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Entwarnung nach Chemieunfall am Fluss Dietzhölze – aber Folgen noch für Jahre spürbar

Entwarnung nach Chemieunfall am Fluss Dietzhölze – aber Folgen noch für Jahre spürbar

Nachdem in Dillenburg Säure aus einem Stahlwerk in das Flüsschen Dietzhölze gelangt war, galt fünf Tage lang: Mensch und Tier sollten das Ufer unbedingt meiden. Jetzt heben die Behörden ihre Warnung auf – und geben neue Details bekannt.

Entwarnung nach Chemieunfall am Fluss Dietzhölze – aber Folgen noch für Jahre spürbar


Die Feuerwehr versuchte mit Sperren, eine weitere Verunreinigung der Flüsse zu vermeiden.
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Am Flüsschen Dietzhölze und an der Dill besteht nach dem Chemieunfall von vergangener Woche keine Gefahr mehr für Menschen und Tiere: Die Warnung wurde am Montag aufgehoben. Gewässerproben seien „nicht auffällig hinsichtlich der untersuchten Parameter“ gewesen, teilte der Sprecher des Regierungspräsidium (RP) Gießen, Thorsten Haas auf hessenschau-Anfrage mit.

Ein Gemisch aus Salpeter- und Flusssäure war am vergangenen Mittwoch bei einem Betriebsunfall in einem Stahlwerk in das Flüsschen Dietzhölze gelangt. Der Vorfall hatte einen Feuerwehr-Großeinsatz ausgelöst. Die Stadt warnte anschließend davor, mit dem Flusswasser in Berührung zu kommen.

Neue Erkenntnisse zum Unfall

Inzwischen sei auch klar, dass der Fluss Dill, in den die Dietzhölze mündet, nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das hätten zwei Proben gezeigt, die an der Dietzhölze-Mündung und an der Postbrücke entnommen wurden, teilt das RP weiter mit: „Die Ergebnisse zeigen, dass die getroffene Sofortmaßnahme wirksam war“, so Haas.

Die Feuerwehr hatte nach dem Unfall eine Sperre errichtet, um zu verhindern, dass auch die Dill verunreinigt wird. Um die Säuren zu neutralisieren, wurde Kalkmilch in das Wasser gegeben. Außerdem wurden mehrere Kanalabschnitte gereinigt.

100 Liter Säure im Fluss

Neue Erkenntnisse gibt es auch darüber, was genau bei dem Unfall passierte: So liefen insgesamt 500 bis 600 Liter Säuregemisch aus. Der größte Teil davon blieb auf dem Betriebsgelände, aber rund 100 Liter flossen durch ein Leck in die Dietzhölze: „Nach der Besichtigung vor Ort stammt diese aus der Benutzung in einem Beizbecken“, so Haas. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.

Wie genau es dazu kam, soll das Gutachten eines Sachverständigen klären. Auch die Polizei ermittelt. Nach dem Unfall war ein technischer Defekt an einem Rohr nicht ausgeschlossen worden.

Längst nicht alles beim Alten

Betroffen waren demnach rund anderthalb bis zwei Kilometer des Flusses: „zwischen der Einleitestelle und der Mündung in die Dill“. Wie groß der Umweltschaden ist, ist noch unklar. Doch sowohl Fluss- als auch Salpetersäure stellen nach Angaben des Regierungspräsidiums Gießen „eine akute Gefahr für das Gewässerökosystem dar“.

Je nach Menge und Konzentration senke sich der pH-Wert des Wassers stark ab und zerstöre die Lebensgrundlage von Fischen, Kleinlebewesen wie Flohkrebsen und Algen. Die stark giftige Wirkung würde auch ein kurz nach dem Vorfall beobachtetes Fischsterben in der Dietzhölze erklären.

Trotz Entwarnung für Menschen und Landtiere ist für die Lebewesen in der Dietzhölze längst nicht alles beim Alten: Bis das Gewässer vollständig wieder hergestellt sei, könnten nach Einschätzung des RP noch drei bis fünf Jahre dauern.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/entwarnung-nach-chemieunfall-am-fluss-dietzhoelze—aber-folgen-noch-fuer-jahre-spuerbar-v4,dillenburg-saeureunfall-100.html

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