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Fallen lassen oder stützen? Die heikle Zukunftsfrage von Eintracht-Kapitän Robin Koch

Fallen lassen oder stützen? Die heikle Zukunftsfrage von Eintracht-Kapitän Robin Koch

Eintracht-Trainer Adi Hütter rechnet nach dem Leipzig-Debakel öffentlich mit seinem Kapitän ab. Robin Koch ist angeknockt, viel fehlt nicht, um ihn auf die Bretter zu schicken. Oder reicht Hütter dem Verteidiger die Hand? Ein Blick auf die schwierige Situation – und zwei Lösungswege.

Robin Koch nach dem Spiel in Leipzig.


Robin Koch nach dem Spiel in Leipzig.
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||Carsten Schellhorn

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Am Tag nach der Eintracht-Schmach von Leipzig (0:6) war die Eintracht-Schmach von Leipzig gar nicht mehr das ganz große Thema. Stattdessen rückte ein Einzelner in den Fokus, jener vom Frankfurter Trainer Adi Hütter im übertragenen Sinne rasierte Kapitän Robin Koch. Die Genese in Kurzform: Koch spielte schlecht (wie fast alle), wurde zur Pause aus Leistungsgründen ausgewechselt (wie ein weiterer) und nach dem Abpfiff mit deutlichen Worten der Kritik von Hütter persönlich bedacht (wie kein anderer). Erlösen habe der Coach ihn wollen, und ein Zeichen setzen. Koch dient seitdem als Sinnbild der Eintracht-Schwäche.

Während für den einen Experten, Stefan Effenberg, der Frankfurter Coach den falschen Umgang mit seinem Leader wählte, stellte sich ein anderer, Rudi Völler, schützend vor den Ex-Nationalspieler. Spannender als die Rückschau dürften aber sowieso die Auswirkung der Koch-Degradierung auf die nahe und mittelfristige Zukunft sein. Am Freitag (20.30 Uhr) steht der Eintracht ein enorm wichtiges Duell mit dem 1. FC Köln ins Haus. Gewinnt sie das nicht, hängt sie erstmal hinten drin. Hier und da lugt aus Sicht mancher pessimistischer Beobachter gar schon das berühmt-berüchtigte Abstiegsgespenst um die Ecke. Dafür freilich ist es doch noch reichlich früh.

Zwei Varianten im Umgang mit Robin Koch

Am Freitag jedenfalls wird Druck drauf sein gegen Köln, müssen drei Punkte her, um die angespannte Lage nicht zu einer vollwertigen Krise zu machen. Erfahrung im Umgang mit schwierigen Situationen kann da gerade für eine junge Mannschaft wie die Eintracht eigentlich nur hilfreich sein. Was also macht Adi Hütter mit Robin Koch?

Variante eins: Der Trainer deklariert die Auswechslung von Leipzig als Warnschuss – an Koch, aber auch an das ganze Team. Er hebt die Signalwirkung hervor, dass es so einfach nicht weitergehen kann und stützt darüber hinaus den 30-Jährigen mit einer Startelfnominierung gegen den Effzeh. Die Hand wolle er schließlich seinen Spielern reichen, hatte Hütter nach dem 0:6 gesagt. Motto: Aus Vertrauen soll wieder Stärke erwachsen.

Dass Vertrauen mehrerer Trainer über einen langen Zeitraum im Falle von Koch nicht geholfen hat, spricht allerdings gegen diesen Ansatz. Dass Koch nach seiner persönlich größten Eintracht-Niederlage plötzlich mental gestärkt daraus hervorgeht, ebenso wenig.

Komplizierte Sachlage

Variante zwei: Hütter lässt Koch vorerst fallen und setzt ihn auf die Bank. Der Fußballlehrer aus Österreich würde diese Methode in Frankfurt nicht das erste Mal anwenden, einst musste Evan Ndicka wochenlang nach vorhergegangenen Aussetzern draußen schmoren.

Freilich: Ndicka war ein junger Kerl, hatte hier und da zu viele Flausen im Kopf, die ihm ausgetrieben werden sollten, was Koch keineswegs nachgesagt werden kann. Ein Vollprofi ist der Pfälzer, das steht fest. Wenn auch einer, der seit längerem nicht mehr an sein früheres Leistungsniveau herankommt. Dass er das Kapitänsamt auch unter Hütter innehat, was in der Rückschau wohl ein Fehler war, erschwert die Situation zusätzlich. Würde Koch vielleicht eine kleine Pause ohne den großen Druck helfen, um sich neu zu besinnen? Muss man ihm sogar die Binde wegnehmen? Schwierige Gemengelage, so alles in allem.

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Highlights: RB Leipzig - Eintracht Frankfurt

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Koch will nicht weglaufen: „Ist keine Option“

Dass sich Koch am Sonntag via Kicker zu Wort meldete, ist mindestens mal ungewöhnlich. Er zeigte sich kämpferisch. Die Entscheidung von Hütter, ihn zur Pause auszutauschen, werde er respektieren und akzeptieren, „selbst wenn sie mich persönlich treffen oder ich sie mir anders gewünscht hätte“. Er werde nun seine ganze Kraft hineinlegen, um den Moment ins Positive zu wenden. „Mir ist klar, dass die kommenden Tage nicht einfach werden“, sagte er: „Weglaufen oder den Kopf in den Sand stecken ist für mich aber keine Option. Ich bin Kapitän und meine Pflicht ist es, diese Niederlage gemeinsam mit dem Team aufzuarbeiten, wegzustecken und unsere Mannschaft wieder aufzurichten.“

Für Hütter ist die Beantwortung der Koch’schen Ja-oder-Nein-Frage deshalb besonders heikel, weil die Alternativen ebenfalls schwächeln. Vertreter Nnamdi Collins agierte in Leipzig auf Nationalmannschafts-Niveau. Bedeutet: Wie bei seinem bisher einzigen Länderspiel-Einsatz für Deutschland erwischte er auch diesmal einen rabenschwarzen Tag. Er ließ sich wegrempeln, tunneln, wirkte vor allem gedanklich viel zu langsam. Wenn ein Spieler noch schwächer als Koch agiert hatte, dann war es Collins.

Auch würde sich bei einer Herausnahme von Koch erneut die Systemfrage stellen, wäre der Libero-Posten plötzlich wieder verwaist. Erneuter Wechsel zur Viererkette? Vielleicht sogar Jeremiaha Maluze anstelle von Nnamdi Collins in die Reihe? Oder doch die Berufung von Lilian Brassier zum Mittelmann einer Dreierkette und die Hereinnahme von Otavio auf dem linken Innenverteidiger-Posten? Viele Fragen, deren Antwort-Möglichkeiten allesamt nicht wirklich prickelnd wirken. Wo man bei der ungenügenden Kader-Zusammenstellung von Sportchef Markus Krösche wäre. Doch das ist wahrlich ein Thema für einen anderen Tag.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/fallen-lassen-oder-stuetzen-die-heikle-zukunftsfrage-von-eintracht-kapitaen-robin-koch-v1,eintracht-koch-128.html

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