Die Eintracht feiert in Mainz ihren ersten Saisonsieg. Trotz defensiverer Ausrichtung als zuletzt machen die Offensivleute den Unterschied. Zum Jubeln ist nur einem von ihnen nicht zumute.
Can Uzun (von links) jubelt mit seinen Kollegen Jeremiaha Maluze und Robin Koch über das 3:0.
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00:53 Min.||Stefan Kersthold
Ein Tor, eine Vorlage – und kein Jubel: Jonathan Burkardt war an ehemaliger Wirkungsstätte in Mainz einer der entscheidenden Männer. Gemeinsam mit seinem Offensivkollegen Can Uzun führte der Mittelstürmer die Frankfurter Eintracht vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp zum so wichtigen ersten Saisonsieg. Mit 3:1 (2:0) setzten sich die Hessen im Nachbarschaftsduell beim FSV durch. Die frühe Führung von Uzun hatte Burkardt vorgelegt (9.), das zweite Tor selbst erzielt (45.+1). Zwischenzeitlich parierte der Frankfurter Torwart Noah Atubolu einen Elfmeter von Nadiem Amiri (43.). Das 3:0 besorgte erneut Uzun nach einer hübschen Kombination (60.). Der Mainzer Treffer von Phillip Tietz kam zu spät (89.).
Für die Eintracht war es der erste Sieg in Mainz seit Januar 2021, damals ebenfalls unter der Leitung von Trainer Adi Hütter, zudem der erste Bundesliga-Dreier seit Mitte April. Da fiel auf hessischer Seite schon eine ganze Menge Last ab, keine Frage.
Hütter stellt das System um
Was vorher viele erwartet hatten, setzte Eintracht-Trainer Hütter in die Tat um. Schon am dritten Spieltag passte er sein System an. Dreier- statt Viererabwehr, zwei Schienenspieler, nur ein Stürmer. Während Youngster Jeremiaha Maluze hinten seinen zweiten Startelf-Einsatz in dieser Saison bekam, musste der bisherige Topscorer Younes Ebnoutalib (drei Treffer, eine Vorlage) anfangs auf die Bank. Der Coach wählte den für ihn untypischen Defensivansatz, bot nur drei gelernte Offensivkräfte auf. Mit Erfolg, wie sich herausstellen sollte. Im zentralen Mittelfeld feierte zudem Noel Aseko sein Eintracht- und Bundesliga-Debüt. Vorweg: Er machte seine Sache gut, war präsent und umtriebig.
Überhaupt kamen die Hessen gut ins Spiel. Nach einem Pfosten-Warnschuss von Ritsu Doan (6.) leitete ebenjener Eintracht-Profi drei Minuten später die Führung ein. Doan erwies sich im Zweikampf beharrlich und schickte Burkardt auf die Reise. Der Ex-Mainzer zündete – begleitet von Pfiffen – den Turbo, legte quer, Uzun schob ein (9.). Die Gastgeber ihrerseits konnten mit einem klaren Plus an Ballbesitz lange nichts anfangen, erst ein zu lascher Rückpass des Frankfurter Kapitäns Robin Koch, den Torwart Atubolu ausbügelte, leitete eine stärkere Phase der Nullfünfer ein – mit dem Höhepunkt in der 43. Minute.
Burkardt, der Oldschool-Neuner
Da erkonterten sich die Mainzer einen Elfmeter. Raphael Onyedika zupfte Sheraldo Becker am Oberarm, der Stürmer nahm dankend an. Den fälligen Strafstoß parierte Atubolu gegen Amiri, den Nachschuss aus sechs Metern versemmelte der Ex-Darmstädter Tietz kläglich.
Statt mit einem möglichen Remis ging es dann sogar mit einer Frankfurter Zwei-Tore-Führung in die Pause. Einen Befreiungskopfball von Maluze verwertet Torjäger Burkardt (45.+1). Den Körper reingestellt, wenige Meter gelaufen, trocken ins Eck verwandelt – ein Tor, wie es auch Angreifer vor 20 Jahren nicht hätten besser erzielen können. Jonny, der Oldschool-Neuner. An ehemaliger Wirkungsstätte verzichtete Burkardt auf einen ausgelassenen Torjubel.

Torjubel ohne Jubel: Jonathan Burkardt direkt nach seinem 2:0.
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Tolle Kombination zur Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel probierten es die Mainzer zwar, ihre Angriffswucht wie zuletzt beim 5:0-Sieg in Hamburg aber brachten die Rheinhessen nie auf den Rasen. Die Eintracht-Defensive hielt stand. Atubolu war ein mehr als sicherer Rückhalt, Maluze verteidigte überzeugend, Libero Robin Koch mit Ausnahme des zu lässigen Rückpasses ebenso.
Und vorne kamen die Gäste nun richtig ins Zocken. So führte ein schnell ausgeführter Einwurf zum 3:0. Über Doan und den gerade für den ausgepowerten Aseko eingewechselten Mario Götze kam der Ball zu Uzun, der erneut nur einschieben musste (60.). Eine hübsche und schnelle Kombination, die die Partie entschied. Der Mainzer Ehrentreffer von Tietz kam zu spät (89.).
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/erster-saisonsieg-fuer-eintracht-frankfurt-burkardt-und-uzun-knipsen-in-mainz-v1,eintracht-mainz-spielbericht-102.html



