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Alles außer nochmal – HSG Wetzlar sehnt sich nach Ruhe

Alles außer nochmal – HSG Wetzlar sehnt sich nach Ruhe

Das Finale der vergangenen Saison war filmreif. Umso dringender ist das Bedürfnis der HSG Wetzlar nach einer unaufgeregten Spielzeit. Doch die Mittelhessen haben einen großen Umbruch zu verwalten und den ersten Ärger gab’s schon vor dem Start.


Wetzlars Sportchef Michael Allendorf.
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|Tim Brockmeier

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Die Anspannung davor, die Euphorie und Panik währenddessen, die beflügelnde Erleichterung danach. Bei Menschen, die gerne Achterbahn fahren oder Fallschirm springen, ist der erste Impuls danach meist: gleich nochmal! Bei der HSG Wetzlar fährt niemand gerne Achterbahn, zumindest nicht im übertragenen Sinne. Auf Gedeih und Verderb soll es nur keine Wiederholung der vergangenen Saison geben.

So etwas wie am letzten Spieltag möchte keiner der Beteiligten noch mal erleben. 20 Sekunden vor Schluss traf Konkurrent GWD Minden im Parallelspiel beim abgeschlagenen Schlusslicht in Leipzig nur den Pfosten und verpasste die Chance auf den Ausgleich, der für Wetzlar zu diesem Zeitpunkt die zweite Liga bedeutet hätte. So war die knappe Niederlage gegen Meister Magdeburg am Ende unerheblich. Der Klassenerhalt aber war eine Frage von Zentimetern.

Großer Umbruch im Sommer

Damit sich so etwas nicht wiederholt, haben die Mittelhessen personell schon mal herzhaft durchgemischt. Zwölf Spieler haben die HSG verlassen, sieben sind bislang neu dabei. „Man hat gesehen, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis die Abläufe stimmen“, sagt Geschäftsführer Michael Allendorf.

Allendorf konnte mit Torhüter Laszlo Bartucz und Martí Soler zwei alte Weggefährten aus Melsungen nach Wetzlar locken. Nikolaj Læsø (zuvor in Silkeborg aktiv) und vor allem Kreisläufer Petter Øverby (kam vom THW Kiel) sind die Königstransfers dieses Sommers.

Ärger um die Kapitänsbinde

Auch teamintern haben sich Hierarchien verschoben, allerdings nicht ganz ohne Knatsch. Kapitän Dominik Mappes hat sein Amt zur Verfügung gestellt, hieß es von Vereinsseite. Wenig später stellte der aber klar, dass es unterschiedliche Interpretationen über die Freiwilligkeit dieser Entscheidung gibt. „Ich hätte mir vorstellen können, weiterhin als Kapitän die Mannschaft auf das Feld zu führen. Aber es sind ein paar Dinge passiert, die mich zum Umdenken bewogen haben“, sagte Mappes mittelhessen.de.

Weiter ins Detail gehen wollte er nicht. Dass er sich nach der vor allem mental kräftezehrenden Saison ein „Danke“ gewünscht hätte aber, „das ist schon so“, sagte Mappes vielsagend. Josip Simic halte er als seinen Nachfolger aber für eine „sehr gute Wahl“ und sagte ihm volle Rückendeckung zu.

Sportlich lief die Vorbereitung geräuschlos. Den ersten Härtetest im DHB-Pokal beim Zweitligisten Eulen Ludwigshafen gewann das Team von Trainer Runar Sigtryggsson souverän mit 33:28 (18:13). Gerade in den ersten Saisonspielen werden sicher noch Abstimmungsprobleme zu erkennen sein, prognostiziert Allendorf. „Trotzdem habe ich gesehen, wie die Mannschaft auch wirklich als Mannschaft zusammengewachsen ist. Mein Eindruck ist, dass die Jungs sich super verstehen.“

Mit Demut zum Klassenerhalt

Gemeinsam mit den Fans, die in den letzten Heimspielen spürbar zum letztlich gelungenen Klassenerhalt beigetragen haben, soll so eine echte Einheit entstehen. „Ich habe da ein gutes Gefühl, dass wir eine Truppe ins Rennen schicken, die füreinander kämpft, die für die Fans kämpft und die in jedem Spiel daran glaubt, das Spiel zu gewinnen“, sagt Allendorf.

Zu ambitioniert soll das aber nicht klingen. Das einzige Ziel ist der Klassenerhalt, beginnend mit dem Auftakt am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Aufsteiger Bietigheim. „Wir wissen natürlich, wo wir herkommen und wie die letzte Saison geendet ist. Wir haben lange dafür gekämpft, dass wir in der Liga bleiben können, deshalb werden wir vor allem demütig in die Saison starten“, sagt Allendorf. „Trotzdem haben wir uns natürlich vorgenommen, es deutlich besser zu machen. Nach wie vor bleibt das allererste und größte Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen und das natürlich so früh wie möglich.“ Denn vom Last-Minute-Thriller der vergangenen Saison soll auf keinen Fall ein zweiter Teil zur Aufführung kommen.

Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/handball/hsg-wetzlar/alles-ausser-nochmal–hsg-wetzlar-sehnt-sich-nach-ruhe-v1,hsg-saisonvorschau-100.html

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