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Airport-Malaria in Frankfurt: Suche nach der Ursache geht weiter

Airport-Malaria in Frankfurt: Suche nach der Ursache geht weiter

Acht Infizierte, drei Tote: Nach den Malaria-Fällen rund um den Frankfurter Flughafen sind zuletzt keine weiteren Erkrankungen mehr im Stadtgebiet aufgetreten. Die Suche nach einer oder mehreren infizierten Mücken geht weiter. Aufschluss sollen auch Laborergebnisse liefern.

Collage aus verschiedenen Elementen: Eine große "Malaria-Mücke", die in einen Kartenausschnitt von Frankfurt zu stechen scheint. Darum ein roter Kreis und daneben ein Rollkoffer, der von einer Person (angeschnitten) weggezogen wird und ein Flugzeug (freigestellt).

Bild © picture alliance / blickwinkel/H. Bellmann/F. Hecke | H. Bellmann/F. Hecker, Adobe Stock, imago images / Rüdiger Wölk, Collage: hessenschau.de


Das Rätsel um die Frankfurter Malariafälle geht weiter. „In unseren Auswertungen wurden bisher keine Anopheles-Mücken festgestellt“, antwortete das städtische Gesundheitsamt zu Wochenbeginn auf hessenschau-Anfrage. Die Insekten-Art kann als Überträger der Tropenkrankheit auftreten.

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||Christian Albrecht (hessenschau.de)

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Die Behörde hatte nach den jüngsten Krankheitsfällen am Flughafen und im angrenzenden Stadtteil Schwanheim Mückenfallen aufgestellt und überwacht dort die Population.

Labor soll gemeinsame Quelle klären

Damit fehlt weiterhin der direkte Nachweis einer Mücke, die den Erreger übertragen haben könnte. Das Gesundheitsamt geht deshalb zwei Möglichkeiten nach: Die Fälle könnten auf eine gemeinsame Infektionsquelle zurückgehen oder auf mehrere unabhängig voneinander eingeschleppte Mücken.

„Die Laboruntersuchungen laufen, eine Bewertung ist voraussichtlich erst Ende Oktober möglich“, teilte die Behörde weiter mit.

Gesundheitsamt: Keine weiteren Fälle bekannt

Seit Juli sind in Frankfurt acht Menschen ohne vorherige Reise in ein Risikogebiet an Malaria erkrankt. Sechs von ihnen arbeiteten am Flughafen, zwei weitere lebten in Frankfurt-Schwanheim. Drei Menschen starben.

Nach Angaben des Gesundheitsamts wurden nach dem 16. September keine weiteren Erkrankungen gemeldet, die die Behörde – wie das Robert-Koch-Institut (RKI) – als „Flughafen-Malaria“ eingeordnet.

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Malaria-Erreger in Frankfurt

Malaria wird durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken übertragen. Dafür muss die Mücke zuvor selbst den Malaria-Erreger aufgenommen haben. Bei den Frankfurter Fällen handelt es sich um Plasmodium falciparum, den Erreger der sogenannten Malaria tropica. Diese Form kann schnell schwer verlaufen und unbehandelt lebensgefährlich werden.

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Robert-Koch-Institut: Infektionen in Deutschland selten

Das RKI bezeichnet „Flughafen-Malariafälle“ in Deutschland als selten. In der Regel werden Malaria-Erkrankungen hierzulande bei Menschen festgestellt, die zuvor in einem Risikogebiet waren.

Ein Verdacht der Behörden zur Ursache der Frankfurter Fälle: Infizierte Anopheles-Mücken könnten mit Flugzeugen oder Fracht aus Malaria-Gebieten zum Flughafen gelangt sein. Dort oder in der Umgebung könnten sie Menschen gestochen haben. Bei den beiden Fällen in Schwanheim wird vermutet, dass eine Mücke vom Flughafen in den Stadtteil geflogen sein könnte.

Airlines nicht zur Mückenbekämpfung verpflichtet

Doch lassen sich in Flugzeugen mitreisende infizierte Mücken verhindern? Für in Deutschland ankommende Flugzeuge sei eine sogenannte Desinsektion rechtlich nicht verpflichtend vorgeschrieben, teilte das Gesundheitsamt mit. Bei dieser Maßnahme werden Insektizide eingesetzt, um Mücken im Flugzeug abzutöten.

Die Behörde steht nach eigenen Angaben mit dem Flughafenbetreiber Fraport im Austausch. Ob weitere Maßnahmen notwendig sind, soll erst entschieden werden, wenn die laufenden Untersuchungen abgeschlossen sind.

Fraport: Risiken in Ländern unterschiedlich bewertet

Fraport verweist bei der Frage der Desinsektion auf die jeweiligen Fluggesellschaften. Der Flughafenbetreiber selbst nennt auf Nachfrage keine belastbare Zahl von Verbindungen aus Malaria-Risikogebieten. Ein Grund sei, dass Malaria-Risiken in einzelnen Ländern von unterschiedlichen Institutionen teilweise unterschiedlich bewertet würden.

„Hinzu kommt, dass sich Malaria-Risiken häufig nur auf einzelne Regionen eines Landes beziehen“, teilte ein Fraport-Sprecher mit. Eine Flugverbindung aus einem Land mit Malaria-Risikogebieten bedeute daher nicht automatisch, dass auch der jeweilige Abflugort in einem Risikogebiet liegt.

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Malaria-Gebiete

Malaria ist in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas (zum Beispiel Nigeria), Asiens (zum Beispiel Kambodscha), Südamerikas (zum Beispiel Venezuela) und Zentralamerikas (zum Beispiel Panama) verbreitet. Rund 90 Prozent aller weltweiten Fälle treten in Afrika südlich der Sahara auf.

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Aufmerksamkeit empfohlen

Dem Flughafen-Personal empfiehlt Fraport, bei Fieber oder plötzlich auftretenden Kopf- und Gliederschmerzen umgehend ärztlichen Rat einzuholen und dabei auf die Tätigkeit am Flughafen und die bisherigen Malariafälle hinzuweisen.

Die medizinischen Experten des Unternehmens informieren nach Angaben von Fraport außerdem über Symptome und Schutzmöglichkeiten. Dazu gehören lange Kleidung und Mückenschutzmittel.

Für die Bevölkerung insgesamt sehen die Behörden weiterhin kein erhöhtes Risiko. Die Krankheit wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Trotzdem gilt für Flughafen-Nachbarn: Bei ungeklärtem Fieber sollte auch dann an Malaria gedacht werden, wenn keine Reise in ein Malaria-Gebiet stattgefunden hat. Eine frühe Diagnose ist wichtig, weil insbesondere Malaria tropica schnell schwer verlaufen kann.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/airport-malaria-in-frankfurt-suche-nach-der-ursache-geht-weiter-v1,malaria-frankfurt-flughafen-100.html

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