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Digitale Teilhabe im Alter: Wo Senioren in Hessen Hilfe bekommen

Digitale Teilhabe im Alter: Wo Senioren in Hessen Hilfe bekommen

Digitale Teilhabe im Alter: Wo Senioren in Hessen Hilfe bekommen

250 Euro für ein Smartphone, Tablet oder einen Laptop: Frankfurt erweitert ab Oktober seine Hilfe für ältere Menschen mit wenig Geld. Wie die Geräte funktionieren, können sich Senioren in der Stadt auch erklären lassen. Hessenweit gibt es ähnliche Hilfsangebote.

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||Christian Albrecht (hessenschau.de)

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Arzttermine, Fahrkarten kaufen oder in Kontakt mit Familie und Freunden bleiben: Viele Dinge des Alltags lassen sich häufig nur noch oder hauptsächlich digital organisieren. Für all das braucht es immer häufiger ein Smartphone oder einen Computer.

Für ältere Menschen kann das eine Hürde sein. Manche haben kein passendes Gerät. Andere haben eines, wissen aber nicht, wie bestimmte Anwendungen funktionieren. Die Stadt Frankfurt will deshalb die Unterstützung ausbauen.

250 Euro für ein digitales Gerät

Ab Oktober können Frankfurterinnen und Frankfurter ab 65 Jahren einen Zuschuss von 250 Euro bekommen. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie Grundsicherung oder Wohngeld beziehen oder einen Frankfurt-Pass besitzen.

Das Geld kann für ein Smartphone, Tablet oder einen Laptop verwendet werden. Die Unterstützung soll künftig in allen Frankfurter Sozialrathäusern angeboten werden.

„Nicht alle älteren Menschen können die Chancen der Digitalisierung nutzen“, sagt Nanine Delmas, Leiterin des Frankfurter Jugend- und Sozialamtes. Oft fehlten digitale Kenntnisse oder schlicht das Geld für ein Gerät. „Wenn dadurch Teilhabe im Alter erschwert wird, dürfen wir das nicht einfach hinnehmen.“

Der Zuschuss ist Teil des Projekts „Digitale Teilhabe im Alter“ (DiTA). Die Stadt arbeitet dabei mit der Frankfurt University of Applied Sciences zusammen. Das Projekt soll bis Mai 2027 eine möglichst flächendeckende Hilfe für ältere Menschen aufbauen.

Nicht nur finanzielle Unterstützung

Wer bereits ein Smartphone oder einen Computer besitzt, aber damit nicht zurechtkommt, findet in Frankfurt zahlreiche weitere Hilfen.

Die Stadt hat eine Übersicht mit Angeboten in vielen Stadtteilen veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf persönlicher Hilfe. Daneben gibt es Kurse, Gruppen und Workshops. In manchen Einrichtungen stehen auch Computer oder Tablets bereit. Einige der Angebote sind kostenfrei, andere kosten pro Stunde zwischen vier und zehn Euro.

Hessenweit helfen die Di@-Lotsen

Auch außerhalb Frankfurts gibt es Unterstützung. In Hessen helfen die sogenannten Di@-Lotsen älteren Menschen bei Fragen rund um Smartphone, Computer und Internet.

Die ehrenamtlichen Lotsinnen und Lotsen erklären zum Beispiel, wie ein Gerät eingerichtet wird. Sie helfen bei Fragen zu Programmen und Bedienung. Auch eine Kaufberatung gehört zu ihren Aufgaben.

Dafür gibt es sogenannte Di@-Lotsen-Stützpunkte. Dahinter können Kommunen, Vereine, Kirchen oder Mehrgenerationenhäuser stehen. Dort wird auch die Nachfrage nach Hilfe vor Ort organisiert.

In Wiesbaden gibt es dafür zum Beispiel ein Angebot im Zukunftswerk im Luisenforum. In der zweistündigen Sprechstunde dürfen Seniorinnen und Senioren kostenlos und ohne Anmeldung ihre Fragen stellen.

Hessenweit gibt es nach Angaben des Landes mehr als 680 Di@-Lotsinnen und -Lotsen an 80 Stützpunkten. Das Angebot ist mittlerweile in allen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten vertreten.

Zehn Prozent der 65- bis 74-Jährigen sind offline

Wie groß der Bedarf sein kann, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 2025 hatten in Deutschland gut drei Prozent der 16- bis 74-Jährigen noch nie das Internet genutzt. Das waren knapp 2,1 Millionen Menschen.

Besonders hoch war der Anteil bei den 65- bis 74-Jährigen: Jeder Zehnte war offline. Bei den 45- bis 64-Jährigen waren es drei Prozent. Bei den 25- bis 44-Jährigen ein Prozent und bei den 16- bis 24-Jährigen zwei Prozent.

Als „offline“ gilt in dieser Statistik nur, wer das Internet noch nie genutzt hat. Die Zahlen sagen deshalb nichts darüber aus, wie viele Menschen zwar online sind, aber Schwierigkeiten mit Apps, Online-Banking oder digitalen Behördenangeboten haben.

Kritik an einer Welt nur noch per App

Es gibt auch Kritik daran, wenn digitale Angebote zur einzigen Möglichkeit werden. Die Organisation Digitalcourage übergab im Mai mehr als 70.000 Unterschriften für ein „Recht auf Leben ohne Digitalzwang“ an Bundestagsabgeordnete. Sie fordert unter anderem, dass wichtige Dienstleistungen auch ohne Smartphone, App oder Internet erreichbar bleiben.

Auch die Verbraucherzentrale Hessen warnt davor, etwa bei Arztterminen nur noch auf digitale Wege zu setzen. „Es sollte aus unserer Sicht dringend ein Mindestangebot für ein analoges Leben beibehalten werden“, sagt ihr Vorstand Philipp Wendt. Auch beim Parken kann es hier und da offline schwierig werden, da Parkgebühren immer öfter nur noch per Apps bezahlt werden können. Beim Einkauf gibt es häufig online die günstigeren Angebote.

Hessens Datenschutzbeauftragter Alexander Roßnagel beklagte bereits vor Monaten einen wachsenden Digitalzwang bei wichtigen Dingen des täglichen Lebens. Die digitale Barrierefreiheit werde oft nicht ausreichend berücksichtigt. Er forderte ein Mindestangebot an analogen Zugangswegen bei Dienstleistungen, die zur Daseinsvorsorge zählen.

Helfen könnten auch „EDV-Inseln“ etwa in Bürgerbüros, an denen Unterstützung angeboten wird. In Seniorenheimen könnten „Digitale-Hilfe-Beauftragte“ benannt werden.

Weitere Informationen

Digitale Beratung für Ältere in Hessen

Hilfe beim Umgang mit Smartphones, Tablets und Laptops erhalten ältere Menschen unter anderem hier:

Ende der weiteren Informationen

Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/digitale-teilhabe-im-alter-wo-senioren-in-hessen-hilfe-bekommen-v1,senioren-digitalisierung-100.html

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