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Das Eintracht-Remis gegen Freiburg in der Analyse: Auf der Suche nach Stabilität

Das Eintracht-Remis gegen Freiburg in der Analyse: Auf der Suche nach Stabilität

Eintracht Frankfurt spielt Remis gegen den SC Freiburg. Die Offensive macht Spaß, die Probleme sind aber erneut dieselben. Und über allem schwebt die Systemfrage. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt hat am Samstag gegen den SC Freiburg 2:2-Unentschieden gespielt. Zweimal gingen die Hessen durch Younes Ebnoutalib (10. Minute) und Jonathan Burkardt (36.) in Führung, zweimal glich der SC durch Derry Scherhant (34.) und Yuito Suzuki (48.) aus. Die Analyse in fünf Punkten.

1. Die Systemfrage

Woche für Woche wartet man in Frankfurt gespannt auf den Spielberichtsbogen, um zu sehen, ob die Eintracht in Dreier-/Fünferkette oder doch in Viererkette verteidigt. In den ersten beiden Spielen stellte Hütter in Viererkette auf, mit mäßigem Erfolg. Beim 3:1-Sieg in Mainz fand die Eintracht in der Dreierkette dann zu alter Stabilität zurück. Und gegen Freiburg?

Stellte Hütter wieder auf Viererkette um. In erster Linie hatte das personelle Gründe, mit Jeremiaha Maluze fällt Innenverteidiger Nummer drei aktuell aus, Nnamdi Collins saß nach längerer Verletzungspause zunächst auf der Bank. Was wahrscheinlich auch eine Rolle gespielt haben dürfte: Die Dreierkette hätte einem Offensiven den Platz gekostet, wie in Mainz, als Ebnoutalib draußensaß. Den frisch für die Nationalelf nominierten Stürmer aber erneut auf die Bank zu setzen, wäre schwer vermittelbar gewesen. Zumindest offensiv, so viel vorweg, war Hütters Entscheidung richtig.

2. Der Nationalmannschafts-Sturm trifft

In der Nationalmannschaft sind Ebnoutalib und Burkardt für die zwei verschiedenen Kader nominiert, mit denen der neue Bundestrainer Jürgen Klopp die ersten beiden Spiele und dann die letzten beiden Spiele bestreitet. Was schade ist, denn Ebnoutalib und Burkardt gemeinsam spielen zu sehen, ist eine Freude. Zumal dann, wenn sie noch von anderen fähigen Kickern wie Can Uzun oder Ritsu Doan umgeben sind.

Insbesondere das erste Tor war zum Zungeschnalzen. Burkardt erlief einen langen Ball auf der linken Seite, entschied sich gegen die weite Flanke sondern schlug den Ball flach in den Strafraum, wo Doan seinen Gegenspieler mit einer wunderbaren Ballmitnahme stehen ließ und auf Ebnoutalib querlegte. Das 2:1 besorgte Burkardt dann selbst, in allerfeinster Strafraumstürmer-Manier: Gelauert, Körper reingestellt, humorlos abgeschlossen. Beide, Burkardt und Ebnoutalib, starten in absoluter Topform in die Saison. Und zeigen diese hoffentlich auch bald unter Klopp.

3. Alte Probleme in der Abwehr

Mit dem 2:1 ging es in die Pause, alles tippitoppi war aber dennoch nicht. „Wenn man ganz ehrlich ist, spielen wir keine so gute erste Halbzeit und gehen trotzdem mit einer Führung in die Kabine, über die wir unterm Strich glücklich sein können“, sagte Keeper Noah Atubolu nach dem Spiel. Tatsächlich erwies sich Freiburg als unangenehmer, intensiver, taktisch sehr disziplinierter Gegner, der immer wieder gefährlich wurde. Und vor der Partie immerhin Tabellenführer war.

Dass die Breisgauer am Ende mit einem 2:2 nach Hause fuhren, trotz zweimaliger Frankfurter Führung, hatten sie neben ihrer eigenen guten Leistung aber auch der gütigen Mithilfe der Frankfurter Abwehr zu verdanken. Beim 1:1 durch Scherhant lief Robin Koch nur nebenher und ließ sich dann per Haken viel zu einfach aus der Aktion nehmen, Scherhant schlenzte an Koch vorbei ins lange Eck. Das 2:2 kurz nach der Pause war dann von A bis Z lausig verteidigt. Der eingewechselte Oscar Höjlund verlor an der Außenlinie den Ball, weder Lilian Brassier noch Koch noch Höjlund übten danach Druck auf Scherhant aus, der in seiner gesamten Karriere wohl nie wieder ungestörter zur Flanke kommen wird. Am zweiten Pfosten sagte der ebenfalls blanke Suzuki danke. „Wir sind ja klar in Ballbesitz und kriegen dann ein sehr, sehr billiges Tor. Das müssen wir abstellen und da habe ich kein Verständnis“, ärgerte sich Hütter zu Recht.

Die Probleme der Eintracht-Defensive sind also weiter dieselben: Eine viel zu zögerliche Zweikampfführung, insbesondere wenn der Gegner Platz und Tempo hat. Unerklärliche Tiefschlaf-Phasen nach der Halbzeit, schon gegen Augsburg kassierte die Eintracht praktisch mit Wiederanpfiff ein Gegentor. Und die Probleme, Führungen souverän über die Bühne zu bringen. Auch gegen Union und gegen Augsburg lag die Eintracht in Front, wie nun gar zweimal gegen Freiburg. Und kommt auf zwei Punkte aus diesen drei Spielen. „Wir haben ein bisschen ein Problem nach der Halbzeit, dass wir da zu schnell die Gegentore kriegen. Daran müssen wir arbeiten“, so Atubolu.

4. Die Systemfrage (schon wieder)

Weil Freiburg nach dem 2:2 phasenweise auf den Siegtreffer drückte, stellte sich für Hütter erneut die Systemfrage. In der 61. Minute nahm er den glücklosen Elias Baum und Doan vom Platz und komplettierte mit Nnamdi Collins und Ansgar Knauff, der auf der rechten Schiene zum Einsatz kam, seine Dreier-/Fünferkette. Und siehe da: In den folgenden Minuten war die Eintracht direkt wieder besser im Spiel und hatte durch Burkardt und Uzun drei Großchancen.

Ob das für eine Ableitung genügt? Zumal auch der SC Freiburg in der Folge wieder zu Chancen kam und dem Sieg gegen Ende des Spiels wieder näher war. „Vor den Gegentoren sind es Fehler, die mit der Taktik nichts zu tun haben“, sagte Hütter zudem zu Recht. Auch Koch sagte: „Das alles ist keine Systemfrage. Ich glaube, dass wir unser Spiel vorantreiben und uns weiter finden müssen.“ Nach vier Spielen drängt sich dennoch der Eindruck auf, dass ein zusätzlicher Defensiver der Mannschaft guttut. Und so wird aus Hütters Systemfrage seine Quadratur des Kreises: Sein Team braucht die Stabilität der Dreierkette, aber wirklich verzichten auf einen Offensiven aus dem Quartett Doan / Uzun / Burkardt / Ebnoutalib kann er eigentlich auch nicht.

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Adi Hütter

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5. Was ist der Saisonstart wert?

Unterm Strich waren prinzipiell alle Frankfurter mit dem Remis zufrieden. „Mit dem Punkt kann ich leben“, sagte Hütter. „Am Ende ist es für uns ein gutes Unentschieden, wenn man ehrlich ist“, sagte Atubolu. Die Freiburger präsentierten sich stark an diesem Tag, „eine sehr gute Mannschaft, die schon sehr weit ist in ihrer Entwicklung“, wie Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche sagte. Ebendiese Entwicklung scheint bei der Eintracht noch im Gange. Die Offensive ist immer für ein Highlight gut, die Defensive aber auch immer für ein unnötiges Gegentor. Es gibt Phasen im Spiel der Eintracht, in der sie plötzlich klar besser, fast dominant ist. Dann wieder wackelt plötzlich das ganze Konstrukt.

„Wenn man die ersten Spiele ansieht, muss man sagen: Wir schaffen es noch nicht ganz, die Stabilität über 90 Minuten hinzubekommen. Für den Umbruch, den wir hatten, geht das aber in Ordnung“, zog Krösche ein entsprechendes Fazit. Fünf Punkte aus den vier ersten Spielen sind sicher kein Ruhmesblatt, aber eben auch keine Vollkatastrophe. Eher Durchschnittsware. Aber die Stabilität wird für die Eintracht der Schlüssel zu dieser Saison sein, denn Potenzial gibt es genug. Gut, dass nun eine dreiwöchige Länderspielpause ansteht, in der die Eintracht weiter an der Stabilität und Balance arbeiten kann.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/das-eintracht-remis-gegen-freiburg-in-der-analyse-auf-der-suche-nach-stabilitaet-v1,analyse-sge-scf-100.html

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