Wirtschaft

Flughafen Frankfurt nach 9/11: Der Tag, der das Fliegen veränderte

Flughafen Frankfurt nach 9/11: Der Tag, der das Fliegen veränderte

Nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 brachen auch am Flughafen Frankfurt die Passagierzahlen ein. Bis heute spüren Reisende die Nachwirkungen der Anschläge.


Ganzkörperscanner am Flughafen Frankfurt. Bei einem Pressetermin lief hr-Reporterin Victoria Enzenauer durch. (Archivbild)
Bild © picture alliance / Kirchner-Media | Christopher Neundorf


Terroristen der islamistischen Organisation Al-Qaida steuerten Flugzeuge in die zwei Türme des World Trade Centers in New York. Die beiden Türme stürzten ein, die Welt sah geschockt zu. Ein weiteres Flugzeug lenkten Terroristen ins Pentagon in Washington. In einem vierten überwältigten Fluggäste die Entführer, so dass es auf einem Feld abstürzte. Fast 3.000 Menschen starben bei den Terroranschlägen am 11. September 2001.

Die Schockwellen dieses verheerendsten Terroranschlags breiteten sich über den ganzen Globus aus. Unmittelbar danach wurden Sonderkontrollstellen am Flughafen Frankfurt eingerichtet, um vor allem die Passagiere mit dem Ziel USA strenger zu kontrollieren. Dafür, erzählt Mathiy Schanmuganathan, seien damals extra Luftsicherheitsassistenten von anderen deutschen Flughäfen nach Frankfurt gebracht worden, unter anderem er selbst. 

„Da hat man jede Rasierklinge weggenommen, jeden Nagelknipser“, erinnert sich Schanmuganathan, der heute in leitender Funktion im Bereich der Passagierkontrollen an Deutschlands größtem Airport arbeitet. Er berichtet von dem riesigen Aufwand damals, als die erweiterten Kontrollen weitgehend per Hand durchgeführt werden mussten.

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03:11 Min.
||Roman Warschauer

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Condor-Chef: Unschuld endgültig verloren

Die Art der Anschläge sei eine Zäsur gewesen, sagt Michael Kraft, Pressesprecher der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Keiner habe sich zuvor vorstellen können, dass ein Flugzeug als Waffe verwendet wird. „Ab dem 11. September war das anders.“

In der Folge verschärften sich die Kontrollen für die Passagiere, aber auch für die Flughafenmitarbeiter. Die Airlines wiederum mussten etwa die Türen der Cockpits gegen unbefugten Zutritt sichern – die Al-Qaida-Terroristen hatten die Flugzeuge während des Flugs unter ihre Kontrolle gebracht, indem sie die Piloten überwältigten.

Peter Gerber, Chef der Frankfurter Fluggesellschaft Condor, sagt, die Luftfahrt habe mit den Ereignissen vom 11. September 2001 in den USA endgültig ihre Unschuld verloren.

Mitgebrachte Flüssigkeiten sind seitdem tabu

Bestimmungen zur Luftsicherheit seien auch immer eine Reaktion auf neue Bedrohungen, sagt Bundespolizei-Sprecher Kraft. Nach den Anschlägen gerieten Schuhe in den Fokus als Reaktion auf den sogenannten Schuhbomber Richard Reid, der im Dezember 2001 mit einer Sprengvorrichtung in seinen Schuhen an Bord eines Flugzeugs gehen wollte. Andere Männer versteckten Teppichmesser in ihren Sohlen.

Auch Flüssigkeiten außer in sehr kleinen Mengen muss man seitdem an der Sicherheitsschleuse abgeben. Auch wenn die Regeln etwas gelockert wurden, dürfen sie im Prinzip bis heute nur beschränkt mit ins Flugzeug genommen werden.

Heute sind in Frankfurt rund 15 Millionen Passgiere mehr unterwegs als vor 25 Jahren. Dass trotz der intensiven Kontrollen von Hand- und Reisegepäck der Betrieb praktisch reibungslos weiterläuft, liegt vor allem am technischen Fortschritt.

CT-Scanner beschleunigen die Abläufe

Früher habe man nur ein einfaches Röntgengerät gehabt, sagt Mathiy Schanmuganathan. Heute kommen hingegen Scanner mit CT-Technik zum Einsatz. Sie liefert den Kontrolleuren frei drehbare 3D-Bilder der Gepäckstücke. „In einigen Geräten ist auch eine KI mit integriert“, sagt der Sicherheitsfachmann.

Das Ganze soll die Abläufe bei den Passagierkontrollen schneller und einfacher machen, ohne Abstriche bei der Luftsicherheit. Und es bietet einen Vorteil für die Fluggäste: Laptops oder Tablets können bei der Kontrolle im Handgepäck bleiben, auch die Flüssigkeitsregeln entfallen hier.

Deutlich weniger Sicherheitskontrollspuren

Der Monitor eines Gepäckscanners am Flughafen zeigt einen Stiefel in einem Koffer.


Monitor eines CT-Scanners am Flughafen Frankfurt (Archivbild).
Bild © picture alliance / Kirchner-Media | Christopher Neundorf


Rund 100 Sicherheitskontrollspuren hat der Flughafen Frankfurt nach eigenen Angaben heute. 63 davon sind bereits mit CT-Scannern ausgerüstet. Wie sehr die neue Technik die Kontrollvorgänge beschleunigt, zeigt sich auch daran, dass Anfang 2023 noch rund 170 Kontrollspuren am Flughafen nötig waren.

Nach der Zäsur durch die Anschläge vom 11. September 2001 hat die Luftfahrt gelernt, mit der neuen Sicherheitslage umzugehen. Für Condor-Chef Peter Gerber ist das ein Zeichen dafür, „wie anpassungsfähig der Mensch und seine Systeme sind“, damit der Luftverkehr weiter wachsen könne. Dennoch sagt er: „Die Veränderungen waren ganz gravierend.“

Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/flughafen-frankfurt-nach-911-der-tag-der-das-fliegen-veraenderte-v1,11-september-flughafen-100.html

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