Der SV Darmstadt 98 ist Tabellenletzter und bleibt das dank der XXL-Länderspielpause nun auch etwas länger. Der Saisonstart hat gezeigt, dass auf die Lilien eine schwierige Saison wartet. Die Frage wird sein: wie schwierig? Eine Einordnung des Starts.

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Es gibt eine Sichtweise, die viele, die im Profifußball arbeiten, teilen und oft erklären. Diese geht so: Die Tabelle lügt zum Beginn der Saison zwar nicht direkt, sie erzählt aber auch nicht die ganze Wahrheit. Ein Spitzenreiter nach dem ersten Spieltag? Der ist schnell Geschichte. Ein Letzter kann auch nach zwei Partien durchstarten. Alles noch sehr eng beieinander, alles sehr abhängig vom Moment. Daher gilt oft die Formel: Erst ab dem zehnten Spieltag hat die Tabelle wirklich Relevanz. Etwas Wahres ist an dieser Betrachtung tatsächlich dran.
Womit wir jedoch beim Problem des SV Darmstadt 98 wären. Eigentlich sind in der neuen Zweitliga-Saison erst sechs Partien absolviert, die Tabelle, um beim eingangs erwähnten Bild zu bleiben, zeigt aber jetzt schon eine gefährliche Entwicklung. Die Lilien sind Tabellenletzter – und bleiben dies dank der XXL-Länderspielpause nun auch ein ganz schönes Weilchen. Kein schöner Anblick. Und auch einer, der eben jetzt schon aufzeigt, dass auf die Südhessen eine äußerst komplizierte Saison warten dürfte.

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Riesiger Umbruch im Sommer
Nur vier Punkte holten die Darmstädter bislang in sechs Spielen. Besonders die Niederlagen in Kaiserslautern und Wolfsburg haben entweder in der Art und Weise (FCK) oder Höhe (Wolfsburg) wehgetan und für Zweifel gesorgt. Der einzige Sieg gegen Bielefeld war eminent wichtig, sonst wäre nicht nur die Stimmungslage noch schlechter – sondern auch die Punktausbeute.
Dass den Lilien nach dem riesigen Umbruch im Sommer ein schwieriges Zweitliga-Jahr blühen könnte, war im Umfeld des Vereins so manchem bewusst. Dass der Start nun aber so dermaßen kompliziert werden würde, war definitiv nicht eingepreist. Gründe dafür gibt es ein paar.
Immer wieder fehlen wichtige Spieler
Einer davon ist übrigens nicht das Startprogramm: Nur gegen zwei Teams aus der oberen Tabellenhälfte, die eingangs erwähnten Lautern und Wolfsburg, mussten die 98er ran. Der Rest (Dresden, Kiel, Bielefeld, Hannover) ist ebenfalls nicht wirklich gut in die Saison gestartet. Da sind vier Zähler klar zu wenig.
Ein anderer schon eher die fehlende Konstanz. Die völlig neu formierte Lilien-Elf besitzt eigentlich im Zentrum einen stabilen Kern – bestehend aus Patric Pfeiffer, Aleksandar Vukotic, Kai Klefisch und Hiroki Akiyama. Nur: Aus dieser Achse fehlen andauernd Spieler. Sei es durch Verletzungen (Akiyama) oder unnötige Sperren (Klefisch, Vukotic). In der Liga spielte dieses Quartett nur am ersten Spieltag zusammen. Auch eigene Fehler leistete sich die Achse des Teams schon zu oft.
Richter soll ein Anker sein
Der Halt, den der Rest, der teilweise die Liga vor dem Wechsel nicht kannte, drumherum dringend bräuchte, ist dadurch schwer herzustellen. Auch deswegen wurde nach dem Ende des Transferfensters noch Marco Richter hinzugeholt. Ein Anker auf dem Spielfeld, einer, der die Mannschaft zusammenhält. Das fehlte den Lilien zuvor. „Er hat vom ersten Moment an allen anderen das Gefühl gegeben: ‚Leute, beruhigt euch, das bekommen wir hin.‘ Das ist ganz wichtig“, erklärte auch Trainer Florian Kohfeldt.
Mit Rückkehrer Richter gelang gegen Bielefeld der wichtige erste Sieg, in Wolfsburg gab es eine Woche später den nächsten Rückschlag. Die Rote Laterne ist so wieder im Besitz der Südhessen.
Zweite Liga extrem ausgeglichen
Das Problem ist: In einer so ausgeglichenen Liga kann ein schlechter Start, ein negativer Lauf, schnell zu größeren Sorgen führen. Auf Kampf um den Klassenerhalt möchten sie in Darmstadt verständlicherweise gerne verzichten. Stand jetzt ist dieses Droh-Szenario in dieser Spielzeit aber kein unrealistisches.
Eine ausgeglichene Liga bedeutet freilich auch, dass es schnell wieder in die andere andere Richtung gehen kann. Das ist zumindest die Hoffnung bei den 98ern. Wenn es nach der Länderspielpause also weitergeht, mit Spielen gegen Cottbus und in Karlsruhe, sollte ein deutlicher Aufwärtstrend in Darmstadt zu erkennen sein. Sonst könnte aus dieser jetzt schon komplizierten Spielzeit eine wirklich enorm komplizierte Spielzeit werden.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/darmstadt-98/auf-darmstadt-98-wartet-eine-aeusserst-komplizierte-saison-v1,lilien-nach-saisonstart-100.html




