Viele Haltestellen, dichte Taktung und eine Auswahl an verschiedenen Verkehrsmitteln: Eine Studie hat das öffentliche Verkehrsangebot bundesweit verglichen und kommt zum Ergebnis: Frankfurt liegt vorne. Auch weitere hessische Kommunen schneiden gut ab.
U-Bahnen sind ein Teil des Frankfurter ÖPNV, der zum guten Abschneiden beiträgt.
Bild © IMAGO / Pond5 Images
Frankfurt hat deutschlandweit das beste Angebot im öffentlichen Verkehr – jedenfalls nach der Auswertung des ÖV-Atlas 2026 der Denkfabrik Agora Verkehrswende. Als weitere hessische Stadt unter den Spitzenreitern liegt Darmstadt auf Platz 6, Kassel folgt an 18. Stelle.
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00:39 Min.|Frank Angermund
Das hessische Ergebnis spiegelt wider, was die Studie auch auf Bundesebene zeigt: Die Menschen, die am besten mit Bus- und Bahn-Anbindungen versorgt sind, leben in größeren Städten.
21 Millionen Menschen – rund ein Viertel der Bevölkerung – sind demnach jedoch schlecht oder gar nicht mit öffentlichem Nahverkehr versorgt. Vor allem in eher ländlichen Regionen.
Entfernung, Taktung und Verkehrsmittel entscheidend
Für den Vergleich der Städte, Gemeinden und Landkreise berechneten die Studienautoren eine Güteklasse für den öffentlichen Verkehr. Dafür prüften sie für jedes bewohnte Gebiet von 100 mal 100 Metern drei Merkmale:
- Entfernung: Wie weit ist die nächste Haltestelle entfernt?
- Taktdichte: Wie häufig wird dort eine Abfahrt angeboten?
- Verkehrsmittelart: Welches Verkehrsmittel fährt dort?
S-Bahn-Haltestellen wurden dabei besser bewertet als Bushaltestellen. Zusätzlich nahm die Studie auch die Verteilung der Bevölkerung innerhalb eines Gebiets mit in die Berechnung des durchschnittlichen Gütewerts auf.
Weit vorne: Hochtaunuskreis und Landkreis Offenbach
So kommt Frankfurt auf den Spitzenwert 1,3 bei der ÖV-Güte. Nach den Städten landen der Hochtaunuskreis und der Kreis Offenbach ebenfalls weit vorne, in der bundesweiten Auswertung schaffen sie es unter den Landkreisen auf Platz 4 (ÖV-Güte 2,6) und 5 (2,7).
Hessische Schlusslichter sind der Vogelsbergkreis (4,6), Waldeck-Frankenberg (4,6) und der Schwalm-Eder-Kreis (4,7).
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Im ÖV-Atlas wurden die Werte auch auf Länderebene verglichen. Dabei landete Hessen insgesamt auf Platz fünf, an der Spitze liegen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen gefolgt von Nordrhein-Westfalen.
Zudem wertete die Studie aus, wie groß die Kluft zwischen dem Verkehrsangebot im ländlichen und im städtischen Raum jeweils in den einzelnen Bundesländern ist.
Hierbei schnitt Hessen im Mittelfeld ab: Die Differenz der ÖV-Güte zwischen Stadt und Land liegt demnach in Hessen bei 2,5. Den geringsten Unterschied verzeichnete Rheinland-Pfalz mit 1,8, den höchsten Bayern mit 3,3.
Bewertung des geplanten Angebots, nicht der Zuverlässigkeit
Was die Studie nicht berücksichtigt: Verspätungen und die Zuverlässigkeit des angebotenen Fahrplans: „Die Güteklasse beschreibt das Angebot an einem Wohnort, nicht die tatsächlich erlebte Reisequalität“, heißt es von Agora Verkehrswende.
Auch On-Demand-Angebote seien bislang nicht in den Fahrplandaten enthalten, deshalb würden sie auch im ÖV-Atlas nicht berücksichtigt. Gerade in dünn besiedelten Räumen könnten On-Demand-Angebote wie Rufbusse aber wichtig sein.
Forderungen an die Politik
Abschließend zieht die Denkfabrik das Fazit: „Bund und Länder sollten ein Mindestangebot garantieren, das Teilhabe im ganzen Land sichert.“ Damit die Mobilitätswende gelingen könne, müsse insbesondere dort ein attraktives Angebot geschaffen werden, wo aktuell noch die meisten Menschen mit dem Auto fahren.
„Für den Klimaschutz zählt, wie viele Autokilometer vermieden werden“, so die Denkfabrik. Dafür müssten insbesondere „pendelintensive Achsen zwischen Groß- und Mittelstädten“ in den Blick genommen werden.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/frankfurt-hat-das-beste-oepnv-angebot—nordhessen-liegt-hinten-v1,frankfurt-oev-atlas-100.html


