Die Evakuationsanweisungen in der Region Augsburg werden ausgeweitet. In den überfluteten Gebieten des bayerischen Landkreises Augsburg eskalieren die Behörden ihre Evakuierungsaufforderungen. Bürger in Kühlenthal und Allmannshofen werden dringend gebeten, sich umgehend zu evakuieren, wie vom Integrierten Leitstelle am frühen Morgen empfohlen. Shuttlebusse werden angeboten, um Personen zu evakuieren, die sich nicht selbst evakuieren können. Darüber hinaus wurden in anderen Teilen der Region die Menschen aufgefordert, im Laufe der Nacht ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Gemeinden entlang des Schmutterflusses, einem Nebenfluss der Donau, sind am stärksten betroffen.
Im Wiesbadener Stadtteil Kostheim wird eine Hochwasserabwehrmauer gebaut, so die Feuerwehr in den frühen Morgenstunden. In Schierstein wurde ebenfalls eine Pumpe installiert. Es wird empfohlen, in den kommenden Tagen Parkplätze in der Nähe des Flusses zu meiden, warnte die Feuerwehr. Der Zugverkehr zwischen Stuttgart und München wurde aufgrund eines Erdrutsches in der baden-württembergischen Gemeinde Schwäbisch Gmünd eingestellt. Ein Bahnsprecher konnte am frühen Morgen nicht einschätzen, wie lange die Sperrung der Strecke andauern würde. Weitere Schritte sind derzeit nicht erforderlich.
In Ulm stellt das Technische Hilfswerk (THW) 30.000 Sandsäcke her, um überschwemmte und potenziell überschwemmte Gebiete in Baden-Württemberg und Bayern zu unterstützen. Bernd Urban, Leiter des Logistikzentrums des THW, sagte, dass 400 Sandsäcke pro Stunde gefüllt werden. Anfragen nach Sandsäcken stammen aus verschiedenen Krisengebieten im Südwesten und auch aus benachbarten Regionen in den angrenzenden Bundesländern.
Das Bayerische Rote Kreuz entsendet Wasserretter aus Unterfranken, um die Mission in Schwaben zu unterstützen. Die Wasserrettungsgruppe wird voraussichtlich in der stark betroffenen Region Günzburg eingesetzt, wie das Rote Kreuz am Abend bekannt gab. Die Wasserrettungsteams aus ganz Unterfranken sind für Hochwasser-Rettungsaufgaben geschult, einschließlich zwei Boot- und Tauchtrupps.
Insgesamt haben zehn bayerische Landkreise einen Katastrophenfall erklärt. Das Landkreis Dillingen in Schwaben hat aufgrund anhaltenden Niederschlags ebenfalls einen Katastrophenfall erklärt. Die lokale Krisenleitung bittet die Bundeswehr um Hilfe. Es wird erwartet, dass auf dem kleinen Fluss Zusam eine Flut auftritt, die seit 100 Jahren nicht mehr gesehen wurde. Zudem bereiten sich die Behörden darauf vor, Wasser aus der angeschwollenen Donau in den Riedstrom abzulassen, die ehemalige natürliche Aue des Flusses.
Der Bezirk Neuburg-Schrobenhausen hat aufgrund der Ausweitung der Donau und ihrer Nebenflüsse den Notstand erklärt. Die Stadtverwaltung in Ingolstadt erwartet am Pegel Neuburg für die Nacht Stufe 4. Die Situation ist noch intensiver für die Paar, eine der Donau-Nebenflüsse, und die Weilach, die in die Paar mündet. Die Weilach hat ein Wohngebiet im Schrobenhausen-Distrikt Mühlried überflutet. Notfalldienste bereiten sich darauf vor, Einwohner umzusiedeln, wie Landkreis-Administrator Peter von der Grün erklärt hat.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser verspricht den betroffenen Regionen im Süden Deutschlands anhaltende Unterstützung. Sie teilte in Berlin mit, dass das Technische Hilfswerk (THW) weiterhin bereitsteht, zusätzliche Kräfte bundesweit einzusetzen. Bisher wurden 520 THW-Personal eingesetzt, die an der Rettung von Menschen, der Sicherung von Deichen und dem Abpumpen von Wasser beteiligt waren. Faeser bedankte sich auch bei den Freiwilligen: „Ich möchte allen danken, die helfen, die Wassermassen zu bekämpfen und unermüdlich arbeiten, um Leben zu retten.“ Positionen, die in Bayern und Baden-Württemberg von Überschwemmungen betroffen sind, sollten den Warnungen und Anweisungen der örtlichen Behörden folgen.


