Bei einem Feuer in Frankfurt sind große Mengen an Spenden für die Ukraine verbrannt. Jetzt steht fest: Die Polizei geht von Brandstiftung aus – der Staatsschutz ermittelt.

Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW am Freitag mit schwerem Gerät vor dem in Brand gesetzten Gebäude in Frankfurt.
Bild © hr
Nach ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei sollen unbekannte Täter den Brand auf dem Gelände der Viktor-Frankl-Schule im Frankfurter Stadtteil Dornbusch am Freitag vorsätzlich gelegt haben.
Das Feuer war gegen 2.30 Uhr ausgebrochen. Der Brand hatte das Erdgeschoss eines Nebengebäudes erfasst, das als Lagerraum für Spenden genutzt wird, die in den kommenden Tagen in die Ukraine gebracht werden sollten.
Audio
00:38 Min.|Gaby Beck
Vor dem Hintergrund, dass in dem Gebäudeteil Hilfsgüter gelagert waren, wird der Staatsschutz in die weiteren Ermittlungen eingebunden, teilte die Polizei am Samstag mit.
Komplizierte Löscharbeiten dauern 19 Stunden
Rund 19 Stunden waren zahlreiche Frankfurter Feuerwehren und das Technische Hilfswerk mit insgesamt über 300 Einsatzkräften vor Ort. Die Löscharbeiten waren kompliziert und konnten erst gegen 21 Uhr beendet werden, so eine Mitteilung der Stadt vom Samstag.
Die Flammen zerstörten einen Lagerraum, den die Initiative „Frankfurt for Ukraine“ nutzt, um Spenden zu lagern – darunter alte Rollstühle, Windeln, Kerzenreste und auch Feuerlöscher. Die Höhe des Sachschadens war am Samstag weiterhin unklar.
„Es macht mich sehr betroffen, dass ausgerechnet Sachspenden, die für die Ukraine gedacht waren, durch das Feuer zerstört wurden“, sagte Martin-Benedikt Schäfer, Frankfurter Dezernent für Ordnung, Sicherheit, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz.
Schäfer machte sich – auch angesichts der weltpolitischen Lage – am Freitag vor Ort selbst ein Bild von der Situation. „Wir hatten den versuchten Anschlag in Leipzig“, sagte Schäfer der hessenschau. „Wir hatten andere Herausforderungen, was Angriffe auch auf Städte und Kommunen angeht“, so der Ordnungsdezernent mit Blick auf Cyber-Kriminalität und Infrastruktur. „Deswegen gucken wir uns solche Sachen ganz genau an.“
Anfeindungen gegen Ukraine-Hilfe
Jumas Medoff, Sprecher der Initiative „Frankfurt for Ukraine“, sprach am Freitag von einer „Katastrophe“. Besonders auch für alle Helferinnen und Helfer, die sich seit Monaten oder sogar Jahren für die Hilfsaktion einsetzen.

Bild © hr
Medoff, der auch Vorsitzender der Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV) ist, hatte befürchtet, dass es sich bei dem Feuer um einen gezielten Angriff handeln könnte. Er berichtete von vielen Hasskommentaren auf Social Media in den vergangenen Wochen.
„Es ging ja vor allem darum, dass man diese gebrauchten Spenden, die wir sammeln, lieber doch entsorgen sollte, als das in die Ukraine zu verschicken.“
Minister: Gezielter Brandanschlag wäre besonders verwerflich
Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte am Samstag, wer Hilfsgüter sammele und zur Verfügung stelle, übernehme in besonderer Weise Verantwortung. „Sollte sich im Verlaufe der weiteren Ermittlungen herausstellen, dass es sich bei dem Brand in Frankfurt um einen gezielten Brandanschlag gegen den Ukraine-Hilfsverein handelt, wäre dies eine besonders verwerfliche Tat“, so der Minister. Sie würde sich nicht nur gegen fremdes Eigentum, sondern unmittelbar auch gegen Menschlichkeit und Solidarität richten.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/frankfurt-feuer-auf-schulgelaende-vermutlich-anschlag-auf-ukraine-hilfe-v2,brand-schule-ukraine-100.html


