Mit falschen Versprechen soll ein 31-Jähriger zwei Drogenabhängige aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel in seine Gewalt gebracht haben. Vor dem Landgericht geht es um Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung.

Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung: Die Liste mit Vorwürfen gegen den Angeklagten ist lang.
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Er soll Drogenabhängige mit dem Versprechen auf einen warmen Schlafplatz zu sich nach Hause gelockt und sie dort schrecklich gequält haben – vor dem Frankfurter Landgericht muss sich daher seit Freitag ein 31 Jahre alter Mann verantworten.
Der Vorwurf: Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung.
Im Dezember 2024 und im Mai 2025 soll er zwei Frauen, die ihn als Hobby-DJ flüchtig aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel kannten, zu sich nach Eschborn (Main-Taunus) gelockt haben.
Frau in Airbnb-Wohnung gewürgt und vergewaltigt
Laut Anklage versprach er der ersten Frau 50 Euro. In Eschborn in einer Airbnb-Wohnung angekommen, habe er sie sofort eingeschlossen, bedroht, mehrfach gewürgt und über Stunden gequält. Die verzweifelte Frau bot ihm 300 Euro dafür an, dass er sie freilasse, so die Staatsanwaltschaft.
Er habe abgelehnt. Im Laufe der Nacht soll er die Frau nach einem Aufguss in die Sauna eingesperrt und von außen zugeschaut haben, wie sie das Bewusstsein verlor. Die ohnmächtige Frau soll er dann in einem Bett gefesselt und vergewaltigt haben. Stundenlang habe er sie zu sexuellen Praktiken gezwungen, die sie nicht wollte.
Nackt über die Dächer geflüchtet
In einem unbeobachteten Moment sei es ihr gelungen, in den Garten zu rennen, aber sie sei nicht weit gekommen. Bei einem zweiten Fluchtversuch über die Flachdächer der Nachbarhäuser sei sie schließlich nackt durch einen Grillpavillon gestürzt, der einbrach.
Zwei Polizeianwärter auf dem Weg zum Dienst fanden die nackte Frau auf der Straße. Die Hausbewohnerin schilderte vor Gericht eindrücklich, wie die Frau morgens früh aufgelöst an die Rollläden und Tür ihres Hauses geklopft hat.
Zweite Frau wehrte sich mit Pfefferspray
In einem zweiten Fall soll der Angeklagte im Mai vergangenen Jahres ebenfalls eine Drogenabhängige mit dem Versprechen auf Rauschgift zu sich gelockt haben. Auch sie habe er eingesperrt, bedroht und misshandelt. Ihr sei es aber schnell gelungen, sich mit einem Reizstoffspray zu wehren und einen Notruf abzusetzen.
Auf Anraten seines Verteidigers äußerte sich der 31-Jährige zum Prozessauftakt nicht. Aber er hat mit dem psychiatrischen Gutachter gesprochen, den er von der Schweigepflicht entbunden hat. Wenn alle Zeugen gehört sind, wird der Gutachter vor Gericht sprechen.
Dem Verhalten des Angeklagten nach bestreitet er die schweren Vorwürfe. Als die Staatsanwältin am Freitag die Vorwürfe minutenlang vortrug, die sie ihm vorwirft, schüttelte der Angeklagte immer wieder den Kopf.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/frankfurt-mann-soll-frauen-in-wohnung-gelockt-und-schwer-misshandelt-haben-v1,prozess-vergewaltigung-116.html

