Kultur

„Die Abenteuer der Kuh Mücke“: Wie eine entlaufene Kuh zur Kinderbuchheldin wurde

„Die Abenteuer der Kuh Mücke“: Wie eine entlaufene Kuh zur Kinderbuchheldin wurde

Sie entkam dem Schlachter und fand Unterschlupf bei Schafen: Die Geschichte der Kuh „Mücke“ bewegte vergangenen Herbst viele Menschen. Jetzt haben ein Zehnjähriger und ein Pensionär aus Südhessen sie zu einem Bilderbuch gemacht. Davon soll auch der Tierschutz profitieren.

Bild © picture alliance/dpa | Thomas Schippl, Friedrich Löffler, Collage: hessenschau.de


Ihre Geschichte sorgte bundesweit für Schlagzeilen, jetzt ist die Kuh Mücke, die dem Schlachter entkam und Zuflucht bei einer Schafherde fand, auch ein Kinderbuchstar – dank Hans-Joachim Sinner, einem Pensionär aus Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg).

„Alle haben erstmal nur gelacht“

Als der heute 68-Jährige von dem ungewöhnlichen Abenteuer hört, packt es ihn. „Mich hat das so berührt, dass ich im Bekanntenkreis gesagt habe: ‚Wisst ihr was, ich schreibe ein Buch'“, erzählt er – und dass erst mal alle nur gelacht hätten.

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|Uwe Gerritz

Bild © hessenschau.de|
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Sinner hatte so etwas vorher noch nie gemacht, aber: „Mir wurde früher gesagt, ich könnte gut reimen.“ Und so wurde der Band „Die Abenteuer der Kuh Mücke“ ein sehr langes Gedicht mit insgesamt sieben Kapiteln.

Dem Schlachter entkommen, Anschluss bei Schafen

Die Verse erzählen Mückes wahre Geschichte vom Anfang bis zum glücklichen Ende. Im Herbst 2025 tauchte das Tier im südlichen Odenwald plötzlich inmitten einer Schafherde auf. Zuvor war es auf dem Weg zum Schlachthof entkommen und wochenlang durch die Wälder gestreift, wie die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) berichtete.

Über einen Tierschutzverein, der Mücke dem Besitzer abkaufte, landete die Kuh schließlich auf einem Gnadenhof im osthessischen Alsfeld. Dort genießt sie seither ihr Dasein – ganz ohne Angst vor dem Schlachter.

„Mal was Positives“

„Für mich war das mal was Positives“, sagt Sinner. „Sonst wird immer nur geschimpft, und auch die Nachrichten sind so negativ, das ist manchmal frustrierend.“ So setzte er sich also hin und begann, zu dichten.

Zitat

Dann kommt die Rettung, es ist wie ein Traum,
ich sehe saftige Wiesen, kein einziger Baum.
Hier finde ich mein neues Glück, über 200 Schafe,
die sind immer für mich da, ob ich wach bin oder schlafe.


Zitat von
Aus „Die Abenteuer der Kuh Mücke“ von Hans-Joachim Sinner

Zitat Ende

Zehnjähriger als Illustrator

Nun brauchte er noch jemanden, der seine herzerwärmenden Reime mit den passenden Bildern illustrierte. Über seine engen Kontakte zum SV Darmstadt 98 fand Sinner seinen Zeichner schließlich in Friedrich Löffler. Der Zehnjährige ist ein Urenkel von Vereinsgründer Wilhelm Ensgraber.

Seine Mutter Mignon Löffler-Ensgraber ist gelernte Pädagogin und hatte schon Schulbücher illustriert, stand aber aus Zeitgründen nicht zur Verfügung. „Da habe ich gefragt, ob ich das nicht machen könnte“, erzählt Friedrich.

Ein Buch ohne erhobenen Zeigefinger

Etwa anderthalb Monate habe er an den Zeichnungen gearbeitet und das mit einer Menge Spaß. „Ich male sehr, sehr gern.“ Seine Mutter ist stolz auf ihn und das Produkt. „Hans-Joachim Sinner ist ein tolles Kinderbuch ohne erhobenen Zeigefinger geglückt“, sagt sie.

Inzwischen wurde es laut Sinner schon etwa 200 Mal bestellt, hauptsächlich durch Mundpropaganda und Eigenwerbung. Vertrieben wird es im Book-on-Demand-Verfahren und kann auch online bestellt werden.

Gewinn geht an den Tierschutz

Am liebsten ist es dem 68-Jährigen aber, wenn man es direkt über ihn bezieht. Denn dann bleibe mehr für den guten Zweck hängen. „Wir selbst wollen da nichts verdienen.“

Weitere Informationen

Bezugsadresse

Joachim.Sinner@web.de

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Der Erlös komme nach Abzug der Herstellungskosten dem Tierschutz zugute. „Die erste Spende geht an den Gnadenhof, wo die Kuh jetzt lebt.“ Auch Friedrich Löffler findet das gut. „Mücke bekommt jetzt noch ein paar Jahre mehr dort.“

Ein Mann und ein Kind mit Sonnenhut stehen auf einem Bauernhof vor einer Futterkrippe mit mehreren Rindern.


Jung-Illustrator Friedrich Löffler (li.) und Autor Hans-Friedrich Sinner auf dem Gnadenhof in Alsfeld.
Bild © privat


Lesungen in Kitas

Zusammen haben Sinner und sein junger Zeichner ihr Buch schon in Kitas in Frankfurt und Offenbach vorgestellt. Weitere Lesungen sind geplant.

Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/die-abenteuer-der-kuh-muecke-wie-eine-entlaufene-kuh-zur-kinderbuchheldin-wurde-v1,kuh-muecke-bilderbuch-100.html

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