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Eintracht-Blamage in Leipzig: Und es hat Rumms gemacht!

Eintracht-Blamage in Leipzig: Und es hat Rumms gemacht!

Die Eintracht zeigt in Leipzig eine unterirdische Abwehrleistung. Das zusätzlich Negative daran: Wirklich überraschend kommt das nicht. Zum Problem wird immer mehr der Frankfurter Kapitän.

Eintracht-Kapitän Robin Koch (rechts) schreit seine Kollegen an - und wohl auch sich selbst.


Eintracht-Kapitän Robin Koch (rechts) ist unzufrieden mit seinen Kollegen – und wohl mit sich selbst.
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Zwei Minuten lang musste die Eintracht in der Nachspielzeit um ihren Rekord bangen, ihren Negativrekord, hätte das Debakel von Leipzig doch tatsächlich zu einem historischen werden können. Mit 0:7 hatten die Hessen in der Bundesliga erst zweimal verloren, 1964 gegen Karlsruhe und 1983 gegen Köln, nie höher. Wer es mit Ironie nahm, der konnte unken: Nicht einmal das bekamen die Frankfurter hin an diesem unvergesslichen Tag zum Vergessen. 0:6 im Dezember 2025, 0:6 im Oktober 2026. Eintracht Frankfurt hat sich zum zweiten Mal in Folge in Leipzig blamiert.  

Als die auf die Bretter geschickten Fußballer aus dem Hessischen kurz nach dem Abpfiff vor der Gästekurve standen und ihnen Applaus entgegenklang, hätten sie sich im Grunde minutenlang verwundert Augen und Ohren reiben müssen. Stattdessen: leere Blicke, gesenkte Schultern, hängende Köpfe. Und wenig später schmetternde Worte. Insbesondere Jonathan Burkardt tat sich in dieser Disziplin hervor. „Wir waren überhaupt nicht kompakt, verlieren hinten jeden Zweikampf, sehen dann aus wie eine Schülermannschaft.“ Es fehle an Verantwortung, die jeder Spieler für sich selbst übernehme. „Es tut mir leid für die Fans, die sich so eine Scheiße anschauen mussten.“ Rumms.

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||Stefan Schönau

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Abwehrleistung nicht erstligareif

Es bleibt dabei: Die Eintracht ist hinten nicht dicht, ob nun unter Anleitung von Dino Toppmöller, Dennis Schmitt, Albert Riera oder Adi Hütter. Die Abwehrleistungen sind seit mehr als einem Jahr kaum erstligareif, in Leipzig war sie es gar nicht. Schon 16 Gegentore haben die Hessen in dieser Bundesliga-Saison kassiert. Der zarte Hauch des Aufwinds wurde in Leipzig mit einem Mal weggepustet. Fast ausnahmslos zeigten die Defensivleute unterirdische Leistungen. Angefangen natürlich beim Kapitän Robin Koch (dazu gleich mehr), weitergeführt bei den überforderten Nnamdi Collins, Ansgar Knauff oder Keita Kosugi.

Auch Torwart Noah Atubolu patzte nicht zum ersten Mal in dieser Saison, das defensive Mittelfeld um Raphael Onyedika und Noel Aseko brachte keinen Halt. Einzig Lilian Brassier präsentierte einigermaßen Bundesliga-Niveau, wenngleich auch dem Franzosen bei weitem nicht alles gelang. Wie auch bei einem 0:6?

Burkardt redet Tacheles

Zusammengefasst sah Eintracht-Trainer Adi Hütter „zu wenig Körperlichkeit“. Das funktioniere in der Bundesliga einfach nicht, so der 56-Jährige. Die spitzen Analysen aber sprach Burkardt an diesem Abend in die Mikros, der sich von der Kritik keineswegs ausnehmen wollte und Tacheles redete: „Jeder hatte seinen eigenen Kopf.“

Sollte heißen: Räume wurden nicht gemeinsam zugelaufen, taktische Vorgaben nicht gemeinsam erfüllt, als Team wurde nicht agiert. Sondern im Gegenteil. Da durften sich Offensivspieler wie Can Uzun oder Ritsu Doan ebenfalls angesprochen fühlen. Auch die Führungsspieler, zu denen sich der deutsche Nationalstürmer natürlich selbst zählt, hätten zum wiederholten Male versagt, so Burkardt.

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||Stefan Schönau

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Koch wird zum großen Problemfall

Burkardts Chef, dem Trainer, gefielen die deutliche Worte des Angreifers, dessen Leistung Hütter natürlich nicht als wesentliches Problem ansieht. Jene eines anderen Profis mit Führungsanspruch dagegen schon. Robin Koch zeigte eine Note-6-Vorstellung, wurde demnach zur Pause zu Recht vom Feld geholt. Auch dass der 30-Jährige der Kapitän der Mannschaft ist, hinderte Hütter nicht an diesem Wechsel mit Signalwirkung.

„Seine Leistung war zu wenig. Deswegen habe ich ihn rausgeholt. Das muss ein Führungsspieler auch mal aushalten“, so Hütter, der in der zweiten Hälfte auf eine Viererabwehrkette umstellte. Er habe Koch erlöst und damit ein Zeichen gesetzt, so Hütter. Kochs Status ist damit mindestens mal angesägt, womöglich sogar vorerst abgesägt. Allemal schwere Tage für den einstigen Nationalverteidiger, der mittlerweile zum größten Problemfall der Eintracht geworden ist. Burkardt hatte in der zweiten Hälfte die Binde von Koch übernommen.

Hütter will Spielern die Hand reichen

Dass die Frankfurter hier und da nach vorne recht passable Kombinationen zeigten, gehört erwähnt, ging im defensiven Fehlerfestival aber nahezu unter. Trainer Hütter wolle die Niederlage nun zwar hart und fair analysieren, dann aber auch seiner jungen Mannschaft die Hand reichen.

Dauerhaftes Draufhauen verbaler Art, so war es herauszuhören, wäre aus Sicht des Trainers der falsche Weg. Den richtigen aber wird er nun schnellstmöglich finden müssen. Bereits am Freitagabend (20.30 Uhr) wartet das durchaus richtungsweisende Duell gegen den 1. FC Köln. Da ist eine Menge Druck drauf.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-blamage-in-leipzig-und-es-hat-rumms-gemacht-v1,eintracht-leipzig-analyse-104.html

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