Der BC Marburg war das Überraschungsteam der vergangenen Saison. In der Basketball-Bundesliga blickt man nun etwas anders auf den einstigen Underdog. In Mittelhessen bleibt man lieber bei sich selbst.

Jubel bei den BC Marburg Blue Dolphins über eine erfolgreiche Saisonvorbereitung.
Bild © Stefan Tschersich
Der BC Marburg ist wieder eine Adresse in der Damen Basketball-Bundesliga (DBBL). In der vergangenen Saison wuchsen die Blue Dolphins ein ums andere Mal über sich hinaus, wurden Dritter im Pokal-Wettbewerb und durften sich kurz darauf über den Gewinn der Vizemeisterschaft in der Bundesliga freuen. Es war eine Saison, die zwar ohne Titel endete, die Team und Stadt aber dennoch mächtig stolz machte. Und nun?
Audio
00:42 Min. |Carsten Schellhorn
Das vielleicht Wichtigste, was sie in Marburg in den vergangenen Wochen und Monaten verkünden konnten, sind die vielen Verlängerungen mit altgedienten Spielerinnen. Acht der zwölf aktuellen Teammitglieder standen auch schon vergangene Saison für den BCM auf dem Court. „Sie haben natürlich noch die Erfahrungen und die positiven Erlebnisse dieser großartigen Saison im Kopf und können davon profitieren“, sagt Teammanager Daniel Rohm dem hr-sport. Und: Sie sind eingespielt, fangen nicht wie viele andere Teams bei nahezu null an.
Gute Vorbereitung macht Hoffnung
Das hat sich auch schon in der guten Vorbereitung der Blue Dolphins bemerkbar gemacht. Zwar gingen die Partien beim französischen Zweitligaaufsteiger Geispolsheim (76:81) und beim deutschen Meister aus Keltern (69:83) verloren. Dem gegenüber stehen aber Siege gegen Zweitligist Bamberg, den beiden Erstligisten Saarlouis und Halle sowie ein eindrucksvoller Revanche-Sieg gegen Keltern (76:55).
„Mit der Vorbereitung bin ich insgesamt zufrieden“, lässt Trainer José Araújo zwar wissen, schränkt sogleich aber ein: „Es sind nur Vorbereitungsspiele, und sie bedeuten nichts für die Liga.“ Dort bekommt es der BCM am Sonntag zum Auftakt (16.30 Uhr) in der Hauptstadt mit Alba Berlin zu tun.
Marburg hat sich den Realitätssinn bewahrt
Wie aber ist nun die Erwartungshaltung für die erste Spielzeit nach der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte? Von „Euphorie“ möchte Teammanager Rohm nicht sprechen. „Aber ich glaube, dass die gesamte Stadt Marburg wieder richtig Lust auf Basketball hat. Das spüren wir auch im Umfeld und freuen uns sehr darauf, dass es jetzt endlich losgeht.“ Abheben werden sie in Marburg nach einer tollen Saison aber nicht gleich. Das offizielle Ziel für dieses Jahr ist die Qualifikation für die Playoffs.
Das klingt nach Understatement – oder nach einem gesunden Realitätssinn. „Die Gejagten sind wir mit Sicherheit nicht – und der klassische Underdog sind wir wahrscheinlich auch nicht mehr“, sagt Teammanager Rohm. Für den BCM sei es vor allem wichtig, sich weiterzuentwickeln und konstanter zu werden. Wie weit es dann gehen kann in einer Saison, das wissen sie ja jetzt in Mittelhessen.
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/basketball/bc-marburg-geht-mit-rueckenwind-aber-nicht-euphorisch-in-die-neue-saison-v1,bc-marburg-saisonstart-102.html



