Der wegen rechtsextremer Anschlagspläne verurteilte Franco A. ist aus der Haft entlassen worden. Der frühere Bundeswehroffizier hat seine Haftstrafe vollständig verbüßt. Nun steht der 37-Jährige unter Führungsaufsicht.

Franco A. vor Gericht (Archivbild).
Bild © picture-alliance/dpa
Audio
00:29 Min.|
Der wegen der Planung eines rechtsextremen Anschlags verurteilte ehemalige Bundeswehroffizier Franco A. ist aus der Haft entlassen worden. Er sei seit Freitag vergangener Woche wieder frei, bestätigte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Frankfurt dem hr am Mittwoch auf Nachfrage.
Zuerst hatte die „Offenbach-Post“ darüber berichtet. Die Polizei überwache die Einhaltung der Auflagen, sagte ein Sprecher der Polizei in Offenbach der Nachrichtenagentur AFP.
Prominente Politiker als Anschlagsziel
Im Juli 2022 hatte das Oberlandesgericht Frankfurt A. wegen der Planung eines Anschlags, Waffendelikten und Betrugs zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Diese Strafe hat er inzwischen vollständig verbüßt. Nun steht er unter Führungsaufsicht und muss sich an bestimmte Auflagen halten. Die Polizei überwacht deren Einhaltung.
Nach Überzeugung des Gerichts wollte A. mit einer Gewalttat die Verhältnisse in Deutschland nach seinen rechtsextremen Vorstellungen beeinflussen. Mögliche Opfer waren demnach Politiker wie der frühere Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und die damalige Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) sowie eine Menschenrechtsaktivistin.
Scheinidentität als syrischer Flüchtling
Der inzwischen 37 Jahre alte A. gab sich mehr als ein Jahr lang als syrischer Flüchtling David Benjamin aus und täuschte so die deutschen Behörden.
Der Senat war sich aber nicht sicher, ob er den Anschlag auch unter dieser Scheinidentität begehen wollte, wie es ihm die Bundesanwaltschaft zunächst vorgeworfen hatte. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.
Heftiger Widerstand bei Polizei-Kontrolle
Erst im August verurteilte das Landgericht Darmstadt A. wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einem Jahr Haft.. Das Gericht bildete eine neue Gesamtstrafe von sechs Jahren, wodurch sich seine Haftstrafe um ein halbes Jahr verlängerte. Der Vorfall hatte sich laut Urteil im Februar 2022 ereignet.
A. wurde nahe einem Bahnhof in Offenbach von Polizisten kontrolliert. Dagegen wehrte er sich gewaltsam. Mehrere weitere Beamte mussten zur Verstärkung gerufen werden. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/nach-anschlagsplaenen-und-haftstrafe-franco-a-wieder-frei-v1,ex-soldat-entlassen-100.html


