In der Silvesternacht 2024 werfen Jugendliche in Frankfurt einen E-Scooter von einer Brücke auf ein Polizeiauto. Die Tat sei ein gezielter Angriff gewesen, sagt das Gericht und verurteilt die Täter nun wegen versuchten Mordes zu langen Jugendstrafen.

Das beschädigte Polizeiauto nach dem E-Scooter-Wurf.
Bild © Polizeipräsidium Frankfurt am Main
Zwei 18 und 20 Jahre alte Jugendliche sind am Donnerstag wegen versuchten fünffachen Mordes zu langen Jugendstrafen verurteilt worden. Den 18-Jährigen verurteilte die Große Jugendkammer des Frankfurter Landgerichts zu einer Strafe von sieben Jahren, der 20 Jährige bekam vier Jahre und zehn Monate. Die Höchsttrafe im Jugendstrafrecht beträgt zehn Jahre.
Der dritte Angeklagte, ein 19-Jähriger, bekam eine Jugendstrafe von sechs Jahren unter anderem wegen Landfriedensbruchs.

Ende des Videobeitrags
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 18-Jährige in der Silvesternacht 2024/2025 von einer Fußgängerbrücke in der Frankfurter Nordweststadt gezielt einen 30 Kilogramm schweren E-Scooter auf ein Polizeiauto geworfen hat, das unter der Brücke durchfuhr. Dabei habe er Hilfe von den anderen Angeklagten bekommen.
Der Scooter traf den Streifenwagen an der Windschutzscheibe und dem Dach. Zwei Polizisten wurden verletzt. Zum Zeitpunkt der Tat war der Werfer 16 Jahre alt.
Gezielte Tat gegen Polizisten
Die Jugendkammer wertet die Tat als heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen begangen. Die Angeklagten hätten die Tat geplant, es sei ihnen darum gegangen, Polizisten gezielt zu schaden. Zudem habe es bereits in früheren Silvesternächten Probleme mit der Polizei gegeben.

Ende des Videobeitrags
Der heute 18-Jährige befand sich mit einer Gruppe auf der Brücke, von der aus weitere Gegenstände wie Knallkörper und ein Fahrrad auf Streifenwagen geworfen worden sein sollen. Der 20 Jahre alte Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt war, habe mit dem Werfer auf der Brücke gestanden. Er habe den Angriff koordiniert und selbst Gegenstände geworfen.
Dem 19 Jahre alten Angeklagten – zum Tatzeitpunkt 17 – wurde kein versuchter Mord zur Last gelegt, er war auch aufgrund weiterer Taten wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und einem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte angeklagt. Laut Anklage gab er dem heute 20-Jährigen eine Flasche zum Werfen und warf anschließend selbst eine Flasche auf den Streifenwagen.
Kritik an Staatsanwaltschaft
Das Gericht übte darüber hinaus deutliche Kritik an der Staatsanwaltschaft, die schlecht ermittelt habe. Es seien Telefone nicht ausgewertet und Gutachten nicht eingeholt worden. Deshalb habe der Prozess fast elf Monate gedauert.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/frankfurt-e-scooter-auf-polizeiauto-geworfen—jugendliche-zu-haft-verurteilt-v1,e-scooter-wurf-urteil-100.html

