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Eintracht-Stürmer Burkardt in der DFB-Elf: Der Raum-Anläufer bewirbt sich für Recall

Eintracht-Stürmer Burkardt in der DFB-Elf: Der Raum-Anläufer bewirbt sich für Recall

Ein Tor war Jonathan Burkardt beim Nationalelf-Restart unter Jürgen Klopp nicht vergönnt, der Stürmer von Eintracht Frankfurt darf aber wiederkommen. Nur die Rückennummer passt nicht zu seiner Spielweise.

Jonathan Burkardt im Trikot der DFB-Elf


Jonathan Burkardt darf auf weitere Einsätze in der DFB-Elf hoffen.
Bild © IMAGO / ZUMA Press Wire


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Für ein paar Minuten erlebte Jonathan Burkardt am Sonntagabend das perfekte Comeback in der Nationalelf. Nach rund einer halben Stunde schmiss sich der Frankfurter Stürmer in eine Hereingabe des Freiburgers Derry Scherhant und drückte den Ball im Fallen zur vermeintlichen 1:0-Führung gegen Griechenland über die Linie.

Ein Tor in bester Mittelstürmer-Manier, gleichzeitig das erste von Burkardt überhaupt in der Nationalelf. So kann man sich mal präsentieren beim ersten Startelf-Einsatz unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp. Die Freude währte allerdings nicht lange.

Da der VAR ein Handspiel von Tom Bischof in der Entstehung des Treffers erkannt hatte und auch Schiedsrichter Clement Turpin nach kurzer Video-Analyse am Spielfeldrand zu dieser Meinung kam, wurde das Tor zurückgenommen. Die zuvor so freudige Miene von Burkardt verfinsterte sich merklich. Nichts da mit Traum-Einstand in der Ära Klopp. Oh, Johnny.

Ob Tor oder nicht – Klopp ist’s egal

„Es ist müßig“, sagte Klopp nach der Partie zur Entscheidung des Unparteiischen, Burkardts Treffer die Anerkennung zu verweigern. „Wenn es eine Regel gibt, die besagt, dass das Tor hätte zählen müssen, sagt mir Bescheid. Dann rege ich mich mehr darüber auf.“ Klarer Fall von: Schwamm drüber, aktuell zählen Leistung und Fortschritte mehr als Ergebnisse. Klopp will sehen, dass die Spieler seine Ideen verstehen und umsetzen. „Es geht um die Art und Weise, wie wir spielen.“

Nach den ersten vier Spielen der neuen Zeitrechnung beim DFB wird sich der neue Bundes-Klopp nun in aller Ruhe Gedanken machen und seine Eindrücke analysieren. Das XXL-Casting ist abgeschlossen, bei den nächsten zwei Nations-League-Spielen im November gegen Serbien und die Niederlande wird das Aufgebot deutlich schlanker sein. Heißt: Für einige Spieler dürfte das Abenteuer Nationalmannschaft schon wieder zu Ende gehen. Die große Frage: Wer schafft es in den Recall?

Ebnoutalib darf zuerst ran

Aus Frankfurter Sicht durfte sich Younes Ebnoutalib in den ersten beiden Partien beweisen und sein persönliches Märchen fortschreiben. Der Junge aus der Nordi zeigte auf der großen Bühne, dass er durchaus mithalten kann und überzeugte auch im Training. „Er hat das in schwierigen Spielen toll gemacht“, so Klopp. Ebnoutalibs Energie sei herausragend, sein guter erster Kontakt habe ihn überrascht. „Das hatte ich vorher so noch nicht gesehen.“

Die Tür ist also weiter offen, wie weit liegt aber wohl auch an der Form der talentierteren Angreifer-Konkurrenten Kai Havertz, Nick Woltemade, Deniz Undav – und eben Burkardt.

Burkardt bringt seine Qualitäten ein

Der gebürtige Darmstädter, der entgegen dem ursprünglichen Plan in den Genuss von gleich drei Einsätzen kam, durfte sich nach seinen Einwechslungen in den Heimspielen gegen Griechenland und Serbien in Thessaloniki von Beginn an beweisen. Burkardt, in der Nationalelf etwas überraschend mit der Rückennummer 10 ausgestattet, agierte dabei als klassischer Neuner. Flankiert von Scherhant und Lennart Karl beackerte der 26-Jährige das Sturmzentrum. Bei Ballbesitz der Griechen fungierte Burkardt zudem als Pressing-Speerspitze.

Vor allem in letzterer und von Bundestrainer Klopp besonders forcierter, geforderter und geliebter Disziplin unterscheidet sich Burkardt entscheidend von seinen stürmenden Teamkollegen. Burkardt ist gegen den Ball der wohl aktivste und fleißigste Stürmer Deutschlands, mit dem Ball gehört er zur aussterbenden Spezies der klassischen Torjäger. Burkardt ist kein Dribbler und kein Spieler für spektakuläre Alleingänge. Sein Tor-Instinkt hebt ihn aber von anderen ab.

Vor allem in Griechenland gelang ihm dabei zwar bei Weitem nicht alles, in einigen Aktionen stand er falsch oder hatte Pech. Am positiven Gesamteindruck änderten aber auch zwei kassierte Tunnel nichts.

Klopp schätzt Burkardt

„Johnny ist ein anderer Typ. Johnny ist der, der die Räume anläuft“, fasste Klopp Burkardts Arbeitsnachweis zusammen. Der inzwischen in Kanada spielende und in Paris flanierende Thomas Müller galt einst als Raumdeuter, also als ein Spieler, der Lücken erkennt und Lücken reißt. Burkardt geht hingegen gerne dahin, wo keine Lücke ist. Dorthin, wo es wehtut. Dorthin, wo die Spiele entschieden werden. „Dass Johnny das Tor macht, ist nicht verwunderlich. Das ist der Raum, wo er reinfliegt.“ In diesem Fall allerdings ohne Happy End.

Da Klopp unmittelbar nach dem 0:0 in Griechenland keine Wasserstandsmeldung zum Konkurrenzkampf im DFB-Sturm abgeben wollte, kann über die Besetzung bei den kommenden beiden Spielen nur spekuliert werden. Ob Ebnoutalib und/oder Burkardt dabei sind, wird sich zeigen. Aufgrund seines Gesamtpakets und der Klopp-kompatiblen Spielweise dürfte Burkardt im Vergleich mit seinem Frankfurter Mitspieler aber die besseren Karten haben.

Jetzt zählt’s bei der Eintracht

Entscheidend jetzt: Die beiden Stürmer müssen ihre gute Form des Saisonstarts konservieren und auch in den nächsten Wochen überzeugen. „Wir werden die Jungs weiter beobachten“, so Klopp. „Wir haben ihnen viele Informationen gegeben und hoffen, dass sie davon auch im Verein profitieren.“ Ob’s was hilft, könnte schon am Samstag (18.30 Uhr) im Duell bei RB Leipzig zu sehen sein. Dann werden Ebnoutalib und Burkardt wieder gemeinsam auf dem Platz stehen.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-stuermer-burkardt-in-der-dfb-elf-der-raum-anlaeufer-bewirbt-sich-fuer-recall-v1,burkardt-bei-der-dfb-elf-100.html

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