Fahrer nicht angemeldet, Dokumente gefälscht, Steuern hinterzogen: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage erhoben gegen sechs mutmaßliche Drahtzieher organisierter Schwarzarbeit. Es geht um Fahrdienstleister auf den Plattformen Uber und Bolt.
Durch den mutmaßlichen Sozialbetrug entstand laut Ermittlern ein Millionenschaden.
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Im Zusammenhang mit mutmaßlichem Sozialbetrug bei Fahrdienstleistern hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen fünf Männer und eine Frau erhoben. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, sollen sie jahrelang Fahrten über die Anbieter Uber und Bolt vermittelt haben – mit Fahrern, die nicht bei der Sozialversicherung gemeldet waren.
Zudem wird den Angeschuldigten im Alter zwischen 32 und 37 Jahren vorgeworfen, den Fahrern gefälschte Personenbeförderungsscheine beschafft und keine Umsatzsteuer abgeführt zu haben.
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00:25 Min.|Christine Schuhmann
Mehr als 700 Taten
Seit 2023 wurde ermittelt wegen des Verdachts besonders schwerer illegaler Beschäftigung, besonders schwerer Steuerhinterziehung und gewerbs- und bandenmäßiger Urkundenfälschung.
Die Staatsanwaltschaft berichtet von insgesamt 719 Taten. Der Schaden liege bei rund 3,4 Millionen Euro. Die zwei Hauptangeschuldigten sitzen in Untersuchungshaft.
Rund 450 Fahrer beschäftigt
Es war einer der bislang größten Schläge gegen organisierte Schwarzarbeit bei Uber und Bolt in Deutschland: Anfang 2025 hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt bei einer Razzia die mutmaßlich kriminelle Zelle ausgehoben. Gegen die Plattformbetreiber Uber und Bolt wird in diesem Fall nicht ermittelt.
Der Leiter der Ermittlungen, Oberstaatsanwalt Jesco Kümmel, hatte dem hr im Mai gesagt, die Hauptverdächtigen hätten in etwa drei Jahren rund 450 Fahrer beschäftigt. Diese waren für Flotten unterwegs, die über die Plattformen in Frankfurt und Umgebung Fahrgäste transportierten. Bis zu 170 dieser Fahrer stünden im Verdacht, zusätzlich Sozialleistungen erschlichen zu haben – etwa Bürgergeld oder Kindergeld.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/frankfurt-anklage-wegen-schwarzarbeit-bei-bolt–und-uber-fahrern-v1,anklage-uber-100.html



