Noch federn ältere Beschäftigte den Fachkräftemangel in Hessen ab. Doch das dürfte nicht mehr lange funktionieren. Eine Analyse der Arbeitsagentur zeigt, in welchen Berufen besonders viele Beschäftigte vor dem Ruhestand stehen.
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Hessens Arbeitsmarkt wird in den kommenden Jahren immer stärker vom demografischen Wandel erfasst. Das ergibt die aktuelle Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Demnach fehlen bereits Fachkräfte in der Pflege-, Betreuungs- und Gesundheitssparte, in technischen Berufen, in der IT und im Handwerk.
Mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand werde sich das Problem in den kommenden Jahren noch verschärfen. Gleichzeitig wird laut der Untersuchung der Baby-Boomer-Effekt derzeit noch dadurch abgemildert, dass die Beschäftigungsquote in den rentennahen Jahrgängen sehr hoch ist: Die Menschen bleiben länger im Job.
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00:43 Min.|Martin Pesch (hessenschau.de)
Problem durch längeres Arbeiten nur aufgeschoben
Von den 60 bis 65 Jahre alten Menschen in Hessen sind noch 53,7 Prozent erwerbstätig. Im Jahr 2012 traf das nur auf 28,3 Prozent dieser Altersgruppe zu. Ähnlich sieht es bei den 55- bis unter 60-Jährigen aus, von denen noch 65,9 Prozent erwerbstätig sind. Vor 14 Jahren waren es nur knapp 53 Prozent.
„Damit ist das demografische Problem in vielen Berufen nur verschoben, aber nicht gelöst“, sagt der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin.
„Vielmehr besteht die Gefahr, dass das altersbedingte Ausscheiden dieser erfahrenen Beschäftigten in den kommenden Jahren viele Unternehmen hart treffen wird.“ Unternehmen und Beschäftigte müssten durch Qualifizierungen unterstützt werden. Immer wichtiger werde zudem der Wissenstransfer in den Unternehmen.
Engpässe vor allem bei Ausbildungsberufen
Die Arbeitsagentur erwartet Engpässe vor allem im mittleren Qualifikationsbereich, weil die jüngeren Beschäftigten viel häufiger einen akademischen Abschluss haben als die zu ersetzenden Baby-Boomer, von denen viele eine Berufsausbildung abgeschlossen haben.
Die höchsten Anteile an älteren, bald ausscheidenden Beschäftigten ab 55 Jahren finden sich laut der Analyse etwa beim Führen schwerer Bau- und Transportgeräte (37 Prozent), im Brand-, Personen- und Objektschutz (30 Prozent) sowie in der Elektrotechnik (29 Prozent).
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/in-diesen-berufen-droht-hessen-ein-besonders-grosser-fachkraeftemangel-v1,fachkraefte-analyse-100.html


