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Eintracht Frankfurt auf Platz 10: Wo kann das sportlich hinführen?

Eintracht Frankfurt auf Platz 10: Wo kann das sportlich hinführen?

Die Eintracht ist in der frühen Saisonphase eine Suchende. Mal gut, mal schlecht, mal irgendwas dazwischen. Gerade an Halt fehlt es dem Team. Gefunden hat es dagegen die eigenen Prinzipien. Eine Einordnung des Starts.

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Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von Eintracht Frankfurt und rechts das Logo vom SC Freiburg

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Ein Sieg, zwei Remis, eine Pleite, Platz zehn nach vier Spieltagen: Eintracht Frankfurt ist in der Frühphase der Bundesliga-Saison so ziemlich das, was die Allermeisten als Mittelmaß bezeichnen würden. Nicht oben, nicht unten, eingeengt im Dazwischen. Was aber bedeutet das für den lange so hochschwebenden Bundesligisten? Für den Klub, der vor eineinhalb Jahren in die Champions League einzog, der anschließend eine Saison erlebte, die ihm spanisch vorkam, und der noch vor drei, vier Wochen fast zu implodieren schien an einer einzelnen Transferphase? Und wo, diese Frage zuletzt, kann das alles sportlich hinführen?

Adi Hütter, der coachende Glückgriff, fand nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg zumindest auf Letzteres jene Antwort: „In dieser Phase sollte man kleinere Brötchen backen.“ Was wohl so viel bedeuten sollte wie: Nicht von Europa reden, nicht an Europa denken, sondern sich bestenfalls Europa verdienen. Oder so ähnlich, vielleicht auch weniger. Ein wirkliches Saisonziel haben die Eintracht-Oberen offenbar bewusst nicht extern geäußert. Die Aktualität platziert die Frankfurter jedenfalls dort, wo sie leistungsmäßig bisher ungefähr hingehören.

Bisherige Saison „geht in Ordnung“

Die Startphase war nicht geprägt von viel Glück oder Pech, von den kaum zu beeinflussenden Faktoren. Sondern von eigenen Höchst- und Fehlleistungen. Es wechselten sich Erste-Sahne-Aktionen (vor allem im Angriff) mit Unter-aller-Kanone-Momenten (vor allem in der Abwehr) ab. Hier brillant herauskombinierte Treffer oder eine Elfmeter-Parade, dort gegentor-bringendes Zurückweichen oder ein Torwart-Lapsus. In den Worten von Sportvorstand Markus Krösche klang das am Samstag so: „Wenn man die ersten Spiele ansieht, muss man sagen: Wir schaffen es noch nicht ganz, die Stabilität über 90 Minuten hinzubekommen.“

Vor einem Jahr, als die Eintracht mit ihren sommerlichen Rekordausgaben darauf drängte, weiter in die Phalanx der Großen einzudringen, wären fünf Punkte gegen Union Berlin, Augsburg, Mainz und Freiburg zu wenig gewesen. Heute „geht das in Ordnung, für den Umbruch, den wir hatten“, wie Krösche sagte. Die Eintracht hat sich zurückentwickelt und ihre Ziele zurückgeschraubt. Aus dieser Haltung heraus will sie wieder Erfreuliches erschaffen.

Von Talenten und Erfahrenen

Der Kader, das wurde vielfach diskutiert und bewertet, ist nicht optimal austariert. Er ist jung, der jüngste der Bundesliga, an der einen oder anderen Stelle aber wohl zu jung. Die Besetzung der defensiven Außen ist da die augenscheinlichste Problemzone – Elias Baum mehr als Keita Kosugi. Einerseits. Andererseits bringt der Kader viel Talent mit, darunter ungeschliffenes Talent, das an einem Tag die Sterne vom Himmel spielt und am nächsten in der Dunkelheit verschwindet. Es sei der Prominenteste unter den Hochbegabten als Beispiel genannt: Can Uzun. Einer, der so viel kann, und doch so oft so viel Luft lässt zu seinem Können.

Das sich stets wiederholende Auf und Ab ausschließlich an den Jungen festzumachen, wäre gleichwohl falsch. Auch erfahrene Profis, etwa Kapitän Robin Koch, schaffen es nicht, die Last der vergangenen Saison dauerhaft abzuschütteln. Da folgt auf eine gute Leistung in Mainz wieder eine durchwachsene gegen Freiburg. Den Status des Abwehrchefs könnte Koch schon bald an den neuesten Neuzugang Lilian Brassier verlieren. Ein anderer Führungsspieler dagegen, Stürmer Jonathan Burkardt, geht breitschultrig voran, marschiert, wuchtet sich in die Gegner – und knallt die Bälle ins Netz.

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Auf die Prinzipien kommt es an

Jugend, Erfahrung, dazu Taktik. Mal Dreier-, mal Viererkette. Mal zwei Stürmer, mal einer. Mal ein Zehner, mal zwei. Man kann das flexibel nennen, wie es im heutigen Profifußball nötig ist. Oder auch instabil, weil die den Halt bringende Formation noch nicht gefunden ist. Trainer Hütter wird insgeheim an diversen Stellen hadern mit dem ihm zur Verfügung gestellten Personal. Nach außen aber rückt er klugerweise andere Dinge in den Fokus, etwa die Einstellung seiner Profis. Gegen Freiburg missfiel dem Coach die Haltung von Teilen des Teams, vermisste er Aggressivität, Power, die Basics. Deutlich kritisierte er daher das „zu wenig professionelle“ Verhalten.  

Der Coach ahnt, worauf es mit diesem wackligen Gebilde von Mannschaft ankommen könnte in dieser Runde. Nicht nur auf Talent, Erfahrung und Taktik, sondern vor allem auf klare Prinzipien. Die Eintracht rangiert nicht umsonst bei Ballbesitz- (9. Platz) oder Passquoten (13.) im tiefen Liga-Mittelfeld, während sie zur erweiterten Spitze bei gelaufenen Kilometern (5.), Sprints (6.) und intensiven Läufen (5.) zählt. Wird der Ball ergattert, wird er nach vorne gepasst. Ein vergleichsweise eher simpler Ansatz.

Die Fans honorieren ihn, der Stimmungsumschwung ist trotz der durchschnittlichen Resultate – und vor allem dank Hütters Fußballidee – gelungen. Die eine oder andere persönliche Erfolgsstory wie von Younes Ebnoutalib, dem Bundesliga-Toptorschützen und Neu-Nationalsstürmer, oder Jeremiaha Maluze, dem vormaligen Fünftligaverteidiger, helfen zusätzlich. Täuscht der Eindruck nicht, ist die Eintracht dabei, ihre in langweiligem Ballgeschiebe veschüttgegangene DNA zurückzuarbeiten – inklusive einiger bereits erlittener und mutmaßlich bevorstehender Rückschläge. Ein mühsamer, aber offenbar für Eintracht Frankfurt unvermeidbarer Weg.

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Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-auf-platz-10-wo-kann-das-sportlich-hinfuehren–v1,eintracht-bilanz-start-100.html

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