Ein neues Museum widmet sich den Ursprüngen des Weinbaus in Armenien, das eine reiche Weinbaukultur hat. Im Museum findet man die ältesten Relikte, die mit der Geschichte des Weinmachens in Verbindung stehen, und sie zeigen eine Vergangenheit, die von den traditionell bekannten Ursprüngen des Weins abweicht. Die Region Südkaukasus, wo heute das benachbarte Georgien liegt, birgt einige der frühesten Beweise für die heutige Weinindustrie in Form von Fragmenten zerbrochener Tongefäße.
Das Museum in Armenien zeigt tiefgreifende Verbindungen des Weins zur Religion und Kultur der Region. Es befindet sich nur 30 Kilometer von der armenischen Hauptstadt Yerevan entfernt, im Herzen des Weinanbaugebiets des Landes. Das Museum ist tief in den umgebenden Basaltfelsen gebaut und erweckt den Eindruck, als betrete man einen riesigen Weinkeller. Hier kann man Relikte entdecken, die auf eine mythologische Geschichte um den Wein zurückgehen, wie zum Beispiel die Legende von König Menua, der Weinberge an die schöne Tariri im 9. Jahrhundert v. Chr. verschenkt haben soll.
Andere antike Ausstellungsstücke im Museum zeigen, wie der Wein die Armenier vom Anfang bis zum Ende begleitet hat. Ein Weinbehälter, der auf das 1. Jahrhundert v. Chr. zurückdatiert wird, enthielt die Überreste einer Frau. Dieser Behälter, genannt Karas, war ein integraler Bestandteil des Lebens eines antiken Armeniers. Der Wein hat schon immer Verbindungen zur Religion, wie Jesus‘ erstes Wunder, bei dem er Wasser in Wein verwandelte. Das Museum enthält auch jahrhundertealte armenische Bibeln, um dies zu verdeutlichen.
Im Jahr 2011 wurde in Südarmenien eine 6.000 Jahre alte Kupferzeit-Weinfabrik entdeckt, und die 8.000 Jahre alten Scherben von Tongefäßen, die im Norden von Georgien gefunden wurden, gelten als die frühesten bekannten Beweise für die Ursprünge der heutigen Weinherstellungsindustrie. Während ritueller Handlungen gossen antike Armenier Wein bis über die phallusförmigen Steine als Opfergabe an höhere Mächte, wie im Museum dargestellt.

