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Von Top-Transfer bis Bankdrücker: So schlagen sich die Eintracht-Neuzugänge

Von Top-Transfer bis Bankdrücker: So schlagen sich die Eintracht-Neuzugänge

Mit der Verpflichtung von Atubolu beendete die Eintracht von einen auf den anderen Tag die mehr als ein Jahr anhaltende Torwartdiskussion. Der Ex-Freiburger ist gesetzt, parierte die Hessen in Mainz auf die Siegerstraße. Dass er seinen eigenen Bundesliga-Rekord auf sechs gehaltene Elfmeter am Stück ausbaute, ist herausragend. Auf der negativen Seite steht dagegen ein Patzer gegen Augsburg sowie ein wohl haltbares Gegentor gegen Freiburg. Ebenfalls erwähnenswert: Dank seiner Persönlichkeit brauchte Atubolu keine Zeit, sich in der Mannschafts-Hierarchie einen Platz recht weit oben zu ergattern. Er geht auch verbal voran auf dem Feld. Dass er von Bundestrainer Jürgen Klopp zur Nationalmannschaft berufen wurde, dürfte ihm zusätzlichen Auftrieb verleihen – für einen Keeper nicht die schlechteste Voraussetzung.

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Lilian Brassier

Der französische Innenverteidiger hält das, was sich die Verantwortlichen von ihm versprochen haben. Er spielt auf konstant gutem Niveau. Fußballerisch ist da vielleicht hier und da Luft nach oben, defensiv aber waren die Auftritte bisher tadellos. Brassier ist enorm zweikampfstark (71 Prozent gewonnene Duelle), bringt auch ein ordentliches Kopfballspiel mit. Vor allem versteckt er sich nicht, wirkt nach wenigen Wochen schon gut angekommen und wie der eigentliche Abwehrchef des Teams – nicht etwa Robin Koch. Trainer Adi Hütter kannte die Qualitäten des 26-Jährigen, was sich sofort auszahlt.

Otavio

Der brasilianische Abwehrspieler kam in einer erstaunlichen körperlichen Verfassung nach Frankfurt – in einer erstaunlich schlechten. Beim Testspiel-Debakel in Brentford japste Otavio seinen Gegnern nur so hinterher. Fünf Einsatzminuten gegen Union Berlin waren daher das Höchste der Gefühle. Da fehlt noch eine ganze Menge zu einem verlässlichen Bundesliga-Profi.

Noel Aseko

Das Eintracht-Debüt von Noel Aseko in Mainz verlief vielversprechend, nahm der teuerste Sommer-Neuzugang doch ohne Anlaufzeit die Zügel des Spiels in die Hand. Aseko ist flink unterwegs, geht gerne auch mal ins Risiko, kann ein Spiel beleben. Gegen Freiburg machte er dagegen zu viele einfache Fehler und war schon zur Pause völlig platt. Die weitestgehend fehlende Vorbereitung machte sich deutlich bemerkbar. Aseko hatte mit Knieproblemen zu kämpfen. Doch täuscht der Eindruck nicht, könnte der U21-Nationalspieler ein Gewinn für die Eintracht sein, bestimmt schon kurz-, vor allem aber mittel- und langfristig.

Raphael Onyedika

Onyedika bringt weniger Energie als Aseko auf den Rasen, dafür mehr Strategie. Der Sechser setzt auf Ruhe, Abgeklärtheit und Übersicht. In der Mannschaft ist er unangefochten, wenngleich die Leistungen bisher eher durchwachsen waren. Ab und an fehlt es dem 25-Jährigen wohl noch an der nötigen Handlungsschnelligkeit für die Bundesliga, bereits drei Gelbe Karten sprechen jedenfalls für diese These. Alles in allem aber hilft Onyedika den Frankfurtern dennoch weiter – gerade mit Blick auf die leidige Sechser-Thematik der vergangenen Jahre. Er ist eine Konstante. Das gab es lange nicht mehr.

Malik Pimpong

Der Nachwuchsstürmer kam schon auf mehr Bundesligaminuten, exakt 27, als es die meisten vor der Saison erwartet hatten. Im Auftaktspiel in Berlin leitete er sogar einen Treffer ein. Dass Pimpongs Einfluss auf das Eintracht-Spiel in naher Zukunft deutlich wächst, ist dagegen unwahrscheinlich. Der dänische U19-Nationalspieler, für den auch der ehemalige Frankfurter Rasmus Kristensen ein gutes Wort eingelegt haben soll, kann mit den Qualitäten von Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib aktuell bei weitem nicht mithalten. Auch künftig wird sich der 18-Jährige daher im Training, über Kurzeinsätzen oder mit Auftritten in der Regionalliga empfehlen müssen. Dort hat er schon einen Treffer erzielt.

Keita Kosugi, Elias Baum und Jeremiaha Maluze

Mit dem jungen Abwehrtrio hat die Eintracht drei interne Zugänge hervorgebracht, spielten Kosugi, Baum und Maluze in der vergangenen Saison doch keine Rolle beim Bundesligisten. Die größte Überraschung ist Maluze, der es vor einigen Monaten noch mit Stadtallendorf oder Hummetroth zu tun hatte, und nun Stürmer wie Phillip Tietz oder Sheraldo Becker in Schach hält. Maluzes Startelfeinsätze gegen Union Berlin und Mainz waren mehr als gelungen. Ärgerlich ist, dass der 21-Jährige nun erstmal verletzt aussetzen muss. Nach seiner Rückkehr wird er sich in den internen Konkurrenzkampf mit Nnamdi Collins um einen Stammplatz begeben.

Es sei denn, Collins nimmt Elias Baum den Posten rechts hinten weg. Das Eigengewächs Baum konnte bisher nicht so richtig überzeugen, war an zu vielen Gegentoren direkt beteiligt. Zwar erhielt er öffentliche Unterstützung von Trainer Hütter, wird natürlich auch weiterhin seine Einsätze bekommen, der Druck durch Leute wie Collins oder Ansgar Knauff aber wird wachsen. Kaum Konkurrenz links hinten hat dagegen Keita Kosugi. Der Japaner ist gewiss kein überdurschnittlicher Bundesligaspieler wie Vorgänger Nathaniel Brown, ein Entwicklung dorthin wirkt ebenfalls in recht weiter Ferne, unangefochten ist er bei der Eintracht dennoch. Kosugi spielt bissig, haut sich rein, hat bereits beachtliche 50 Zweikämpfe gewonnen (Neunter in der gesamten Bundesliga).

Adi Hütter

Der Trainer-Rückkehrer erfüllt das, was von ihm erwartet worden war. Er sorgt für Ruhe in einem immer noch vergleichsweise unruhigen Umfeld. Der jungen, wackligen Mannschaft gibt er mit klaren Ansagen den nötigen Halt. Bei den Fans hat er mit einer wieder aggressiveren und aufregenderen Spielweise dafür gesorgt, dass auch der eine oder andere Fehler mehr verziehen wird. Intern trat er zudem in der Transferphase kritisch auf, sorgte mit seinen klaren Vorstellung wohl überhaupt erst dafür, dass Noah Atubolu und nicht Kaua Santos das Tor hütet.

Einen weiteren Verteidiger und Stürmer hätte Hütter trotzdem gerne gehabt, öffentlich beklagte er sich darüber aber nicht. Man stelle sich in identischer Situation nur Albert Riera vor, das Pulverfass Frankfurt wäre wohl explodiert. Freilich hat auch Hütter schon (kleine) Fehler gemacht, in Berlin etwa wechselte er etwas seltsam aus. Zudem sind bei allen positiven Impulsen auf die Spielweise die Abläufe auch Ende September noch nicht gefestigt, ist die Eintracht systematisch weiterhin auf der Suche nach einer Optimallösung.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/von-top-transfer-bis-bankdruecker-so-schlagen-sich-die-eintracht-neuzugaenge-v1,eintracht-zugaenge-100.html

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