Zum Auftakt der regionalen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Geld strikt zurückgewiesen. In Frankfurt demonstrierten hunderte Beschäftigte.

Demo mit 600 Teilnehmenden am Freitag in Frankfurt.
Bild © Gaby Beck (hr)
Die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Geld stamme aus längst vergangenen, besseren Zeiten und sei „völlig unrealistisch“, sagte der Verhandlungsführer und Opel-Arbeitsdirektor Ralph Wangemann am Freitag nach ersten Gesprächen für das Tarifgebiet Mitte aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
Eine Umsetzung würde die aktuelle Wettbewerbs- und Investitionskrise der Unternehmen noch deutlich weiter verschärfen und massiv Beschäftigung gefährden, führte der Arbeitgebervertreter laut Mitteilung weiter aus.
Er verwies auf das drohende dritte Rezessionsjahr in Folge und den bundesweiten Verlust von rund 350.000 Industrie-Arbeitsplätzen seit 2018. Ein neuer Tarifabschluss müsse Kosten senken und den Standort stärken.
IG Metall sieht Aufhellung
Die IG Metall schätzt die ökonomische Situation optimistischer ein. Trotz einer schwierigen geopolitischen Situation hätten die Auftragseingänge zugenommen und sich das leichte Wachstum stabilisiert. Allerdings bleibe der private Konsum weiterhin schwach.
Bezirkschef Jörg Köhlinger fordert: „Anstatt unausgegorener Vorschläge vonseiten der Politik und massiver Angriffe der Arbeitgeber auf die Arbeits- und Leistungsbedingungen brauchen die Leute mehr Geld und eine nachhaltige Perspektive.“
Demo mit 600 Teilnehmenden
Wie in den anderen Tarifgebieten auch verlangt die Gewerkschaft für die rund 360.000 Beschäftigten in Mitte fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Sie will zudem über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln und in besonders florierenden Unternehmen die Beschäftigten am Gewinn beteiligen.
Vor den Gesprächen demonstrierten am Morgen rund 600 Gewerkschaftsmitglieder für ihre Forderungen. Eine zweite Verhandlungsrunde soll am 28. Oktober stattfinden und liegt damit noch innerhalb der Friedenspflicht. Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/metall–und-elektroindustrie-tarifgespraeche-in-frankfurt-gestartet-v1,tarifgespraeche-metall-100.html

