Der diesjährige Medizin-Nobelpreisträger Georg Nagel hat wichtige Teile seiner nun prämierten Forschungsarbeit in Frankfurt geleistet. Seine Entdeckungen zum Verständnis des menschlichen Gehirns machte er am Max-Planck-Institut.

Georg Nagel (r.) erhält mit zwei weiteren Forschern den Nobelpreis 2026 für Medizin
Bild © picture alliance/dpa/TT News Agency/AP | Pontus Lundahl
Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an zwei deutsche Forscher und einen US-Wissenschaftler. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm am Montag mit. Bei den deutschen Preisträgern handelt es sich um Peter Hegemann von der Humboldt-Universität in Berlin und Georg Nagel von der Universität Würzburg. Nagel hatte das Fundament seiner Arbeit in Frankfurt gelegt.
Das Trio erhält den Preis für seine Pionierarbeit im Bereich der Optogenetik – einer Technologie, die Hoffnung für die Behandlung neuronaler Erkrankungen macht. „Die Optogenetik hat unser Verständnis des Gehirns grundlegend verändert“, erklärte das Nobelkomitee am Montag. Es sei nun möglich, „eines der großen Rätsel der Menschheit zu lösen: wie unser erstaunliches Gehirn funktioniert“.
Nagel forschte jahrelang in Frankfurt
Der 73 Jahre alte Nagel, in Weingarten in Baden-Württemberg geboren, hat eine lange wissenschaftliche Verbindung nach Frankfurt. Nach seinem Studium der Biologie und Biophysik in Konstanz promovierte er 1988 am Main. Von 1992 bis 2004 war er nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft Forschungsgruppenleiter am hiesigen Max-Planck-Institut für Biophysik.
Nagels nun mit dem Nobelpreis gewürdigte Arbeit stammt aus den Jahren 2002 und 2003. Wie das Nobelkomitee in seiner Pressemitteilung zu Preisträger Nagel schrieb: „Die mit dem Preis ausgezeichneten Entdeckungen wurden am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main gemacht.“
Die Max-Planck-Gesellschaft gratulierte ihrem ehemaligen Forscher Nagel, der seit 2004 Professor an der Uni Würzburg ist.
Pionierarbeit auf dem Gebiet der Optogenetik
Durch die Technologie – eine Verbindung von Methoden der Optik und Genetik – ergeben sich nach Angaben des Nobelkomitees Möglichkeiten, „von denen wir früher nur träumen konnten“.
Die Technologie wird bereits weltweit eingesetzt. Schon jetzt wurde erblindeten Menschen mithilfe der Optogenetik ein Teil des Sehvermögens zurückgegeben. Auch bei Hörverlust, Parkinson, Schizophrenie oder Epilepsie verspricht die Technik Lösungen – allerdings dauert die Umsetzung noch.
Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/georg-nagel-erhaelt-medizin-nobelpreis—seine-entdeckung-machte-er-in-frankfurt-v1,nobelpreistraeger-georg-nagel-100.html

