am Freitag kannte der 28-Jährige aber gerade einmal drei. Der Umbruch bei den Lilien war in diesem Sommer schließlich riesig.
Richter gefragt – als „Typ und Charakter“
Diese „Zockerei“ hatte aber auch einen guten Grund. Es ging gar nicht darum, ob oder wie Richter schon mit seinen Nebenleuten auf dem Platz harmonieren würde. Nach vier Spielen in Folge ohne Sieg brauchten leicht verunsicherte Lilien schlicht und ergreifend einen Anker im Team, einen Mann für das „Wir schaffen das“, einen Ruhepol. Einen Mann wie Richter.
Oder wie es Trainer Kohfeldt ausdrückte: „Er stand in der Startelf, weil er der Charakter ist, der er ist. Er hat vom ersten Moment an allen anderen das Gefühl gegeben: ‚Leute, beruhigt euch, das bekommen wir hin.‘ Das ist ganz wichtig.“ Und es gelang. Zum ersten Mal in dieser Zweitliga-Saison und zum ersten Mal in der Liga seit einem halben Jahr sicherten sich die 98er ein Sieg. „Als Typ und Charakter hat er sofort das gebracht, was wir uns von ihm erhoffen“, so Kohfeldt.
Vertrag in Mainz aufgelöst
Dass Richter spielerisch noch Luft nach oben hat – keine Frage. Der Rückkehrer schmiss sich in viele Zweikämpfe, pushte seine Nebenleute, fußballerisch auffälliger waren an diesem Freitagabend am „Bölle“ aber andere, wie beispielsweise der emsige Noah Weißhaupt, der auch das 1:0 durch Hojae Lee vorbereitete.
Was freilich auch daran lag, dass Richter nach der Zeit im Sommer in Mainz, wohin er nach seiner einjährigen Leihe nach Darmstadt zurückgekehrt war, schlicht und ergreifend die Spielpraxis fehlt. Der FSV und der 28-Jährige hatten nach dem Ende des Transferfensters den Vertrag aufgelöst, nur so war überhaupt ein Wechsel nach Darmstadt möglich. „Marco hat zwar in Mainz durchtrainiert, aber nichts ersetzt Spiele“, berichtete auch Kohfeldt. Die soll der Rückkehrer in Darmstadt nun erhalten.
„Das wird schon werden“
Gegen Bielefeld reichte es immerhin für eine knappe Stunde, wobei Kohfeldt mit einem Schmunzeln anmerkte: „Nach 35 Minuten habe ich ihn sorgenvoll angesehen, wenn ich ehrlich bin. Aber das wird schon werden.“ Zeit, Richter richtig ins Team zu integrieren, haben die Lilien ab sofort reichlich. Gegen Bielefeld hatte der Offensiv-Allrounder sowieso eine andere Aufgabe.
Der Mann für das „Wir schaffen das“ ist zurück in Darmstadt. Und nach dem Sieg gegen die Arminia die Hoffnung ebenso. Dass beides ein klein wenig Hand in Hand geht, ist schwerlich zu bestreiten.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/darmstadt-98/richter-bei-darmstadt-98-der-mann-fuer-das-wir-schaffen-das-ist-zurueck-v1,lilien-richter-wieder-da-100.html






