Nach dem Abriss einer der wichtigsten Brücken in Marburg haben jetzt die Arbeiten für den Neubau begonnen. Verkehrseinschränkungen wird es aber noch länger geben – auch Bahnsperrungen sind wieder geplant.
Spatenstich für den Neubau der Brücke im Marburger Norden.
Bild © Jan-Christoph Scholz (hr)
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00:41 Min.|Jan-Christoph Scholz
Gesperrt ist sie schon seit November 2024, im Frühling 2025 wurde sie dann abgerissen: Die Brücke über die Bahngleise in der Neuen Kasseler Straße in Marburg. Sie gilt als wichtige Verbindung von Marburg Richtung Norden und Richtung Lahnberge, wo sich unter anderem das Uni-Klinikum befindet.
Jetzt haben die Bauarbeiten für die neue Brücke offiziell begonnen. Für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger, die seit bald zwei Jahren mit Ausweichrouten leben müssen, ist das erst einmal eine gute Nachricht. Dennoch wird ihre Geduld weiter auf die Probe gestellt.
Laut Hessenmobil soll der Neubau bis 2027 fertig werden. „Der heutige Spatenstich ist ein entscheidendes Signal für die Menschen in der Region“, sagte Hessenmobil-Baudezernentin Annett Nusch am Freitag in Marburg. Man wisse um die Belastungen durch die Umleitungen und danke allen Betroffenen für die Geduld.
Wieder Sperrungen der Bahnstrecke geplant
Im Rahmen der Bauarbeiten wird es laut Hessenmobil erneute „Sperrpausen“ für den Bahnverkehr geben, etwa für den Einhub neuer Brückenträger. Betroffen ist die unter der Brücke verlaufende Bahnstrecke zwischen Marburg und Cölbe.
Über genaue Zeitpunkte werde man gemeinsam mit der Bahn noch informieren. Bereits bekannt sind folgende Zeiträume im Bauablauf, die voraussichtlich für Einschränkungen im Bahnverkehr sorgen werden (Stand September 2026):
- Mitte Oktober 2026: Sperrpausen über mehrere Nächte verteilt
- 16. bis 18. Mai 2027: Sperrung der Bahnstrecke
- 21. bis 27. Mai 2027: nächtliche Sperrpausen

Unter der Brücke verlaufen die Bahngleise durch Marburg Richtung Norden.
Bild © Jan-Christoph Scholz (hr)
Umleitungen für Auto- und Radfahrer bleiben
Auch die Abrissarbeiten hatten 2025 für große Einschränkungen für Pendlerinnen und Pendler in Mittelhessen und darüber hinaus gesorgt. Zehn Tage lang konnte kein Zug durch Marburg Richtung Norden fahren. Auch aus Frankfurt konnte der Bahnhof nur zeitweise weiter angefahren werden.
Für Autofahrer ändert sich bis zur Fertigstellung der neuen Brücke nichts. Der Verkehr wird weiter über die B3 umgeleitet. Auch für Fahrradfahrer gelten weiter Umleitungen. Die kürzeste Alternative sei über die Alte Kasseler Straße, um von dort auf die andere Seite der Bahn zu kommen, so Hessen Mobil.

Die marode Brücke vor dem Abriss.
Bild © Anna Spieß (hr)
Neue Brücke aus „ultrahochfestem Faserbeton“
Im Beton der alten Brücke auf der Landesstraße 3089 hatten sich über mehrere Meter hinweg tiefe Risse gebildet. Daher wurde sie vor zwei Jahren aus Sicherheitsgründen überraschend gesperrt. Eine Sanierung des Bauwerks aus den 1960ern hätte sich laut Hessenmobil nicht mehr gelohnt.
Der Abbruch inklusive Nebenarbeiten hat laut Hessenmobil rund drei Millionen Euro gekostet. Die neue Brücke soll demnach rund 15 Millionen Euro kosten und aus „ultrahochfestem Faserbeton“ gebaut werden – einem besonders widerstandsfähigen „Hochleistungsbaustoff“, der zu einer langen Nutzungsdauer der neuen Brücke beitrage.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/bruecken-neubau-im-marburger-norden-gestartet-wieder-bahnsperrungen-geplant-v3,bruecke-marburg-104.html


