Reinhard Ernst, ein Unternehmer, der sein Vermögen mit der Herstellung von Präzisionsgetrieben und Motoren verdient hat, entdeckte seine Leidenschaft für Kunst erst in seinen 40ern. Jetzt, in seinen späten 70ern, hat er ein neues Museum gegründet, um seine Sammlung abstrakter Kunst aus der Nachkriegszeit in Wiesbaden, Deutschland, zu beherbergen. Das Museum Reinhard Ernst, das von dem preisgekrönten japanischen Architekten Fumihiko Maki entworfen wurde, wird am 23. Juni eröffnet. Es zeigt Ernsts Sammlung von Werken namhafter Künstler wie Helen Frankenthaler, Tony Cragg, Lee Krasner, Frank Stella, Pierre Soulages und Yuichi Inoue.
Das Museum erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 2.500 Quadratmetern in einem Gebäude mit weißer Fassade, 14 Meter hohen Decken und granitgrauen Böden. Die Baukosten in Höhe von etwa 80 Millionen Euro wurden von der Reinhard und Sonja Ernst Stiftung finanziert. Das Museum beauftragte Glasarbeiten von Katharina Grosse, MadC und Karl-Martin Hartmann sowie eine Installation von Bettina Pousttchi für das Foyer. Eine Skulptur von Eduardo Chillida ist in einem verglasten Innenhof ausgestellt.
Über die Jahre wuchs Ernsts Kunstsammlung, während sein berufliches Leben gedieh. Die Sammlung umfasst Werke von Künstlern wie Robert Motherwell, Richard Diebenkorn, Jackson Pollock, Richard Serra, Damien Hirst, Sarah Morris, Neo Rauch und Toko Shinoda. Christoph Zuschlag, Professor für Kunstgeschichte, beschrieb die Sammlung als „einzigartig in ihrem internationalen Umfang, weit über Europa hinaus bis nach Japan und in die USA“. Ernst plant, das Museum zu einem Anziehungspunkt für Besucher aus den USA, Japan, Deutschland und dem benachbarten Frankreich zu machen.
Das Reinhard Ernst Museum erwartet im ersten Jahr 60.000 zahlende Besucher. Vormittags werden Führungen für Schulen angeboten, ab Mittag ist das Museum für alle geöffnet. Eine temporäre Ausstellung im Museum konzentriert sich auf den Architekten des Gebäudes, Fumihiko Maki. „Fumihiko Maki und Maki & Associates: Towards Humane Architecture“ wird vom 23. Juni bis 9. Februar 2025 zu sehen sein.


