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Vom Systemopfer bei der Eintracht zum möglichen Klopp-Debütanten: Ebnoutalib durchlebt Gefühls-Wirrwarr

Vom Systemopfer bei der Eintracht zum möglichen Klopp-Debütanten: Ebnoutalib durchlebt Gefühls-Wirrwarr

Younes Ebnoutalib startete mit einem Dreierpack in die Bundesliga-Saison, zwei Spiele später findet er sich auf der Ersatzbank von Eintracht Frankfurt wieder. Für die DFB-Elf ist er offenbar trotzdem ein heißer Kandidat.


Younes Ebnoutalib muss sich wieder einmal zurückkämpfen.
Bild © IMAGO / as-sportfoto


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01:35 Min.
||hr


So läuft das Eintracht-Mannschaftstraining

Hütter im Trainingslager der Eintracht

Bild © Foto Hübner


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Nein, an diesem Dienstag konnte Younes Ebnoutalib im Training von Eintracht Frankfurt nicht auf sich aufmerksam machen. Der so furios in die Saison gestartete Stürmer blieb auf dem vorbildlich getrimmten Platz vor der Wintersporthalle eine Randfigur, für die Show sorgten während der rund 75-minütigen Trainingseinheit andere.

Beim Aufwärmen präsentierte sich der vermeintliche Bald-Nationalspieler Elias Baum besonders breitbrüstig. Wenige Stunde nach einem Bericht der Bild, wonach Baum ein ganz heißer Kandidat für den ersten Jürgen-Klopp-Kader sei, marschierte der 20-Jährige vorneweg und strahlte dabei mehr Selbstbewusstsein aus als in seinen bisherigen zwölf Bundesliga-Spielen zusammen. Baum in der DFB-Elf? Na, Klopp wird es schon wissen.

Während des knapp 45 Minuten langen Abschlussspiels auf engem Platz zeigten sich dann Ayoube Amaimouni und allen voran Farès Chaibi sehr spielfreudig und treffsicher. Auch Jonathan Burkardt ließ sein Können etwas mehr aufblitzen als andere.

Sein designierter Sturmpartner Ebnoutalib hingegen, um zum Anfang zurückzukommen, blieb sehr unauffällig. Der Eben-noch-Senkrechtstarter dieser Saison ist wieder einmal ausgebremst worden und erst einmal nur noch Reservist. Schon wieder eine emotionale Achterbahnfahrt, ein Déjà-vu für den 23-Jährigen. Die aber doch noch Fahrt aufnehmen kann: Denn laut Sky soll Jürgen Klopp neben Burkardt am Donnerstag auch Younes Ebnoutalib für die DFB-Elf nominieren. Es wäre der Höhepunkt von turbulenten Monaten des 23-Jährigen.

Auf Blitzstart folgt Enttäuschnug – Part 1

Im vergangenen Januar – bei seinem ersten Spiel für seinen neuen Club Eintracht Frankfurt – stand das Kind der Nordi direkt in der Startelf und büffelte gegen den BVB furchtlos drauflos. In einer schwierigen Phase der Hessen sorgte Ebnoutalib endlich mal wieder für Emotionen auf den Rängen, sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:2 zeigte sein ganzes Potenzial. Der 23-Jährige verkörperte Power, Tempo und Kaltschnäuzigkeit. Der Beginn eines Frankfurter Märchens? Nicht ganz.

Nur vier Tage später zog sich Ebnoutalib im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart einen Innenbandriss im Knie zu und musste daraufhin wochenlang pausieren. Als er endlich wieder fit war, wurde er vom neuen Trainer Albert Riera quasi komplett ignoriert. Ein weiteres Tor gelang dem gebürtigen Frankfurter nicht mehr, auch aus der durchaus möglichen WM-Teilnahme mit Marokko wurde nichts. Auf den Blitzstart folgten zahlreiche Dämpfer, viel bitterer hätte es nicht laufen können.

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Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo vom FSV Mainz  und rechts das Logo der Eintracht Frankfurt

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Ebnoutalib in sehr guter Frühform

Und auch in dieser Saison schien es das Schicksal nicht wirklich gut zu meinen mit Ebnoutalib. In der Sommerpause arbeitete das Muskelpaket selbst im Urlaub an seiner Fitness, sein nahezu fettloser Körper brachte ihm sogar Vergleiche mit Cristiano Ronaldo ein. Klare Sache: Da wollte es einer wissen und unter Trainer Adi Hütter neu durchstarten. „Jonny Burkardt und ich als Doppelspitze, das wäre schon krass“, sagte er im Trainingslager im Interview mit dem hr-sport.

Ein Ziel, das zu Beginn der Spielzeit dann tatsächlich Realität wurde. Da kein neuer Angreifer mehr verpflichtet wurde, bildete Ebnoutalib gemeinsam mit Jonathan Burkardt den Zweier-Angriff der Hessen. Nach einem Treffer gegen den überforderten SC St. Tönis im DFB-Pokal schnürte Ebnoutalib beim Bundesliga-Auftakt gegen Union Berlin sogar einen Dreierpack.

Zwei Spiele, vier Tore und eine Erkenntnis: Ebnoutalib ist in Topform, sogar der neue Bundestrainer Jürgen Klopp soll sich in seinem persönlichen Gespräch nach der Bereitschaft für eine DFB-Karriere erkundigt haben. Nach Informationen von Sky vom Dienstag könnte der Frankfurter Angreifer sogar im Aufgebot der Nationalmannschaft stehen. Ebnoutalib, plötzlich wieder Shootingstar.

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Younes Ebnoutalib im Interview


Younes Ebnoutalib.
Bild © hr


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Auf Blitzstart folgt Enttäuschnug – Part 2

Der Knick in der Frankfurter Heldenreise folgte auf Club-Ebene jedoch noch vor der möglichen Klopp-Nominierung. Nach der 1:4-Schmach gegen den FC Augsburg sah sich Coach Hütter richtigerweise zum Handeln gezwungen und stellte das System um. Der wackligen Viererkette schenkte der Österreicher mit Jeremiah Maluze einen zusätzlichen Innenverteidiger, aus dem vorher praktizierten 4-2-2-2 wurde ein 3-4-2-1. Folge: Senkrechtstarter Ebnoutalib fand sich in Mainz auf der Ersatzbank wieder. „Im Endeffekt verdient es keiner, dass er raus muss. Natürlich tut mir das auch für Younes leid“, sagte Hütter nach dem 3:1-Erfolg.

Während seine Teamkollegen also die beste Saisonleistung ablieferten, konnte Ebnoutalib nur tatenlos und bewundernd von außen zuschauen. Burkardt bereitete als einzige Spitze einen Treffer vor und erzielte einen selbst. Can Uzun, einer von zwei Zehnern, traf gleich doppelt. Ritsu Doan blühte in neuer Rolle im Kreativzentrum und mit reichlich Freiheiten ausgestattet förmlich auf und knüpfte endlich mal wieder an Leistungen früherer Zeiten an.

Ebnoutalib muss dranbleiben

In dieser Form und dieser Zusammensetzung kann die Dreier-Offensive der Eintracht funktionieren, die Balance stimmte zudem erstmals in dieser Spielzeit. Bis auf den verschossenen Elfmeter durch Nadiem Amiri und den Last-Minute-Anschlusstreffer durch Phillip Tietz ließ die hessische Defensive nicht viel zu. Die neue Formation könnte so zu einer dauerhaften werden. Allesamt keine allzu guten Nachrichten für Ebnoutalib. „Er ist dem System zum Opfer gefallen“, fasste auch Burkardt zusammen. „Mir tut das leid für ihn.“

Aber, und auch das ist klar und wichtig: Burkardt, der schon immer anfällig war, wird seine Pausen brauchen. Die kalte Jahreszeit und mögliche muskuläre Verletzungen kommen erst noch, die Eintracht wird nicht in dieser Formation bis ins Frühjahr rennen. „Younes wird noch viele gute Spiele und auch viele Spiele von Beginn an machen“, betonte Burkardt. Vielleicht holt er sich ja auch über den DFB weiteres Selbstvertrauen für die Eintracht.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/vom-systemopfer-bei-der-eintracht-zum-moeglichen-klopp-debuetanten-ebnoutalib-durchlebt-gefuehls-wirrwarr-v1,eintracht-systemopfer-ebnoutalib-100.html

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