Der OFC führt die Tabelle an, bekommt es nun aber mit den Brocken der Regionalliga zu tun. Kassel will Anschluss halten an die Spitze – und die Eintracht-U21 Abstand nach unten gewinnen. Ein Blick auf die Lage der hessischen Klubs.
Die Offenbacher Kickers sind gerade obenauf in der Regionalliga Südwest.
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01:59 Min.||Mathias Merget
Die ersten fünf Spieltage sind passé, die erste Englische Woche steht den Teams in der Fußball-Regionalliga Südwest bevor. Dabei kommt es gleich zu drei Hessenduellen. Am Dienstagabend (alle 19 Uhr) empfängt der FSV Frankfurt den KSV Hessen Kassel, zudem tritt Tabellenführer Kickers Offenbach gegen den TSV Steinbach Haiger an. Am Mittwoch erwartet die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz die zweite Mannschaft der Frankfurter Eintracht. Grund genug für den hr-sport, auf die Saisonstarts des hessischen Sextetts zu blicken und die jeweiligen Situationen einzuordnen.
Kickers Offenbach, 1. Platz, 13 Punkte
Jubel, Trubel, Heiterkeit. Beim OFC könnte die Stimmung nicht besser sein. Fünf Spiele, vier Siege, noch keine Niederlage, ergibt die Tabellenführung. Ausgerechnet in einer Saison, in der bei den Kickers niemand vom Aufstieg redet und höchstens insgeheim träumt, läuft es plötzlich prima. Leichtigkeit als Erfolgsrezept? Darauf deutet einiges hin. Die Offenbacher spielen einen ansehnlichen Ball gepaart mit wichtigen Tugenden wie Leidenschaft und Demut.
Trainer Mark Zimmermann hat einen eingeschworenen Haufen geformt, der das vom Publikum honoriert bekommt. Die Bilder vor dem Gastspiel beim FSV Frankfurt (1:1), als die Offenbacher Fans den Vorplatz des Bornheimer Hangs einnahmen, um ihrer im Bus angekommenen Mannschaft einzuheizen, waren bemerkenswert. Allerdings: Die bisherigen OFC-Gegner kamen alle aus der unteren Tabellenhälfte. Nach dem ersten Duell der Hessen-Woche gegen Steinbach Haiger folgt eines gegen Hessen Kassel. Anschließend geht es gegen Trier, Aalen und die Stuttgarter Kickers.
FSV Frankfurt, 8. Platz, sechs Punkte
In der zweiten Hälfte gegen den OFC zeigte der FSV am Samstag eine seiner besten Saisonleistungen. Druckvoll kamen die Frankfurter noch zum Ausgleich, sogar ein Sieg war drin. Die Begegnung zeigte aber auch, woran es bei den Bornheimern noch hapert.
Die Mannschaft befindet sich unter ihrem neuen Coach Victor Kleinhenz weiterhin in der Findungsphase, die Abläufe wirken nicht gefestigt. Platz acht ist daher völlig in Ordnung. Auf den FSV wartet allerdings ein Knaller-Programm: Auf das Kassel-Heimspiel folgen die Partien gegen Ulm und die Stuttgarter Kickers.
Hessen Kassel, 9. Platz, sechs Punkte
Der KSV Hessen spielt bisher eine Runde der Aufs und Abs. Die Nordhessen zeigen nicht nur von Partie zu Partie unterschiedliche Gesichter, sondern teils auch innerhalb von 90 Minuten. Die eine oder andere Führung wurde bereits hergegeben. Das 5:2 vom vergangenen Samstag gegen Sandhausen aber war ein Achtungserfolg. Vielleicht sogar ein Brustlöser?
Kassel jedenfalls will den Schub mitnehmen, beim FSV Frankfurt nachlegen und sich damit in der oberen Tabellenhälfte etablieren. Anschließend kommt es bereits am Freitagabend zum Prestigeduell gegen die Offenbacher Kickers – es dürften richtungsweisende Partien werden.
TSV Steinbach Haiger, 10. Platz, sechs Punkte
Der TSV hat ein Sieben-Tore-Spektakel in Freiburg hinter sich, letztlich kam dabei aber nichts Zählbares rum. 3:4-Pleite trotz Aufholjagd, blöd gelaufen. Die Partie beim Bundesliga-Nachwuchs aus dem Breisgau kann dabei als Sinnbild für den Steinbacher Rundenauftakt herhalten.
Die Mittelhessen spielen guten Fußball, sind stets zielstrebig nach vorne unterwegs, hinten aber lassen sie zu viel zu. Schon in der vergangenen Spielzeit war dies ähnlich. Gerade beim Spitzenreiter in Offenbach sollte defensiv eine Leistungssteigerung her, um Punkte vom Bieberer Berg entführen zu können.
SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, 12. Platz, fünf Punkte
Nach Platz zehn in der vergangenen Saison bewegt sich die SG Barockstadt derzeit in ähnlichen Gefilden. Optimal ist der Saisonstart demnach nicht gelaufen, trotz der verdienten Niederlage zuletzt in Kaiserslautern aber auch nicht schlecht. Denn: Die Hessen bekamen es bisher mit reichlich Regionalliga-Prominenz zu tun.
Der SV Sandhausen und der SSV Ulm gehörten vor Rundenbeginn eigentlich zu den als Aufstiegsanwärtern gehandelten Teams, wenngleich deren Saisonstarts bisher jeweils ziemlich in die Hose gingen. Auch Eintracht Trier war ein starker Kontrahent. Insofern lässt sich festhalten aus Fuldaer Sicht: Soll bisher erfüllt – nicht mehr und nicht weniger.
Eintracht Frankfurt II, 15. Platz, vier Punkte
Die Kader-Lücken bei den Bundesliga-Profis wirken sich auf die Qualität des Regionalliga-Teams aus. Soll bedeuten: Spieler wie Verteidiger Jeremiaha Maluze oder Stürmer Malik Pimpong, die gegen Union Berlin und/oder den FC Augsburg bereits in der ersten Liga spielten, könnte sich U21-Trainer Patrick Glöckner gewiss auch in seiner Mannschaft gut vorstellen.
Ansonsten müht sich die junge Truppe, ist fleißig, an der einen oder anderen Stelle des Kaders hätte etwas mehr Qualität aber gutgetan. Die Frankfurter setzen auf eine positive Entwicklung ihrer Talente, die sich aber wohl im Kampf gegen den Abstieg bewähren müssen – so jedenfalls die ersten Eindrücke.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/regionalliga/ofc-vorne-eintracht-ii-hinten-start-der-hessen-teams-in-die-regionalliga-v1,regionalliga-saisonstart-102.html






